Pilze aktuell – September 2019

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Krause Glucke
Krause Glucke (Bild: Erika Zidek)

Leider hat sich an der Aussage vom August 2019, dass hier bei uns im Unterharz und im Harzvorland aufgrund der wochenlangen Trockenheit dem Pilzsammler gegenwärtig nur selten Pilzglück beschieden ist, nichts Wesentliches geändert. Trotzdem wurde jetzt von Pilzsammlern schon vereinzelt die sehr begehrte Krause Glucke gefunden. Diese wächst an der Stammbasis oder an Stümpfen älterer Kiefern, äußerst selten auch an anderen Nadelbäumen. Die runden anfangs weißlichen, später hellbraunen Fruchtkörper mit 10 bis 40 cm Durchmesser können bis 5 kg schwer werden. Die krause Struktur und die vielen Verästelungen des Fruchtkörpers erinnern an Blumenkohl und von weitem gesehen auch an eine auf ihrem Nest sitzende Glucke – daher natürlich auch der Name. Der sehr wohlschmeckende Pilz lässt sich vielseitig verwenden – zum Trocknen und nach der meist etwas mühevollen Säuberung hervorragend zum Braten oder für Suppen.

Pilze aktuell – August 2019

Samtfußkrempling (Tapinella atrotomentosa)

Samtfußkrempling (Bild: E. Zidek)

Aufgrund der wochenlangen Trockenheit hier bei uns im Harzvorland und im Unterharz ist dem Pilzsammler gegenwärtig nur selten Pilzglück beschieden. Dem Samtfußkrempling scheint die Trockenheit relativ wenig auszumachen. In etwas feuchteren Fichtenwäldern kann er jetzt gefunden werden, wenn auch viel seltener als in guten Pilzjahren.

Beim Samtfußkrempling handelt es sich um einen hübsch anzusehenden Pilz mit einem 10 bis 20 cm breiten  bräunlichen und feinsamtigen (nur jung) Hut. Die Lamellen sind  blassgelb bis gelbbraun gefärbt, Druckstellen färben sich braun. Auch das Pilzfleisch ist blassgelb gefärbt. Der dickliche, meist außerhalb der Hutmitte ansetzende (exzentrisch) Stiel kann bis 6 cm lang sein und weist eine dunkelbraunfilzige Oberfläche auf - ein auffälliges Erkennungsmerkmal, das auch im deutschen Namen des Pilzes seinen Niederschlag findet. Der Pilz kommt an Stümpfen und toten Wurzeln von Nadelbäumen von Frühsommer bis Herbst vor.

Zum Speisewert des Samtfußkremplings: Der Pilz schmeckt bitterlich und kommt daher als Speisepilz kaum in Betracht. Ganz junge Fruchtkörper gelten jedoch als genießbar.

Was in der Regel nicht bekannt ist – der Samtfußkrempling wird zum Färben von Wolle und Seide verwendet und ergibt grüne bis grüngelbe Farbtöne.

Pilze aktuell – Juli 2019

Grauer Wulstling (Amanita excelsa)

Grauer Wulstling
Grauer Wulstling (Bild: E. Zidek)

Ende Juni dieses Jahres wurden zur Pilzberatung bereits erste Fruchtkörper des Grauen Wulstling vorgelegt. Bis hin zum Herbst, oft massenhaft, ist dieser Pilz in unseren Laub- und Nadelwäldern zu finden – bevorzugt unter Fichte, Buche und seltener Kiefer.

Der Pilzhut ist 7 bis 12 cm breit, hellgrau bis dunkel graubraun gefärbt und mit grauweißlichen Hüllresten gesprenkelt. Der Hutrand ist nicht gerieft. Die Lamellen sind weiß gefärbt; der etwa 6 bis 15 cm lange weißliche Stiel ist mit einer weißen, gerieften Manschette versehen. Die Stielbasis bildet eine kegel- oder rübenförmige Knolle mit ein bis zwei Warzengürteln und steckt in keiner Scheide. Der Geruch des Grauen Wulstlings erinnert an Rüben oder rohe Kartoffeln bzw. wird als leicht rettichartig empfunden. Er gilt als Speisepilz, wenn auch mit minderer Qualität. Er sollte aber aufgrund der großen Verwechslungsgefahr insbesondere mit dem tödlich giftigen Pantherpilz gemieden werden.

Pilze aktuell – Juni 2019

Netzstieliger Hexenröhrling (Suillellus luridus)

Netzstieliger Hexenröhrling (Bild: E. Zidek)

Der Netzstielige Hexenröhrling zählt bei uns hier im Ostharz und Harzvorland zu den ersten Röhrlingen im neuen Pilzjahr. Was hat aber ein Pilz mit Hexen zu tun? Beim Anschneiden bzw. bei Verletzungen des Pilzes färbt sich das Pilzfleisch sofort grünlichblau, dann blau. Für noch unerfahrene Pilzsammler ist diese Verfärbung höchst verdächtig, hier kann nur Hexerei im Spiel sein! Auf keinen Fall ist das ein Speisepilz! Das trifft zwar in diesem Falle zu, doch leider fällt dieser Auffassung auch der sehr gute Speisepilz und nahe Verwandte des Netzstieligen Hexenröhrlings, der Flockenstielige Hexenröhrling, sehr oft zum Opfer. Dessen Hutfarbe ist wesentlich dunkler als die des Netzstieligen Hexenröhrlings, und sein Stiel besitzt kein Netz, sondern ist rotflockig punktiert. Zum Pilz selbst: Beim Netzstieligen Hexenröhrling handelt es sich um einen stattlichen Pilz mit einem Hutdurchmesser bis zu 20 cm. Der in der Jugend feinfilzige Hut ist olivgelb bis olivbraun gefärbt, die Röhrenmündungen sind orangerot bis rot, und das feste Pilzfleisch blassgelb. Auf dem gelblichen, kräftigen und an der Basis meistens besonders dicken Stiel befindet sich das wesentliche Erkennungsmerkmal des Pilzes – ein auffälliges gelb- bis weinrotes Netz. Der Netzstielige Hexenröhrling wächst vorwiegend auf kalkhaltigen Böden in Laubwald, in Parkanlagen, gern unter Eiche, Linde und Buche. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass der Netzstielige Hexenröhrling nicht zu den Speisepilzen zählt. Das ist zurückzuführen auf Vergiftungserscheinungen bei Genuss des Pilzes in Verbindung mit Alkohol und auch allgemeine Unverträglichkeiten.

Pilze aktuell – Mai 2019

Maipilz (Calocybe gambosa)

Maipilz
Maipilz (Bild: E. Zidek)

Der Maipilz, auch Mai - oder Georgsritterling genannt, macht auch in diesem Jahr seinem Namen wieder alle Ehre – er ist jetzt Anfang Mai bei uns hier im Landkreis bereits zu finden.

Der Maipilz bildet fleischige Fruchtkörper, die Hüte sind weiß- bis cremefarben mit einem Durchmesser von 3 bis 10 cm. Die Lamellen stehen dich gedrängt; auch der weiß gefärbte Stiel hat eine feste Konsistenz. Neben diesen Merkmalen ist der mehlartige Geruch des Pilzes ein typisches Erkennungsmerkmal.

Der Maipilz ist standorttreu; er kommt oft in großen Familienverbänden auf Weiden, Streuobstwiesen, Parks und grasigen Stellen in unseren Wäldern vor. Seine Fundstellen sollte man sich also für das nächste Jahr gut merken! Erscheinungszeit: Ende April bis Anfang Juli, Nachzügler manchmal noch später.

Der Maipilz ist ein guter Speisepilz. Neben den allgemein bekannten Zubereitungsarten ist der Maipilz gedünstet als Pilzsalat zubereitet sehr zu empfehlen.

Doch Vorsicht: Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Ziegelroten Risspilz, mit ähnlich giftigen weißen Trichterlingen und dem ebenfalls stark giftigen Riesen-Rötling. Im Zweifelsfall sollte eine Pilzberatungsstelle aufgesucht werden.

Pilze aktuell – April 2019

Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa)

Anemonenbecherling
Anemonenbecherling (Bild: E. Zidek)

Zur Blütezeit der Buschwindröschen kann man hier in unseren Laubwäldern unmittelbar neben den Buschwindröschen mit etwas Glück den hübsch anzusehenden kleinen  Anemonenbecherling finden. Der Durchmesser des braunen becherförmigen Fruchtkörpers ist selten größer als 2 cm. Der dünne  Stiel kann bis 10 cm lang werden. Dieser früh im Jahr, im April, wachsende Becherling lebt parasitisch an Windröschen, daher auch der deutsche Name Anemonenbecherling. Der Pilz ist ungenießbar.

Auch in diesem Jahr sind  bereits wieder die Fruchtkörper des genannten Pilzes zu finden. Davon konnten sich die Mitglieder der Fachgruppe Mykologie anlässlich einer Exkursion am 06.04.2019 im Unterharz überzeugen.