Kulturheimat verschiedener Arbeitsgruppen

Eine botanische Rarität - die Weinberg-Tulpe

Wilde Tulpe – Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) in Quedlinburg

Zu den botanischen Schätzen von Quedlinburg gehört die Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) – die einzige in Deutschland wild vorkommende Tulpenart. Das Wort „wild“   besitzt dabei eine relative Bedeutung - die Weinberg-Tulpe ist ganz offensichtlich eine sehr alte „Kulturpflanze“, die aus dem Mittelmeerraum stammt und sehr früh in Weinbergen und später vermutlich auch in Gärten und Parks zur Anpflanzung gelangte und hier verwildert ist. Von hier aus fand die Weinberg-Tulpe auch ihren Weg in siedlungsnahe Wiesenflächen und „moderne“ Gärten. Die Weinberg-Tulpe wurde sicher immer nur als Zierpflanze genutzt. Es fällt auf, dass die Vorkommen der Weinberg-Tulpe mit menschlichen Ansiedlungen oder vom Menschen früher genutzten Flächen in Zusammenhang stehen. Bei der Weinberg-Tulpe handelt es sich um eine sogenannte Stinsenpflanze. So werden Pflanzenarten bezeichnet, bei denen nach einer primären Anpflanzung als eine vom Menschen genutzten Pflanzenart diese auch ohne weitere Fürsorge des Menschen dauerhaft überleben, sich vermehren und verwildern, ohne eine erhebliche Ausbreitung über den ursprünglichen Anpflanz- bzw. Anbauort hinaus zu erfahren. Oft ist dabei die ursprüngliche Landnutzung gar nicht mehr zu erkennen. Das Vorkommen der Weinberg-Tulpe kann so anzeigen, dass sich am Vorkommensort z. B. früher ein Weinberg befunden haben wird. Dies kann mehrere Jahrhunderte zurückliegen.

Eine solche Situation liegt für das Quedlinburger Vorkommen der naturgeschützten Weinberg-Tulpe im Bereich des Flächennaturdenkmals Altenburg am Stadtrand von Quedlinburg vor. Sie wächst hier auf einem Südhang in lichtem Baumschatten. In aller Regel zeichnen sich die Vorkommen durch sehr viele nicht blühende Pflanzen und nur wenige Blühpflanzen aus. Blühzeit ist der Monat April. Es erfolgt überwiegend eine vegetative Vermehrung. Die Weinberg-Tulpe bildet flach im Boden wachsende Ausläufer, die mit einer Tochterzwiebel enden. Eine Samenvermehrung findet praktisch nicht statt. Das Vorkommen der Weinberg-Tulpe ist in Sachsen-Anhalt insgesamt gefährdet.

Die Weinberg-TulpeBild: A.Reulecke

Weinberg-Tulpe mit Rotpelziger SandbieneBild: A. Reulecke

Blühender Bestand von Tulipa sylvestrisBild: A. Reulecke

Frühling in der Quedlinburger Feldflur

Frühling in der Quedlinburger Feldflur

Ein Spaziergang bzw. eine kleine Wanderung durch die Quedlinburger Feldflur zeigt uns, dass auch bei der einheimischen Blütenwelt der Frühling angekommen ist. Ein ganz typischer Vertreter dafür ist das violett blühende Märzveilchen (Viola oderata). Dieses, das mit gutem Grund auch Duft- oder Wohlriechendes Veilchen heißt, scheint in diesem Jahr besonders üppig zu blühen. Nicht selten sind dabei auch weißblühende Formen zu finden. Im Bereich z. B. des Müncheberges lohnt es sich, näher hinzuschauen. Hier blühen zusammen mit dem Märzveilchen 2 weitere Veilchenarten.   Das Rauhe Veilchen (Viola hirta) weist blaue Blüten auf und zeichnet sich durch stark behaarte Blattstiele aus. Es macht im Gegensatz zum Märzveilchen keine Ausläufer, bildet dafür aber kräftige Blütenhorste. Eine dritte Art ist das seltener zu findende Blau-Veilchen (Viola suavis). Es sieht dem Märzveilchen ähnlich und bildet ebenfalls kurze Ausläufer. Es fällt aber durch die blauen Blüten auf, die in der Mitte eine auffällig weiß gefärbte Zone aufweisen. Die Veilchenarten bastardieren sehr leicht miteinander. In einem solchen Fall kann es schwierig werden, die Arten zum unterscheiden – eine echte Herausforderung !

Märzveilchen

Bild: A. Reulecke

Raues Veilchen

Bild: W. Wandelt

Blau-Veilchen

Bild:W. Wandelt

In früheren Jahrzehnten wies auch die Quedlinburger Feldflur reiche Adonis-Bestände auf. Als Beispiel möge die Umgebung der Seweckenwarte dienen, die heute durch Buschwerk geprägt ist. Dennoch - an wenigen Standorten hat sogar in Stadtnähe das streng geschützte Adonisröschen überlebt (Adonis vernalis).

 Bild: A. Reulecke

Dies gilt auch für die weniger auffällige und nur schwer zu entdeckende Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), die an Trockenrasen-Standorte gebunden ist und sehr selten geworden ist. Nur durch intensive Pflegemaßnahmen ( Grasmahd und Entbuschung) können die letzten Vorkommen gesichert werden.

 Bild: A. Reulecke

Auch für die ersten Schmetterlinge hat der Frühling begonnen. Der Trauermantel (Nymphalis antiopa) zählt zu den Edelfaltern. So wie auch das Tagpfauenauge, der Fuchs und der Zitronenfalter gehört er zu den Schmetterlingen, die in unseren Breiten überwintern. Daher kann man sie mit viel Glück auch momentan bevorzugt in blühenden Weiden beobachten. Der Bestand der Trauermäntel ist stark rückläufig und steht auf der Vorwarnliste für bedrohte Arten in Deutschland.

Bild: A. Reulecke

 

Märzenbecherblüte im Amtmanntal

Naturschutzexkursion zur Märzenbecherblüte im Oberen Amtmanntal (Naturschutzgebiet Burgesroth-Bruchholz bei Ballenstedt)

Vom Ballenstedter Schloßpark zieht sich das Amtmanntal bis auf die das Selketal begleitenden Höhen hinauf. Im oberen Bereich umschließen zwei Quellbäche ein Traubeneichen-Hainbuchen-Waldgebiet mit eingestreuten Erlenbeständen (das Kleine Bruchholz). Hier sind markante Talwiesen bzw. große Waldwiesen zu finden. Dieses Gebiet beinhaltet viele Standorte des Märzenbechers – sowohl auf den Talwiesen, auf Quellwiesen als auch tief im Wald verborgen. Diese Standorte waren das Ziel einer Kurzexkursion der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg (17.3. 2019). An fast allen Standorten scheinen die Märzenbecherbestände einen Zuwachs an Individuen erfahren zu haben. Diese Beobachtung scheint generell für viele Märzenbechervorkommen zu gelten. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen dem zunehmend milderen Winterverlauf und der Überlebensrate der Märzenbechersämlinge. Voraussetzung für eine positive Bestandesentwicklung ist eine gute Wiesenpflege. Bei Waldstandorten (Erleninseln) ist ausreichender Lichteinfall   die wichtigste Voraussetzung für die Sicherung der isolierten Einzelvorkommen. Gefährdet ist der Märzenbecherstandort an der Kuckhornwiese. Auch hier ist das Vorkommen an eine Erleninsel gebunden. Die letzten Stürme haben die umgebenden Altfichtenbestände verwüstet. Jetzt wird Platz gemacht für Neuaufforstungen. Dies kann die Standortbedingungen für das Märzenbechervorkommen verschlechtern.

Märzenbecherwiese im Oberen Amtmanntal

Märzenbecherstandort im Kleinen Bruchholz

Windbruch im Bereich der Kuckhornwiese

Märzenbecherstandort an der Kuckhornwiese

 

Flächenberäumung für Neuaufforstung

Naturschutz-Pflegeeinsatz

Naturschutz-Pflegeeinsatz in den Harslebener Bergen

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge statt. Termin: Sonnabend, 30. 3. 2019, 8 Uhr, Treffpunkt im NSG am ehemaligen Wildacker an der Straße von Westerhausen nach Harsleben. Ende gegen 12 Uhr. Es geht wieder darum, die fortschreitende Verbuschung vor allem mit Weißdorn und Heckenrosen zurückzudrängen. Das diesjährige Einsatzgebiet sind die sogenannten Hinterberge, d. h. die Flächen in Richtung Thekenberge. Das Strauchwerk wird in erster Linie mit Freischneidern abgeschnitten. Das Schnittgut muss aus den Flächen herausgetragen werden. Leichte Harken sind dabei hilfreich. Wichtig sind in erster Linie feste Arbeitshandschuhe, geeignete Kleidung und stabile Schuhe. Die Naturschützer aus Halberstadt und aus Quedlinburg laden dazu alle Unterstützer ein. Für ein Frühstück wird gesorgt.

 

Naturschutzkonferenz 2019

Jahreshauptversammlung 2019 der Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz

Gäste sind wie immer herzlich willkommen !

Tagungsort: Hörsaal C der Hochschule Harz in Wernigerode

Friedrichstraße 57 – 59 (L 100 von Wernigerode Richtung Elend/Schierke)

Termin: Sonnabend, den 23. 2. 2019, 9.00 Uhr

Vorgesehener Ablauf:

09:00 Uhr              Eröffnung durch Herrn Dr. Uwe Wegener

09:15 -10:15 Uhr: Jahresberichte der Verbände – Kurzbeiträge und Diskussion

10:15 -10:45 Uhr: Kaffeepause

10:45 -12:30 Uhr: Fortsetzung Jahresberichte – Kurzbeiträge und Diskussion

12:30 -13:30 Uhr: Mittagspause

13:30 -14:00 Uhr: Marc Kinkeldey: Das Jahr 2018 – Bilanz eines extremen Jahres aus der Brockensicht

14:00 -15:00 Uhr: Norbert Rußwurm: Botanische „Edelsteine“ in den Harslebener Bergen und im Steinholz und ihr Schutz

 

Die einladenden Natur- und Umweltschutzverbände:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands e. V. (BUND)

Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V.

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)

Gesellschaft zur Förderung des Nationalparkes Harz e. V. (GFN)

Die Umweltverbände wünschen eine gute Anreise nach Wernigerode und einen guten Verlauf des Jahres 2019 !

Vortragsveranstaltungen 2019

Öffentliche Vortragsveranstaltungen der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. im Jahr 2019 - alle auf einen Blick !

(Diese Veranstaltungen finden alle im Bildungshaus Quedlinburg der Kreisvolkshochschule Harz, Heiligegeiststraße 8, Raum Raum Einstein, statt. Sie beginnen jeweils 19 Uhr. Gäste sind dazu herzlich eingeladen und willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.)

Mittwoch, 9. 1. 2019, 19 Uhr

Thema: Ackerwildkräuter im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Referent: Armin Hoch

Bunt blühende Felder mit Kornblumen, Rittersporn und Mohn sind eine Idealvorstellung geworden. Einst mit dem Ackerbau nach Mitteleuropa gelangt, sind die meisten Ackerwildpflanzen inzwischen in ihrer Existenz stark bedroht. Reste der ursprünglichen Ackerwildflora sind nur noch an wenigen Standorten z. B. an Ackerrändern im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz zu finden. Diese stellt Armin Hoch (Hain) in Wort und Bild vor. Dabei wird der Zusammenhang zur Entwicklung des Ackerbaus in unserer Region verdeutlicht.

 

Mittwoch, 13. 2. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturrefugium Selketal

Referent: Annette Westermann

Das Selketal ist ein weitgehend naturbelassenes Mittelgebirgstal. Es gehört zu den artenreichsten Gebieten Deutschlands. Durch seine einzigartige Geologie und Lage weist es viele verschiedenartige, hoch schützenswerte Biotoptypen mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt auf. Mit ihren Fotos gibt Annette Westermann (Ballenstedt) einen Einblick in die Schönheiten, Seltenheiten und Einmaligkeiten des unbedingt zu schützenden Selketals. "

 

 

Mittwoch, 13. 3. 2019, 19 Uhr

Thema: Die Fichte im Harz – Vergangenheit und Zukunft

Referent: Dr. Uwe Wegener

Die Wetterkapriolen der letzten Jahre haben der Baumart Fichte stark zugesetzt. Besonders das Jahr 2018 zeigte im Harz einen dramatischen Verlauf, der sich 2019 fortsetzen wird. Uwe Wegener (Halberstadt) stellt die Daten eines Langzeitversuches zur Dynamik des Bestandes der Brockenfichten vor. Mögliche Parallelen zu der Entwicklung des Wirtschaftswaldes werden abgeleitet. Vergleiche zu anderen fichtendominierten Mittelgebirgen führen zu der Frage, ob es Alternativen für die Fichte gibt? Wird sie der „Brotbaum“ des Mittel- und Oberharzes bleiben?

 

 

Mittwoch, 10. 4. 2019, 19 Uhr

Thema: Begegnungen mit den Bären Kamschatkas

Referent: Prof. Dr. Hagen Herdam

Die russische fernöstliche Riesenhalbinsel Kamtschatka ist 7.740 Flugkilometer von Deutschland entfernt. Nach dem weiten Anflug können abgelegene Regionen Kamtschatkas nur durch einen weiteren Hubschrauberflug erreicht werden. Fernab der menschlichen Zivilisation lassen sich Bären durch die Anwesenheit des Menschen nicht beim Lachsfang stören. So sind einmalige Bilddokumente entstanden, die Hagen Herdam (Straßberg) vorstellt. Natürlich wird auch von den sonstigen Reiseerlebnissen berichtet.

 

 

 

Mittwoch, 8. 5. 2019, 19 Uhr

Thema: Fische, Krebse und andere Wasserorganismen der Harzgewässer

Referent: Otfried Wüstemann

Das Wasser prägt wie kein anderes Element die Landschaft des Harzes. Die Entwicklung der an das Wasser gebundenen Tier- und auch Pflanzenwelt ist ein Indikator dafür, wie es um unserer Umwelt bestellt ist. Otfried Wüstemann (Wernigerode) beobachtet seit Jahren diese Dynamik und gibt dazu in seinem Vortrag in Wort und Bild Auskunft. Von besonderem Interesse ist dabei die Entwicklung der Bestände der einheimischen Bachforelle, der Westgroppe und des Bachneunauges und z. B. auch des Edelkrebses. Das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den Gewässern und den an diesen Lebensraum gebundenen Tier- und Pflanzenarten ist wichtig zum Verständnis vieler Vorgänge in der Natur.

 

 

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19 Uhr

Thema: Von der Bodeaue bis zum Heidberg

Referent: Roland Schweigert

In seinem Diavortrag berichtet R. Schweigert (Ditfurt) über interessante naturkundliche Beobachtungen rund um den Ort Ditfurt. Ob Pflanzen, Säugetiere, Pilze, Vögel oder Insekten - immer wieder gibt es Neues zu berichten.Dabei wird auch auf ökologischen Zusammenhänge, die Gefährdung und den notwendigen Schutz der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten unserer heimischen Natur hingewiesen. Auch Heimatgeschichtliche Aspekte bleiben im Vortrag nicht unerwähnt.

 

 

 

Mittwoch, 11. 9. 2019, 19 Uhr

Thema: Die Pflanzenwelt des Oberharzes

Referent: Dr. Hans-Ulrich Kison

Zu den herausragenden botanischen Besonderheiten des Harzes gehören seine höchsten Lagen um den Brocken, die Torfhäuser Hochfläche und den Acker-Bruchberg-Zug. Hier hat sich eine bedeutsame Vegetation mit arktischen und borealen Pflanzenarten etablieren können. Sie sind die wichtigsten Leitarten des Gebietes, das vollständig vom Nationalpark Harz eingeschlossen wird. Für den knapp 25.000 ha großen Nationalpark ist in den zurückliegenden Jahren eine aktuelle Liste der vorhandenen Pflanzenarten erstellt worden. Diese ist Grundlage des Vortrages von Hans-Ulrich Kison (Quedlinburg). Der Referent vermittelt eine Übersicht zur natürlichen Vegetation des Oberharzes und macht deutlich, wie die jahrhundertelange Bewirtschaftung der Harzwälder sich auf diese auswirkte. Der Vortrag ermöglicht einen Einblick in eine alte Kulturlandschaft und ihre aktuelle Pflanzenwelt mit knapp 1.200 Sippen an Farn- und Blütenpflanzen.

 

 

Mittwoch, 9. 10. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturbeobachtungen der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz

Die Mitglieder der IG berichten in Kurzvorträgen von ihren individuellen Naturbeobachtungen. Gleichzeitig wird auch über aktuelle Probleme des Natur- und Umweltschutzes der heimatlichen Region informiert. Exkursionsberichte ergänzen die Vortragsveranstaltung.

Mittwoch, 13. 11. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturerlebnisse in den Pyrenäen

Referent: Norbert Rußwurm

Die Pyrenäen sind ein Gebirge mit ganz besonderen landschaftlichen Schönheiten. Auf beiden Seiten des Gebirgszuges führen tief eingeschnittene Tälern   in alpine Höhen und enden oft in felsigen Gebirgskesseln (z. B. im Cirque de Gavarnie), über denen auch im Sommer schneetragende Berge thronen, von denen der Aneto 3400 m Höhe erreicht. Norbert Rußwurm (Quedlinburg) hat im Sommer 2018 die grandiose Pyrenäenlandschaft bereist. In seinem Bildvortrag stellt er die einmalige Tier- ( 3 Geierarten) und Pflanzenwelt (bemerkenswert sind z. B. die Breitblättrige Iris und die Pyrenäen-Lilie) vor. Gleichermaßen berichtet er von seinen Erlebnissen als Bergwanderer.

 

Freitag, 13. 12. 2019 , 18 Uhr – 24 Uhr

Weihnachtsfeier der IG – Mitglieder

Ort: Bildungshaus Quedlinburg

Raum Einstein; 1. OG Heiligegeiststraße 8 Quedlinburg

Borneo - das Land der zerstörten Urwälder

Borneo - das Land der zerstörten Urwälder


Dies ist das Thema der öffentlichen Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg am Mittwoch, dem 14. 11. 2018, 19 Uhr , im Quedlinburger Bildungshaus ,Heiligegeiststraße 8, Raum Einstein. Referentin ist Frau Katrin Hoffmann-Gerloff.

Um angeblich ökologisch gewonnenes Palmöl in entwickelte Länder exportieren zu können, wird auf der Insel Borneo (der Großteil gehört zu Indonesien) in einem verheerenden Ausmaß der tropische Urwald ausgeraubt und abgebrannt. So gewinnt man riesige Flächen für den Monokultur-Anbau von Ölpalmen. Wo der Urwald stirbt, stirbt auch die bodenständige Tier- und Pflanzenwelt. Dort stirbt auch der Orang-Utan aus– der rothaarige intelligente „Waldmensch“.

Auch der Mensch verliert seine Heimat. Katrin Hoffman-Gerloff (Gernrode) hat Borneo hautnah auf Urwaldpisten und im Speedboot bereist bzw.   beim Besuch einer Menschenaffen-Auswilderungsstation und bei Treffen mit der indigenen Dayak-Bevölkerung kennen gelernt. In ihrem Bildvortrag   berichtet sie über das Erlebte.

Eine Vorstellung über die Entwicklung des Anbaus von Ölpalmen in Indonesien vermittelt   nachfolgende Graphik:

Anbau-lpalme.gif - 12,79 kB

 

Die EU-Länder sind ein wichtiger Abnehmer des Palmöls als vermeintlich ökologisch unbedenklicher nachwachsender Rohstoff. Dazu hat die EU 2009 vermeintlich strenge Kriterien festgelegt. Nachwachsende Rohstoffe dürfen u. a. nicht auf folgenden Flächen angebaut bzw. gewonnen werden:

Primärwald und andere bewaldete Flächen mit einheimischen Arten, in denen es kein deutlich sichtbares Anzeichen für menschliche Aktivität gibt und die ökologischen Prozesse nicht wesent­lich gestört sind;

Flächen für den Schutz seltener, bedrohter oder gefährdeter Ökosysteme oder Arten, die in internationalen Übereinkünf­ten anerkannt werden oder in den Verzeichnissen

zwischenstaatlicher Organisationen oder der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur aufgeführt sind, vorbehaltlich ihrer Anerkennung gemäß dem Verfahren

des Artikels 18 Absatz 4 Unterabsatz 2,sofern nicht nachgewiesen wird, dass die Gewinnung des Rohstoffs den genannten Naturschutzzwecken nicht zuwiderläuft;

Genau diese Kriterien werden ganz sicher in Indonesien nicht erfüllt. Dies sollte uns   sehr nachdenklich machen.

Datenschutzerklärung der IG Ornithologie

Ergänzend zur  Datenschutzhinweise für Vereinsmitglieder (Download, pdf-Format) und der  allgemeinen Datenschutzerklärung  gilt in unserer IG folgende Verfahrensweise:

Es gibt eine Liste der Mitglieder mit deren Anschrift und mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Diese Liste wird bei Wunsch allen Mitgliedern zur persönlichen Verwendung zur Verfügung gestellt.

Jedes Mitglied gibt bei der Aufnahme eine Erklärung ab, ob es mit der Weitergabe dieser Daten an andere Mitglieder einverstanden ist. Wenn dieses Einverständnis nicht ausgesprochen wird, enthält die Mitgliederliste ( für Mitglieder) nur den Namen, aber nicht die anderen Informationen.

Der Adressen- und Telefonnummernaustausch wird von den Mitgliedern als unverzichtbar angesehen.

Vortrag über die Sand-Silberscharte

Hinweis auf den Vortrag

Schutz für die Sand-Silberscharte

Referent: Florian Kommraus

Mittwoch, den 11. April 2018, 19 Uhr , im Quedlinburger Bildungshaus "Carl Ritter " Raum Einstein, Heiligegeiststraße 8.

Zu dem Vortrag laden ein: Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur – und Heimatverein Quedlinburg e. V. und Kreisvolkshochschule Harz. Gäste sind herzlich willkommen.

Die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) ist ein Korbblütler. Die Pflanze wird 20-70 cm hoch, sie blüht von Juli bis September. Die Pflanze braucht etwas kalkhaltigen, locker-humosen Sandboden in sommerwarmer Klimalage. Sie besiedelt lückige Sandrasen, lichte Kiefern-Trockenwälder und Binnendünen. In Sandgebieten zwischen Neckar- und Mainmündung, am Mittellauf des Mains, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen kommt sie selten vor. Sonst fehlt sie in Mitteleuropa. Die Silberscharte fällt im Blütenkonzert anderer Korbblütler nicht besonders auf. Sie ist dennoch nach deutschem und europäischen Recht streng geschützt:

nach Bundesnaturschutzgesetz seit 31.08.80

und nach europäischem Recht, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie EG 2013/17 [FFH] Anhang:II, FFH-Richtlinie EG 2013/17 [FFH] Anhang:IV).

Weshalb besteht dieser besondere Schutzstatus ?

Die Sand-Silberscharte ist ein kontinentales Florenelement, das heißt eine Pflanzenart, die von Süd- und Mittelrussland bis Westsibirien und weiter bis zum Altai sowie von den Kaukasusländern bis nach Turkestan weit verbreitet ist. Disjunkte (abgetrennte) Vorkommen liegen im Elbe- und Rhein-Main-Gebiet in etwa 500 km vom geschlossenen Hauptareal entfernt. Die Silberscharte ist mit dieser Verbreitung bei uns ein Zeuge der nacheiszeitlichen Wiederbesiedlung unserer Region mit kontinentalen Flordenelementen und der späteren Veränderungen der damaligen Steppenflora. Die Silberscharte ist heute bei uns sozusagen ein Restposten der früheren Verbreitung. Dies macht den besonderen Wert dieser Pflanzenart für Deutschland aus. Dazu kommt, dass an allen Standorten die weitere Existenz dieser Pflanzenart sehr bedroht ist. Daraus ergeben sich der heute strenge Schutz dieser Pflanzenart und auch die Verantwortung   für deren Erhalt.

In Sachsen-Anhalt und im nördlichen Harzvorland liegt ein deutschlandweiter Verbreitungsschwerpunkt der seltenen Pflanzenart.

Im Vortrag von Florian Kommraus werden neben einer Vorstellung der Silberscharte die Gründe für ihren Rückgang dargestellt. Detailliert wird auf Maßnahmen zu ihrem Schutz eingegangen, die seit 2008 erfolgreich in mehreren vom Land Sachsen-Anhalt über ELER-Mittel geförderten Projekten umgesetzt wurden. Im Vortrag wird speziell die Entwicklung der Populationen im nördlichen Harzvorland behandelt. Knapp über die Hälfte der Populationen Sachsen-Anhalts liegt zwischen Quedlinburg und Blankenburg, der Großteil dieser Populationen ist jedoch sehr klein und nimmt aktuell weiter ab.

W. Wandelt

Blüte Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides)

 

Entbuschungseinsatz

7. April 2018 - Entbuschungsarbeiten im Naturschutzgebiet Harslebener Berge / Steinholz

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Entbuschungseinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge / Steinholz statt. Termin ist Sonnabend, der 7. April 2018. Der Arbeitseinsatz beginnt 8 Uhr und endet gegen 12 Uhr. Ziel des Einsatzes ist das Zurückdrängen der Verbuschung der Offenflächen vor allem mit Weißdorn und Heckenrosen. Diese Verbuschung bedroht die wertvolle Steppenflora, vor allem auch die Bestände des Adonisröschens. Im Naturschutzgebiet Harslebener Berge/ Steinholz führen Naturschützer aus Halberstadt und Quedlinburg schon seit vielen Jahren einen gemeinsamen Entbuschungseinsatz durch. Unterstützer sind herzlich willkommen ! Die wichtigste Arbeit besteht darin, das Schnittgut zu der Brennstelle zu transportieren. Das Entbuschen selber erfolgt mit Freischneidern und Motorsägen. Wichtig sind festes Schuhwerk, feste Kleidung und Arbeitshandschuhe ! Für ein Frühstück ist gesorgt. .

Treffpunkt: Rastplatz am westlichen Ende des Steinholzwaldes bzw. am östlichen Beginn der Trockenrasenhänge (Harslebener Berge). Hierher gelangt man am besten ab Westerhausen auf der Straße „Am Fischberg“ .Diese Feldstraße führt direkt zu diesem Rastplatz. Dieser Weg ist auch als Wegelebener Weg bekannt.

 

Verbuschung im Naturschutzgebiet Harslebener Berge

Beim Entbuschungseinsatz

Naturschutzhelfer aus Halberstadt und Quedlinburg: Wohlverdientes Frühstück.