Den Menschen im Vogtland wird der Tod von Sigmund Jähn besonders nahe gehen. „Er war immer einer von uns, zurückhaltend und bescheiden“, so der Bürgermeister von Morgenröthe -Rautenkranz, der Geburtsstadt von Jähn.

Am 21. September ist Dr. Sigmund Jähn im Alter von 82 Jahren verstorben.

Sehr viele Menschen, die nun voller Hochachtung von Jähn sprechen, haben ihn persönlich nie getroffen. Wir von der AG „Astronomie und Raumfahrt“ dagegen waren 2003 Gast beim internationalen Raumfahrertreffen in Morgenröthe-Rautenkranz und besuchten später seine Vorlesungen in Magdeburg und in Braunschweig. Man kann im Netz vieles über Jähns Werdegang zum Kosmonauten lesen, aber wenn die Möglichkeit besteht, ihn zu erleben, dann sind die Eindrücke von seiner Person und das Gesagte bleibend. Ich möchte fast sagen, dass das „Auditorium“ andächtig den Ausführungen über seine harte Ausbildung für Körper und Geist im „Sternenstädtchen“ folgte.

Jähn sprach auch über die Risiken der Raumfahrt. Für einen Flug um die Erde benötigt der Kosmonaut nicht nur Wissen, Neugier und körperliche Fitness, sondern auch eine gehörige Portion Mut. Seine Blessuren, die er bei der holprigen Landung davontrug, waren zu DDR-Zeiten kein Thema für die breite Öffentlichkeit.

Trotz seiner beeindruckenden Beschreibungen beim Blick aus kosmischer Höhe auf die Erde, blieb Jähn „mit beiden Beinen auf der Erde“. Er wollte nicht im Vordergrund stehen, konnte es aber nicht vermeiden, sehr oft Zentrum des Interesses zu sein.

In unserer Region besuchte er 1978 den Deersheimer Geflügelzuchtbetrieb. Die neue Polytechnisches Oberschule in Hedersleben trug bis zur Wende seinen Namen. Den letzten Höhepunkt unserer Begegnungen mit dem Fliegerkosmonauten Sigmund Jähn bildete 2015 ein langes Gespräch in Barleben.

Es war eine Ehre, ihn kennengelernt zu haben!

Jaehn webBarleben 2015 - im Gespräch mit dem Fliegerkosmonauten Wilfried Lassak und Hendrik Brücke
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2018 09 01persGespr