Eichen-Wirrling (Daedalea quercina)

Eichen-Wirrling (Daedalea quercina)
Eichen-Wirrling (Bild: Annette Meves)

Einem sehr auffälligen und schön anzusehenden Baumpilz, dem Eichen-Wirrling, kann man ganzjährig, also auch im Februar begegnen. In der Gattung der Wirrlinge ist er die einzige Art in Europa. Der auch als Eichen-Tramete bekannt gewordene Pilz wächst, wie der Name verrät, hauptsächlich an Eichen, viel seltener an Buche, Edelkastanie, Pappel und Robinie. Als Holzzersetzer und Verursacher von Braunfäule wächst er konsolenartig und oft mit zahlreichen Fruchtkörpern an alten Baumstubben. Wenn er an noch lebenden Bäumen vorkommt, ist Vorsicht geboten, denn ihre Stand- und Bruchsicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Der Hut des Eichen-Wirrlings ist ledrig mit einer holzig-korkig zähen Konsistenz, weshalb er als ungenießbar gilt. 6 - 30 cm groß können die Hüte werden. Durch die grobe lamellig-labyrinthische Unterseite kam dieser Pilz zu seiner lateinischen Bezeichnung. Dädalus (griech. Daidalos) war der Baumeister, der das Labyrinth für den Minotaurus schuf. Eine weitere Besonderheit stellt das durchgängig konstante Wachstum der Röhrenschicht dar. Andere Baumpilze dagegen bilden jedes Jahr eine neue Röhrenschicht. Verwechslungsgefahr besteht eventuell mit der Rötenden Tramete oder der Buckeltramete. Der Eichen- Wirrling ist fast weltweit verbreitet und erregte sogar das Interesse der Wissenschaft. Pharmakologisch verwertbare Inhaltstoffe werden gegenwärtig verstärkt in Pilzen gesucht und gefunden. So konnten in diesem Baumpilz antivirale Wirkstoffe und ungewöhnliche Fettsäuren nachgewiesen werden.