Kulturheimat verschiedener Arbeitsgruppen

Pilze aktuell – Juli 2019

Grauer Wulstling (Amanita excelsa)

Grauer Wulstling
Grauer Wulstling (Bild: E. Zidek)

Ende Juni dieses Jahres wurden zur Pilzberatung bereits erste Fruchtkörper des Grauen Wulstling vorgelegt. Bis hin zum Herbst, oft massenhaft, ist dieser Pilz in unseren Laub- und Nadelwäldern zu finden – bevorzugt unter Fichte, Buche und seltener Kiefer.

Der Pilzhut ist 7 bis 12 cm breit, hellgrau bis dunkel graubraun gefärbt und mit grauweißlichen Hüllresten gesprenkelt. Der Hutrand ist nicht gerieft. Die Lamellen sind weiß gefärbt; der etwa 6 bis 15 cm lange weißliche Stiel ist mit einer weißen, gerieften Manschette versehen. Die Stielbasis bildet eine kegel- oder rübenförmige Knolle mit ein bis zwei Warzengürteln und steckt in keiner Scheide. Der Geruch des Grauen Wulstlings erinnert an Rüben oder rohe Kartoffeln bzw. wird als leicht rettichartig empfunden. Er gilt als Speisepilz, wenn auch mit minderer Qualität. Er sollte aber aufgrund der großen Verwechslungsgefahr insbesondere mit dem tödlich giftigen Pantherpilz gemieden werden.

Pilze aktuell – Juni 2019

Netzstieliger Hexenröhrling (Suillellus luridus)

Netzstieliger Hexenröhrling (Bild: E. Zidek)

Der Netzstielige Hexenröhrling zählt bei uns hier im Ostharz und Harzvorland zu den ersten Röhrlingen im neuen Pilzjahr. Was hat aber ein Pilz mit Hexen zu tun? Beim Anschneiden bzw. bei Verletzungen des Pilzes färbt sich das Pilzfleisch sofort grünlichblau, dann blau. Für noch unerfahrene Pilzsammler ist diese Verfärbung höchst verdächtig, hier kann nur Hexerei im Spiel sein! Auf keinen Fall ist das ein Speisepilz! Das trifft zwar in diesem Falle zu, doch leider fällt dieser Auffassung auch der sehr gute Speisepilz und nahe Verwandte des Netzstieligen Hexenröhrlings, der Flockenstielige Hexenröhrling, sehr oft zum Opfer. Dessen Hutfarbe ist wesentlich dunkler als die des Netzstieligen Hexenröhrlings, und sein Stiel besitzt kein Netz, sondern ist rotflockig punktiert. Zum Pilz selbst: Beim Netzstieligen Hexenröhrling handelt es sich um einen stattlichen Pilz mit einem Hutdurchmesser bis zu 20 cm. Der in der Jugend feinfilzige Hut ist olivgelb bis olivbraun gefärbt, die Röhrenmündungen sind orangerot bis rot, und das feste Pilzfleisch blassgelb. Auf dem gelblichen, kräftigen und an der Basis meistens besonders dicken Stiel befindet sich das wesentliche Erkennungsmerkmal des Pilzes – ein auffälliges gelb- bis weinrotes Netz. Der Netzstielige Hexenröhrling wächst vorwiegend auf kalkhaltigen Böden in Laubwald, in Parkanlagen, gern unter Eiche, Linde und Buche. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass der Netzstielige Hexenröhrling nicht zu den Speisepilzen zählt. Das ist zurückzuführen auf Vergiftungserscheinungen bei Genuss des Pilzes in Verbindung mit Alkohol und auch allgemeine Unverträglichkeiten.

Pilze aktuell – Mai 2019

Maipilz (Calocybe gambosa)

Maipilz
Maipilz (Bild: E. Zidek)

Der Maipilz, auch Mai - oder Georgsritterling genannt, macht auch in diesem Jahr seinem Namen wieder alle Ehre – er ist jetzt Anfang Mai bei uns hier im Landkreis bereits zu finden.

Der Maipilz bildet fleischige Fruchtkörper, die Hüte sind weiß- bis cremefarben mit einem Durchmesser von 3 bis 10 cm. Die Lamellen stehen dich gedrängt; auch der weiß gefärbte Stiel hat eine feste Konsistenz. Neben diesen Merkmalen ist der mehlartige Geruch des Pilzes ein typisches Erkennungsmerkmal.

Der Maipilz ist standorttreu; er kommt oft in großen Familienverbänden auf Weiden, Streuobstwiesen, Parks und grasigen Stellen in unseren Wäldern vor. Seine Fundstellen sollte man sich also für das nächste Jahr gut merken! Erscheinungszeit: Ende April bis Anfang Juli, Nachzügler manchmal noch später.

Der Maipilz ist ein guter Speisepilz. Neben den allgemein bekannten Zubereitungsarten ist der Maipilz gedünstet als Pilzsalat zubereitet sehr zu empfehlen.

Doch Vorsicht: Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Ziegelroten Risspilz, mit ähnlich giftigen weißen Trichterlingen und dem ebenfalls stark giftigen Riesen-Rötling. Im Zweifelsfall sollte eine Pilzberatungsstelle aufgesucht werden.

Pilze aktuell – April 2019

Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa)

Anemonenbecherling
Anemonenbecherling (Bild: E. Zidek)

Zur Blütezeit der Buschwindröschen kann man hier in unseren Laubwäldern unmittelbar neben den Buschwindröschen mit etwas Glück den hübsch anzusehenden kleinen  Anemonenbecherling finden. Der Durchmesser des braunen becherförmigen Fruchtkörpers ist selten größer als 2 cm. Der dünne  Stiel kann bis 10 cm lang werden. Dieser früh im Jahr, im April, wachsende Becherling lebt parasitisch an Windröschen, daher auch der deutsche Name Anemonenbecherling. Der Pilz ist ungenießbar.

Auch in diesem Jahr sind  bereits wieder die Fruchtkörper des genannten Pilzes zu finden. Davon konnten sich die Mitglieder der Fachgruppe Mykologie anlässlich einer Exkursion am 06.04.2019 im Unterharz überzeugen.

Pilze aktuell – März 2019

Böhmische Verpel oder Runzelverpel (Verpa bohemica)

Bild: E. Zidek

Bereits Ende März kann der aufmerksame Pilzsucher nach der Winterruhe im Pilzwald einen ersten größeren frisch gewachsenen Pilz finden. Es könnte sich hierbei um die Böhmische Verpel, auch Runzelverpel genannt, handeln. Der seltene Pilz kommt bei uns hier im Harzvorland vor, ist jedoch gar nicht so leicht zu finden. Er verbirgt  sich gern unter Gebüschen im Au- und Niederwald. Beim Betrachten des Pilzes wird schnell klar, dass er mit den begehrten Speisemorcheln eng verwandt ist. Der mit Längs-und Querrippen versehene braune Hut ist nur an der Spitze des Pilzstiels angewachsen. Dieser kann bis 15 cm lang werden und ist weiß und hohl. Der deutsche Name Runzelverpel weist auf die runzelige Beschaffenheit des Hutes hin. Obwohl der Pilz essbar ist, sollte er aufgrund seiner Seltenheit geschont werden.

Pilze aktuell – Februar 2019

In loser Folge stellt die Fachgruppe Pilzarten vor, die aktuell zu finden bzw. von allgemeinem Interesse sind.

Samtfußrübling (Flammulina velutipes)

Samtfußrübling
Bild: Werner Wandelt

Mit etwas Glück findet man in unseren Laubwäldern im Harz jetzt noch den sehr hübsch anzuschauenden und auch wohlschmeckenden Samtfußrübling (Flammulina velutipes). Fundzeit: Oktober bis März. Der Pilz wächst meist büschelig vorwiegend an Totholz, aber auch an verletzten Stellen von Laubbäumen und fällt durch seine gelb bis blass-rotgelb leuchtenden Hüte schon von weitem auf. Diese haben einen Durchmesse von 2 bis 5 cm. Neben den kräftig gefärbten, klebrigen oder schleimigen Hüten sind die unteren samtfilzigen und dunkelbraunen Bereiche des Stiels die Haupterkennungsmerkmale des Pilzes. Der deutsche Pilznahme nimmt Bezug auf diese Ausprägung des Stiels.

Pilzausstellung 2018 in Quedlinburg - mit Vorbehalt

Die Pilzausstellung 2018 der Fachgruppe Mykologie im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg soll am 6. und 7. Oktober 2018 stattfinden.

Dabei gilt der Vorbehalt, dass ausreichende Niederschläge ein entsprechendes Pilzwachstum ermöglichen.

Ausstellungsort ist der Galerieraum des „Weißen Engel“ in der Langen Gasse 33 in Quedlinburg – direkt neben dem innerstädtischen Parkplatz in der Carl-Ritter- Straße. Die Ausstellung ist an beiden Tagen von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Die Bestimmung mitgebrachter unbekannter oder nicht sicher bestimmbarer Pilze durch die Pilzberater der Fachgruppe kann gern in Anspruch genommen werden.

Pilzausstellung

Große Pilzausstellung in Quedlinburg

Auch in diesem Jahr findet in Quedlinburg wieder eine Pilzausstellung statt. Vom 10. (Sonnabend) bis zum 11. Oktober 2015 (Sonntag) jeweils von 10 – 18 Uhr stellen die Mitglieder der FG Mykologie im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg die Pilze vor, die aktuell in der Vorharzregion bzw. im Harz gefunden werden können. Die Ausstellung findet im historischen Gebäude „Weißer Engel“ (Lange Gasse 33) statt, welches sich in unmittelbarere Nähe zum zentralen Parkplatzes „Carl-Ritter-Platz“ befindet. In der Ausstellung werden in diesem Jahr rund 300 Pilzarten vorgestellt. Zu sehen ist unter anderem auch der extrem giftige „Grüne Knollenblätterpilz“ . Es ist ein Anliegen derFachgruppenmitglieder (die in verschiedenen Orten des Harzkreises ansässig sind), den interessierten Bürgern die   Vielgestaltigkeit der Pilzarten und deren Schönheit vorzustellen, aber auch über die Eigenschaften und Erkennungsmerkmale der Pilzarten aufzuklären. Im Vordergrund stehen dabei das sichere Erkennen wertvoller Speisepilze und die Vermeidung von Pilzvergiftungen. So wird z. B. auch der häufig vorkommende giftige Karbol - Egerling vorgestellt, der sehr leicht mit dem wertvollen Wiesen - Champignon oder dem Anis –Egerling verwechselt werden kann. Im Rahmen der Ausstellung wird auch über das Wirksamwerden der offiziellen Pilzberatung des Landkreises Harz informiert. Es besteht die Möglichkeit, während Pilzausstellung gefundene Pilze bestimmen zu lassen.