Eine botanische Rarität - die Weinberg-Tulpe

Wilde Tulpe – Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) in Quedlinburg

Zu den botanischen Schätzen von Quedlinburg gehört die Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) – die einzige in Deutschland wild vorkommende Tulpenart. Das Wort „wild“   besitzt dabei eine relative Bedeutung - die Weinberg-Tulpe ist ganz offensichtlich eine sehr alte „Kulturpflanze“, die aus dem Mittelmeerraum stammt und sehr früh in Weinbergen und später vermutlich auch in Gärten und Parks zur Anpflanzung gelangte und hier verwildert ist. Von hier aus fand die Weinberg-Tulpe auch ihren Weg in siedlungsnahe Wiesenflächen und „moderne“ Gärten. Die Weinberg-Tulpe wurde sicher immer nur als Zierpflanze genutzt. Es fällt auf, dass die Vorkommen der Weinberg-Tulpe mit menschlichen Ansiedlungen oder vom Menschen früher genutzten Flächen in Zusammenhang stehen. Bei der Weinberg-Tulpe handelt es sich um eine sogenannte Stinsenpflanze. So werden Pflanzenarten bezeichnet, bei denen nach einer primären Anpflanzung als eine vom Menschen genutzten Pflanzenart diese auch ohne weitere Fürsorge des Menschen dauerhaft überleben, sich vermehren und verwildern, ohne eine erhebliche Ausbreitung über den ursprünglichen Anpflanz- bzw. Anbauort hinaus zu erfahren. Oft ist dabei die ursprüngliche Landnutzung gar nicht mehr zu erkennen. Das Vorkommen der Weinberg-Tulpe kann so anzeigen, dass sich am Vorkommensort z. B. früher ein Weinberg befunden haben wird. Dies kann mehrere Jahrhunderte zurückliegen.

Eine solche Situation liegt für das Quedlinburger Vorkommen der naturgeschützten Weinberg-Tulpe im Bereich des Flächennaturdenkmals Altenburg am Stadtrand von Quedlinburg vor. Sie wächst hier auf einem Südhang in lichtem Baumschatten. In aller Regel zeichnen sich die Vorkommen durch sehr viele nicht blühende Pflanzen und nur wenige Blühpflanzen aus. Blühzeit ist der Monat April. Es erfolgt überwiegend eine vegetative Vermehrung. Die Weinberg-Tulpe bildet flach im Boden wachsende Ausläufer, die mit einer Tochterzwiebel enden. Eine Samenvermehrung findet praktisch nicht statt. Das Vorkommen der Weinberg-Tulpe ist in Sachsen-Anhalt insgesamt gefährdet.

Die Weinberg-TulpeBild: A.Reulecke

Weinberg-Tulpe mit Rotpelziger SandbieneBild: A. Reulecke

Blühender Bestand von Tulipa sylvestrisBild: A. Reulecke

Frühling in der Quedlinburger Feldflur

Frühling in der Quedlinburger Feldflur

Ein Spaziergang bzw. eine kleine Wanderung durch die Quedlinburger Feldflur zeigt uns, dass auch bei der einheimischen Blütenwelt der Frühling angekommen ist. Ein ganz typischer Vertreter dafür ist das violett blühende Märzveilchen (Viola oderata). Dieses, das mit gutem Grund auch Duft- oder Wohlriechendes Veilchen heißt, scheint in diesem Jahr besonders üppig zu blühen. Nicht selten sind dabei auch weißblühende Formen zu finden. Im Bereich z. B. des Müncheberges lohnt es sich, näher hinzuschauen. Hier blühen zusammen mit dem Märzveilchen 2 weitere Veilchenarten.   Das Rauhe Veilchen (Viola hirta) weist blaue Blüten auf und zeichnet sich durch stark behaarte Blattstiele aus. Es macht im Gegensatz zum Märzveilchen keine Ausläufer, bildet dafür aber kräftige Blütenhorste. Eine dritte Art ist das seltener zu findende Blau-Veilchen (Viola suavis). Es sieht dem Märzveilchen ähnlich und bildet ebenfalls kurze Ausläufer. Es fällt aber durch die blauen Blüten auf, die in der Mitte eine auffällig weiß gefärbte Zone aufweisen. Die Veilchenarten bastardieren sehr leicht miteinander. In einem solchen Fall kann es schwierig werden, die Arten zum unterscheiden – eine echte Herausforderung !

Märzveilchen

Bild: A. Reulecke

Raues Veilchen

Bild: W. Wandelt

Blau-Veilchen

Bild:W. Wandelt

In früheren Jahrzehnten wies auch die Quedlinburger Feldflur reiche Adonis-Bestände auf. Als Beispiel möge die Umgebung der Seweckenwarte dienen, die heute durch Buschwerk geprägt ist. Dennoch - an wenigen Standorten hat sogar in Stadtnähe das streng geschützte Adonisröschen überlebt (Adonis vernalis).

 Bild: A. Reulecke

Dies gilt auch für die weniger auffällige und nur schwer zu entdeckende Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), die an Trockenrasen-Standorte gebunden ist und sehr selten geworden ist. Nur durch intensive Pflegemaßnahmen ( Grasmahd und Entbuschung) können die letzten Vorkommen gesichert werden.

 Bild: A. Reulecke

Auch für die ersten Schmetterlinge hat der Frühling begonnen. Der Trauermantel (Nymphalis antiopa) zählt zu den Edelfaltern. So wie auch das Tagpfauenauge, der Fuchs und der Zitronenfalter gehört er zu den Schmetterlingen, die in unseren Breiten überwintern. Daher kann man sie mit viel Glück auch momentan bevorzugt in blühenden Weiden beobachten. Der Bestand der Trauermäntel ist stark rückläufig und steht auf der Vorwarnliste für bedrohte Arten in Deutschland.

Bild: A. Reulecke

 

Märzenbecherblüte im Amtmanntal

Naturschutzexkursion zur Märzenbecherblüte im Oberen Amtmanntal (Naturschutzgebiet Burgesroth-Bruchholz bei Ballenstedt)

Vom Ballenstedter Schloßpark zieht sich das Amtmanntal bis auf die das Selketal begleitenden Höhen hinauf. Im oberen Bereich umschließen zwei Quellbäche ein Traubeneichen-Hainbuchen-Waldgebiet mit eingestreuten Erlenbeständen (das Kleine Bruchholz). Hier sind markante Talwiesen bzw. große Waldwiesen zu finden. Dieses Gebiet beinhaltet viele Standorte des Märzenbechers – sowohl auf den Talwiesen, auf Quellwiesen als auch tief im Wald verborgen. Diese Standorte waren das Ziel einer Kurzexkursion der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg (17.3. 2019). An fast allen Standorten scheinen die Märzenbecherbestände einen Zuwachs an Individuen erfahren zu haben. Diese Beobachtung scheint generell für viele Märzenbechervorkommen zu gelten. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen dem zunehmend milderen Winterverlauf und der Überlebensrate der Märzenbechersämlinge. Voraussetzung für eine positive Bestandesentwicklung ist eine gute Wiesenpflege. Bei Waldstandorten (Erleninseln) ist ausreichender Lichteinfall   die wichtigste Voraussetzung für die Sicherung der isolierten Einzelvorkommen. Gefährdet ist der Märzenbecherstandort an der Kuckhornwiese. Auch hier ist das Vorkommen an eine Erleninsel gebunden. Die letzten Stürme haben die umgebenden Altfichtenbestände verwüstet. Jetzt wird Platz gemacht für Neuaufforstungen. Dies kann die Standortbedingungen für das Märzenbechervorkommen verschlechtern.

Märzenbecherwiese im Oberen Amtmanntal

Märzenbecherstandort im Kleinen Bruchholz

Windbruch im Bereich der Kuckhornwiese

Märzenbecherstandort an der Kuckhornwiese

 

Flächenberäumung für Neuaufforstung

Naturschutz-Pflegeeinsatz

Naturschutz-Pflegeeinsatz in den Harslebener Bergen

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge statt. Termin: Sonnabend, 30. 3. 2019, 8 Uhr, Treffpunkt im NSG am ehemaligen Wildacker an der Straße von Westerhausen nach Harsleben. Ende gegen 12 Uhr. Es geht wieder darum, die fortschreitende Verbuschung vor allem mit Weißdorn und Heckenrosen zurückzudrängen. Das diesjährige Einsatzgebiet sind die sogenannten Hinterberge, d. h. die Flächen in Richtung Thekenberge. Das Strauchwerk wird in erster Linie mit Freischneidern abgeschnitten. Das Schnittgut muss aus den Flächen herausgetragen werden. Leichte Harken sind dabei hilfreich. Wichtig sind in erster Linie feste Arbeitshandschuhe, geeignete Kleidung und stabile Schuhe. Die Naturschützer aus Halberstadt und aus Quedlinburg laden dazu alle Unterstützer ein. Für ein Frühstück wird gesorgt.

 

Naturschutzkonferenz 2019

Jahreshauptversammlung 2019 der Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz

Gäste sind wie immer herzlich willkommen !

Tagungsort: Hörsaal C der Hochschule Harz in Wernigerode

Friedrichstraße 57 – 59 (L 100 von Wernigerode Richtung Elend/Schierke)

Termin: Sonnabend, den 23. 2. 2019, 9.00 Uhr

Vorgesehener Ablauf:

09:00 Uhr              Eröffnung durch Herrn Dr. Uwe Wegener

09:15 -10:15 Uhr: Jahresberichte der Verbände – Kurzbeiträge und Diskussion

10:15 -10:45 Uhr: Kaffeepause

10:45 -12:30 Uhr: Fortsetzung Jahresberichte – Kurzbeiträge und Diskussion

12:30 -13:30 Uhr: Mittagspause

13:30 -14:00 Uhr: Marc Kinkeldey: Das Jahr 2018 – Bilanz eines extremen Jahres aus der Brockensicht

14:00 -15:00 Uhr: Norbert Rußwurm: Botanische „Edelsteine“ in den Harslebener Bergen und im Steinholz und ihr Schutz

 

Die einladenden Natur- und Umweltschutzverbände:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands e. V. (BUND)

Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V.

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)

Gesellschaft zur Förderung des Nationalparkes Harz e. V. (GFN)

Die Umweltverbände wünschen eine gute Anreise nach Wernigerode und einen guten Verlauf des Jahres 2019 !

Vortragsveranstaltungen 2019

Öffentliche Vortragsveranstaltungen der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. im Jahr 2019 - alle auf einen Blick !

(Diese Veranstaltungen finden alle im Bildungshaus Quedlinburg der Kreisvolkshochschule Harz, Heiligegeiststraße 8, Raum Raum Einstein, statt. Sie beginnen jeweils 19 Uhr. Gäste sind dazu herzlich eingeladen und willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.)

Mittwoch, 9. 1. 2019, 19 Uhr

Thema: Ackerwildkräuter im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Referent: Armin Hoch

Bunt blühende Felder mit Kornblumen, Rittersporn und Mohn sind eine Idealvorstellung geworden. Einst mit dem Ackerbau nach Mitteleuropa gelangt, sind die meisten Ackerwildpflanzen inzwischen in ihrer Existenz stark bedroht. Reste der ursprünglichen Ackerwildflora sind nur noch an wenigen Standorten z. B. an Ackerrändern im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz zu finden. Diese stellt Armin Hoch (Hain) in Wort und Bild vor. Dabei wird der Zusammenhang zur Entwicklung des Ackerbaus in unserer Region verdeutlicht.

 

Mittwoch, 13. 2. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturrefugium Selketal

Referent: Annette Westermann

Das Selketal ist ein weitgehend naturbelassenes Mittelgebirgstal. Es gehört zu den artenreichsten Gebieten Deutschlands. Durch seine einzigartige Geologie und Lage weist es viele verschiedenartige, hoch schützenswerte Biotoptypen mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt auf. Mit ihren Fotos gibt Annette Westermann (Ballenstedt) einen Einblick in die Schönheiten, Seltenheiten und Einmaligkeiten des unbedingt zu schützenden Selketals. "

 

 

Mittwoch, 13. 3. 2019, 19 Uhr

Thema: Die Fichte im Harz – Vergangenheit und Zukunft

Referent: Dr. Uwe Wegener

Die Wetterkapriolen der letzten Jahre haben der Baumart Fichte stark zugesetzt. Besonders das Jahr 2018 zeigte im Harz einen dramatischen Verlauf, der sich 2019 fortsetzen wird. Uwe Wegener (Halberstadt) stellt die Daten eines Langzeitversuches zur Dynamik des Bestandes der Brockenfichten vor. Mögliche Parallelen zu der Entwicklung des Wirtschaftswaldes werden abgeleitet. Vergleiche zu anderen fichtendominierten Mittelgebirgen führen zu der Frage, ob es Alternativen für die Fichte gibt? Wird sie der „Brotbaum“ des Mittel- und Oberharzes bleiben?

 

 

Mittwoch, 10. 4. 2019, 19 Uhr

Thema: Begegnungen mit den Bären Kamschatkas

Referent: Prof. Dr. Hagen Herdam

Die russische fernöstliche Riesenhalbinsel Kamtschatka ist 7.740 Flugkilometer von Deutschland entfernt. Nach dem weiten Anflug können abgelegene Regionen Kamtschatkas nur durch einen weiteren Hubschrauberflug erreicht werden. Fernab der menschlichen Zivilisation lassen sich Bären durch die Anwesenheit des Menschen nicht beim Lachsfang stören. So sind einmalige Bilddokumente entstanden, die Hagen Herdam (Straßberg) vorstellt. Natürlich wird auch von den sonstigen Reiseerlebnissen berichtet.

 

 

 

Mittwoch, 8. 5. 2019, 19 Uhr

Thema: Fische, Krebse und andere Wasserorganismen der Harzgewässer

Referent: Otfried Wüstemann

Das Wasser prägt wie kein anderes Element die Landschaft des Harzes. Die Entwicklung der an das Wasser gebundenen Tier- und auch Pflanzenwelt ist ein Indikator dafür, wie es um unserer Umwelt bestellt ist. Otfried Wüstemann (Wernigerode) beobachtet seit Jahren diese Dynamik und gibt dazu in seinem Vortrag in Wort und Bild Auskunft. Von besonderem Interesse ist dabei die Entwicklung der Bestände der einheimischen Bachforelle, der Westgroppe und des Bachneunauges und z. B. auch des Edelkrebses. Das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den Gewässern und den an diesen Lebensraum gebundenen Tier- und Pflanzenarten ist wichtig zum Verständnis vieler Vorgänge in der Natur.

 

 

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19 Uhr

Thema: Von der Bodeaue bis zum Heidberg

Referent: Roland Schweigert

In seinem Diavortrag berichtet R. Schweigert (Ditfurt) über interessante naturkundliche Beobachtungen rund um den Ort Ditfurt. Ob Pflanzen, Säugetiere, Pilze, Vögel oder Insekten - immer wieder gibt es Neues zu berichten.Dabei wird auch auf ökologischen Zusammenhänge, die Gefährdung und den notwendigen Schutz der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten unserer heimischen Natur hingewiesen. Auch Heimatgeschichtliche Aspekte bleiben im Vortrag nicht unerwähnt.

 

 

 

Mittwoch, 11. 9. 2019, 19 Uhr

Thema: Die Pflanzenwelt des Oberharzes

Referent: Dr. Hans-Ulrich Kison

Zu den herausragenden botanischen Besonderheiten des Harzes gehören seine höchsten Lagen um den Brocken, die Torfhäuser Hochfläche und den Acker-Bruchberg-Zug. Hier hat sich eine bedeutsame Vegetation mit arktischen und borealen Pflanzenarten etablieren können. Sie sind die wichtigsten Leitarten des Gebietes, das vollständig vom Nationalpark Harz eingeschlossen wird. Für den knapp 25.000 ha großen Nationalpark ist in den zurückliegenden Jahren eine aktuelle Liste der vorhandenen Pflanzenarten erstellt worden. Diese ist Grundlage des Vortrages von Hans-Ulrich Kison (Quedlinburg). Der Referent vermittelt eine Übersicht zur natürlichen Vegetation des Oberharzes und macht deutlich, wie die jahrhundertelange Bewirtschaftung der Harzwälder sich auf diese auswirkte. Der Vortrag ermöglicht einen Einblick in eine alte Kulturlandschaft und ihre aktuelle Pflanzenwelt mit knapp 1.200 Sippen an Farn- und Blütenpflanzen.

 

 

Mittwoch, 9. 10. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturbeobachtungen der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz

Die Mitglieder der IG berichten in Kurzvorträgen von ihren individuellen Naturbeobachtungen. Gleichzeitig wird auch über aktuelle Probleme des Natur- und Umweltschutzes der heimatlichen Region informiert. Exkursionsberichte ergänzen die Vortragsveranstaltung.

Mittwoch, 13. 11. 2019, 19 Uhr

Thema: Naturerlebnisse in den Pyrenäen

Referent: Norbert Rußwurm

Die Pyrenäen sind ein Gebirge mit ganz besonderen landschaftlichen Schönheiten. Auf beiden Seiten des Gebirgszuges führen tief eingeschnittene Tälern   in alpine Höhen und enden oft in felsigen Gebirgskesseln (z. B. im Cirque de Gavarnie), über denen auch im Sommer schneetragende Berge thronen, von denen der Aneto 3400 m Höhe erreicht. Norbert Rußwurm (Quedlinburg) hat im Sommer 2018 die grandiose Pyrenäenlandschaft bereist. In seinem Bildvortrag stellt er die einmalige Tier- ( 3 Geierarten) und Pflanzenwelt (bemerkenswert sind z. B. die Breitblättrige Iris und die Pyrenäen-Lilie) vor. Gleichermaßen berichtet er von seinen Erlebnissen als Bergwanderer.

 

Freitag, 13. 12. 2019 , 18 Uhr – 24 Uhr

Weihnachtsfeier der IG – Mitglieder

Ort: Bildungshaus Quedlinburg

Raum Einstein; 1. OG Heiligegeiststraße 8 Quedlinburg

Borneo - das Land der zerstörten Urwälder

Borneo - das Land der zerstörten Urwälder


Dies ist das Thema der öffentlichen Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg am Mittwoch, dem 14. 11. 2018, 19 Uhr , im Quedlinburger Bildungshaus ,Heiligegeiststraße 8, Raum Einstein. Referentin ist Frau Katrin Hoffmann-Gerloff.

Um angeblich ökologisch gewonnenes Palmöl in entwickelte Länder exportieren zu können, wird auf der Insel Borneo (der Großteil gehört zu Indonesien) in einem verheerenden Ausmaß der tropische Urwald ausgeraubt und abgebrannt. So gewinnt man riesige Flächen für den Monokultur-Anbau von Ölpalmen. Wo der Urwald stirbt, stirbt auch die bodenständige Tier- und Pflanzenwelt. Dort stirbt auch der Orang-Utan aus– der rothaarige intelligente „Waldmensch“.

Auch der Mensch verliert seine Heimat. Katrin Hoffman-Gerloff (Gernrode) hat Borneo hautnah auf Urwaldpisten und im Speedboot bereist bzw.   beim Besuch einer Menschenaffen-Auswilderungsstation und bei Treffen mit der indigenen Dayak-Bevölkerung kennen gelernt. In ihrem Bildvortrag   berichtet sie über das Erlebte.

Eine Vorstellung über die Entwicklung des Anbaus von Ölpalmen in Indonesien vermittelt   nachfolgende Graphik:

Anbau-lpalme.gif - 12,79 kB

 

Die EU-Länder sind ein wichtiger Abnehmer des Palmöls als vermeintlich ökologisch unbedenklicher nachwachsender Rohstoff. Dazu hat die EU 2009 vermeintlich strenge Kriterien festgelegt. Nachwachsende Rohstoffe dürfen u. a. nicht auf folgenden Flächen angebaut bzw. gewonnen werden:

Primärwald und andere bewaldete Flächen mit einheimischen Arten, in denen es kein deutlich sichtbares Anzeichen für menschliche Aktivität gibt und die ökologischen Prozesse nicht wesent­lich gestört sind;

Flächen für den Schutz seltener, bedrohter oder gefährdeter Ökosysteme oder Arten, die in internationalen Übereinkünf­ten anerkannt werden oder in den Verzeichnissen

zwischenstaatlicher Organisationen oder der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur aufgeführt sind, vorbehaltlich ihrer Anerkennung gemäß dem Verfahren

des Artikels 18 Absatz 4 Unterabsatz 2,sofern nicht nachgewiesen wird, dass die Gewinnung des Rohstoffs den genannten Naturschutzzwecken nicht zuwiderläuft;

Genau diese Kriterien werden ganz sicher in Indonesien nicht erfüllt. Dies sollte uns   sehr nachdenklich machen.

Datenschutzerklärung der IG Ornithologie

Ergänzend zur  Datenschutzhinweise für Vereinsmitglieder (Download, pdf-Format) und der  allgemeinen Datenschutzerklärung  gilt in unserer IG folgende Verfahrensweise:

Es gibt eine Liste der Mitglieder mit deren Anschrift und mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Diese Liste wird bei Wunsch allen Mitgliedern zur persönlichen Verwendung zur Verfügung gestellt.

Jedes Mitglied gibt bei der Aufnahme eine Erklärung ab, ob es mit der Weitergabe dieser Daten an andere Mitglieder einverstanden ist. Wenn dieses Einverständnis nicht ausgesprochen wird, enthält die Mitgliederliste ( für Mitglieder) nur den Namen, aber nicht die anderen Informationen.

Der Adressen- und Telefonnummernaustausch wird von den Mitgliedern als unverzichtbar angesehen.

Vortrag über die Sand-Silberscharte

Hinweis auf den Vortrag

Schutz für die Sand-Silberscharte

Referent: Florian Kommraus

Mittwoch, den 11. April 2018, 19 Uhr , im Quedlinburger Bildungshaus "Carl Ritter " Raum Einstein, Heiligegeiststraße 8.

Zu dem Vortrag laden ein: Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur – und Heimatverein Quedlinburg e. V. und Kreisvolkshochschule Harz. Gäste sind herzlich willkommen.

Die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) ist ein Korbblütler. Die Pflanze wird 20-70 cm hoch, sie blüht von Juli bis September. Die Pflanze braucht etwas kalkhaltigen, locker-humosen Sandboden in sommerwarmer Klimalage. Sie besiedelt lückige Sandrasen, lichte Kiefern-Trockenwälder und Binnendünen. In Sandgebieten zwischen Neckar- und Mainmündung, am Mittellauf des Mains, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen kommt sie selten vor. Sonst fehlt sie in Mitteleuropa. Die Silberscharte fällt im Blütenkonzert anderer Korbblütler nicht besonders auf. Sie ist dennoch nach deutschem und europäischen Recht streng geschützt:

nach Bundesnaturschutzgesetz seit 31.08.80

und nach europäischem Recht, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie EG 2013/17 [FFH] Anhang:II, FFH-Richtlinie EG 2013/17 [FFH] Anhang:IV).

Weshalb besteht dieser besondere Schutzstatus ?

Die Sand-Silberscharte ist ein kontinentales Florenelement, das heißt eine Pflanzenart, die von Süd- und Mittelrussland bis Westsibirien und weiter bis zum Altai sowie von den Kaukasusländern bis nach Turkestan weit verbreitet ist. Disjunkte (abgetrennte) Vorkommen liegen im Elbe- und Rhein-Main-Gebiet in etwa 500 km vom geschlossenen Hauptareal entfernt. Die Silberscharte ist mit dieser Verbreitung bei uns ein Zeuge der nacheiszeitlichen Wiederbesiedlung unserer Region mit kontinentalen Flordenelementen und der späteren Veränderungen der damaligen Steppenflora. Die Silberscharte ist heute bei uns sozusagen ein Restposten der früheren Verbreitung. Dies macht den besonderen Wert dieser Pflanzenart für Deutschland aus. Dazu kommt, dass an allen Standorten die weitere Existenz dieser Pflanzenart sehr bedroht ist. Daraus ergeben sich der heute strenge Schutz dieser Pflanzenart und auch die Verantwortung   für deren Erhalt.

In Sachsen-Anhalt und im nördlichen Harzvorland liegt ein deutschlandweiter Verbreitungsschwerpunkt der seltenen Pflanzenart.

Im Vortrag von Florian Kommraus werden neben einer Vorstellung der Silberscharte die Gründe für ihren Rückgang dargestellt. Detailliert wird auf Maßnahmen zu ihrem Schutz eingegangen, die seit 2008 erfolgreich in mehreren vom Land Sachsen-Anhalt über ELER-Mittel geförderten Projekten umgesetzt wurden. Im Vortrag wird speziell die Entwicklung der Populationen im nördlichen Harzvorland behandelt. Knapp über die Hälfte der Populationen Sachsen-Anhalts liegt zwischen Quedlinburg und Blankenburg, der Großteil dieser Populationen ist jedoch sehr klein und nimmt aktuell weiter ab.

W. Wandelt

Blüte Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides)

 

Entbuschungseinsatz

7. April 2018 - Entbuschungsarbeiten im Naturschutzgebiet Harslebener Berge / Steinholz

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Entbuschungseinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge / Steinholz statt. Termin ist Sonnabend, der 7. April 2018. Der Arbeitseinsatz beginnt 8 Uhr und endet gegen 12 Uhr. Ziel des Einsatzes ist das Zurückdrängen der Verbuschung der Offenflächen vor allem mit Weißdorn und Heckenrosen. Diese Verbuschung bedroht die wertvolle Steppenflora, vor allem auch die Bestände des Adonisröschens. Im Naturschutzgebiet Harslebener Berge/ Steinholz führen Naturschützer aus Halberstadt und Quedlinburg schon seit vielen Jahren einen gemeinsamen Entbuschungseinsatz durch. Unterstützer sind herzlich willkommen ! Die wichtigste Arbeit besteht darin, das Schnittgut zu der Brennstelle zu transportieren. Das Entbuschen selber erfolgt mit Freischneidern und Motorsägen. Wichtig sind festes Schuhwerk, feste Kleidung und Arbeitshandschuhe ! Für ein Frühstück ist gesorgt. .

Treffpunkt: Rastplatz am westlichen Ende des Steinholzwaldes bzw. am östlichen Beginn der Trockenrasenhänge (Harslebener Berge). Hierher gelangt man am besten ab Westerhausen auf der Straße „Am Fischberg“ .Diese Feldstraße führt direkt zu diesem Rastplatz. Dieser Weg ist auch als Wegelebener Weg bekannt.

 

Verbuschung im Naturschutzgebiet Harslebener Berge

Beim Entbuschungseinsatz

Naturschutzhelfer aus Halberstadt und Quedlinburg: Wohlverdientes Frühstück.

EU-Naturschutzförderung

Erläuterungen zu dem Brief der IG Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg an Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltministerin, Prof. Dalbert

(12. März 2018)

Wie fördert die EU Naturschutzaufgaben ?

Die Gestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik ab dem Jahr 2020.

Aktuell beschäftigen sich die EU-Gremien u. a. mit der Gestaltung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ab dem Jahr 2020.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)ist dabei die Antwort Europas auf die Notwendigkeit, den 22 Millionen Landwirten und landwirtschaftlichen Arbeitskräften in Europa einen angemessenen Lebensstandard zu sichern und für seine 500 MillionenBürgerinnen und Bürger eine stabile Versorgung mit einer breiten Palette an sicheren Lebensmitteln zu gewährleisten.

Als gemeinsame Politik für alle 28 EU-Länder stärkt die GAP die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Landwirtschaft in der EU, indem sie Direktzahlungen zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen bereitstellt und mit Hilfe nationaler (oder regionaler)Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum Projekte finanziert, die auf die besonderen Bedürfnisse in den einzelnen Ländern zugeschnitten sind.

Auch in der Vergangenheit wurden im Rahmen der agrarischen Produktion Leistungen für den Schutz der Natur gefördert. Ein Beispiel dafür ist die Förderung der Schafhutung als ein Instrument von Landschaftspflege und Naturschutz.

Gerade dieses Beispiel lässt aber auch die Unzulänglichkeiten der bisherigen Förderung in diesem Bereich erkennen. Ökologisch und landeskulturell wertvolle Offenflächen verbuschen und verwalden, immer mehr Schäfer geben ihre Tätigkeit auf. Die heutige landwirtschaftliche Produktion und die Landnutzung werden begleitet von einem Voranschreiten der Reduzierung der biologischen Vielfalt und dem Artentod. Dem muss Einhalt geboten werden. Dafür sind jetzt und im Zeitraum bis 2020 die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

Ein Blick in die aktuelle EU-Fördersituation:

Der EU-Haushalt (Zahlungen) insgesamt beträgt 2017 134,49 Mrd. Eur.

Dabei sind die wichtigsten Ausgabenbereiche (2015):

46 % intelligentes und integratives Wachstum in der EU, aufgeteilt wie folgt:

  • 34 % – Unterstützung unterentwickelter Regionen und benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen in der EU
  • 12 % – Förderung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen

41 % – Erzeugung sicherer Lebensmittel, innovative Landwirtschaft sowie effiziente und nachhaltige Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen


Im EU-Haushalt für 2017 stehen rund 43 Milliarden Euro für die Landwirte bereit.


Insgesamt stehen für die Agrarförderung in Deutschland von 2014 bis 2020 jährlich rund 6,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Die EU-Förderung verteilt sich dabei auf zwei Säulen.

  1. Aus der ersten Säule ( mit einem Volumen von 5,0 Milliarden Euro) finanzieren sich die Direktzahlungen an die Landwirte, die – bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen – je Hektar landwirtschaftlicher Fläche gewährt werden. Dabei sind ausdrücklich bestimmte Standards (sogenannte "Cross Compliance") einzuhalten. Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der Betriebe aus. Gerade für die Existenz kleinerer und mittlerer Betriebe und für die Bewirtschaftung von benachteiligten Regionen sind sie von großer Bedeutung. 30 Prozent der Mittel für Direktzahlungen (also rund 1,5 Milliarden Euro) werden – im Rahmen des sogenannten Greenings – an die Einhaltung bestimmter, dem Klima- und Umweltschutz förderlicher Landbewirtschaftungsmethoden gebunden, die über die bereits heute geltenden Cross-Compliance-Standards noch hinausgehen.
  2. 2.Die zweite Säule umfasst gezielte Förderprogramme für die nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und die ländliche Entwicklung. Dazu zählen unter anderem Agrarumweltprogramme und die Förderung des ökologischen Landbaus. Für die zweite Säule stehen in Deutschland jährlich rund 1,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung, die mit weiteren nationalen Mitteln kofinanziert werden müssen.

Was versteht man unter Greening?

Zunächst zum Begriff:

Wie kann man den Begriff Greening übersetzen ? Zutreffend kann man sicher „Grün machen“ sagen. Die direkte Förderung der landwirtschaftlichen Produktion soll eine ökologische Komponente bekommen.

Im Klartext: Die Produktionsförderung, die zu Mais- und Rapsmonokultur mit den nicht zu übersehenden gravierenden Umweltschäden bzw. Umweltbelastungen und unter anderem auch zu einem gravierenden Arten-Verlust führt, soll mit „Grün machen“ ökologisch verträglicher gestaltet werden.

Die Greening-Prämie:

Das Greening der Direktzahlungen in der ersten Säule hat zur Folge, dass Landwirte 30 Prozent ihrer Direktzahlungen, die so genannte Greening-Prämie, nur dann erhalten, wenn sie konkrete, zusätzliche Umweltleistungen erbringen. Nach einer Übergangszeit können bei sehr starken Verstößen gegen die Greening-Auflagen die Prämienkürzungen sogar deutlich über den Anteil von 30 Prozent der Direktzahlungen hinausgehen, der auf die Greeningprämie entfällt.

Was ist Greening ?

Das Greening umfasst den Erhalt von Dauergrünlandflächen (wie Wiesen und Weiden), eine verstärkte Anbaudiversifizierung (größere Vielfalt bei der Auswahl der angebauten Feldfrüchte) sowie die Bereitstellung sogenannter "ökologischer Vorrangflächen" auf Ackerland.

Das Greening ist verpflichtend für alle Landwirte, die Direktzahlungen beantragen. Ausgenommen vom Greening sind lediglich Betriebe, die unter die Kleinlandwirteregelung fallen, sowie Betriebe des ökologischen Landbaus. Nicht betroffen sind außerdem Betriebe mit ausschließlich Dauerkulturen (z.B. Wein, Obst und Hopfen), da es für Dauerkulturen keine spezielle Greening-Vorschrift gibt. Darüber hinaus gibt es weitere Sonderregelungen für kleinere Betriebe und Betriebe mit hohem Grünlandanteil.

Was sind ökologische Vorrangflächen (als eine Maßnahme des Greenings)?

Landwirtschaftliche Betriebe müssen grundsätzlich zunächst fünf Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereitstellen. Diese Flächen müssen im Umweltinteresse genutzt werden (z.B. zum Erhalt von Hecken oder als Pufferstreifen zu Gewässern). Eine landwirtschaftlich produktive Nutzung bleibt unter bestimmten Bedingungen aber zulässig.

Einzelmaßnahmen und die Bewertung ihrer Wertigkeit im Vergleich mit einer Stillegungsfläche:

Hecken, Gehölzstreifen, Baumreihen und, Gräben, (soweit unter CC-Schutz) 2,0
Pufferstreifen, Feldrandstreifen;
Feldraine, Einzelbäume und Feldgehölze (soweit unter CC-Schutz);
Streifen beihilfefähiger Flächen entlang von Waldrändern ohne Produktion
1,5

Stilllegung, Agroforstflächen und Aufforstungsflächen;

Steinwälle, Terrassen und Feuchtgebiete (soweit unter CC-Schutz)

1,0
Anbau von Stickstoff bindenden Pflanzen (Leguminosen) 0,7
Zwischenfruchtanbau, Kurzumtriebsplantagen 0,3

Es ist leicht zu erkennen, dass es für den Landwirt kompliziert ist rechnerisch zu sichern, dass der geforderte Greening-Anteil von 5 % seiner Ackerfläche erreicht wird. Dies ist Voraussetzung, dass die Direktförderung/ha Betriebsfläche nicht nur zu 70 %, sondern zu 100 % ausgezahlt wird.

Es ist auch für den Nichtlandwirt erkennbar, dass die notwendigen Greening-Prozente für einen Intensiv-Ackerbaubetrieb vermutlich am ehesten mit Zwischenfruchtanbau erreicht werden können. Mit dieser Maßnahme und auch mit der Ackerstillegung oder einem erweiterten Leguminosenanbau kann aber der zu verzeichnende Verlust an Artenmannigfaltigkeit weder gebremst noch gar rückgängig gemacht werden. Dieses Greening ändert nichts daran, dass Mais- und Raps-Intensivflächen keinen Lebensraum z. B. für Vögel darstellen, der Artentod weiter voranschreitet. Dies ist ein Grund, weshalb für den Zeitraum nach 2020 eine effektivere Ausgestaltung der EU-Naturschutzfinanzierung zu fordern ist.

(Verwendete Quelle: www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Agrarpolitik/)

Die Analysen des IST:

In Vorbereitung der nächsten EU-Landwirtschaftsförderperiode haben Fachleute die Effizienz u. a. der Greenigmaßnahmen in Beziehung gesetzt zu dem Finanzbedarf, der erforderlich ist, um den Anforderungen für den Naturerhalt gerecht zu werden.

Das Prüfergebnis sieht ernüchternd aus:

„Die europäische Naturschutzpolitik konnte, trotz vieler Erfolge insbesondere im Artenschutz, den andauernden Verlust der Biodiversität nicht stoppen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Naturschutzförderung weder qualitativ ausreichend, noch zielgerichtet genug stattfindet. Verschiedene Defizite in der Programmierung der Fonds und bei der Verwendung der Mittel führen dazu, dass zu wenig Geld in den Naturschutz investiert wird und wissenschaftliche Erkenntnisse nicht immer zielgerichtet berücksichtigt werden.“

Wie sollte es nach 2020 in der EU-Umweltschutzpolitik weiter gehen ?

„Um den aufgezeigten dramatischen Verlust an Biodiversität aufzuhalten, ist eine effektivere und effizientere Ausgestaltung der EU-Naturschutzfinanzierung notwendig. Eine unveränderte Beibehaltung der gegenwärtigen Finanzierung ist aus Sicht des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) und des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (April 2017) keinesfalls zu empfehlen.“

Wer ist SRU ? Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (kurz SRU) ist ein wissenschaftliches Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung. Der SRU begutachtet die Umweltsituation in Deutschland und berät die Bundesregierung hinsichtlich ihrer zukünftigen Umweltpolitik.

Die beiden genannten Gremien sehen dafür 2 Möglichkeiten:

„ Zum einen könnte ein eigenständiges EU-Finanzierungsinstrument für den Naturschutz geschaffen werden. Dies wird derzeit auf nationaler, aber auch auf europäischer Ebene von verschiedenen Akteuren aus Politik, Verbänden und Wissenschaft gefordert.

Zum anderen könnte der bisherige integrierte Finanzierungsansatz weiterentwickelt und Naturschutzbelange in der 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik gestärkt werden

(Quelle:http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/
2016_2020/2017_04_Stellungnahme_Naturschutzfinanzierung.pdf?__blob=publicationFile)

Jetzt die Stimme für eine bessere und nachhaltige Förderung des Naturschutzes erheben !

In Vorbereitung der EU-Entscheidungen für den Förderzeitraum nach 2020 ist eine ergebnisoffene Diskussion der vorliegenden Situation erforderlich. Dazu sollten sich alle Naturschutz- und Umweltverbände einbringen. Ein „weiter so wie bislang“ wäre unverzeihlich. Deswegen hat sich die Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg in einem Brief an die Landwirtschaftministerin Sachsen-Anhalts, Prof. Dalbert, mit der Forderung gewendet, alles in ihren Kräften stehende dafür zu tun, dass im EU-Haushalt nach 20120 eine eigenständige Finanzierung für Naturschutzaufgabenstellungen und für den Schutz unserer Kulturlandschaft (Landschaftsschutzgebiete) gesichert wird und Leistungen für diese Aufgabenstellung als gesellschaftlich notwendige Dienstleistungen gewertet werden.

Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung 2018 der Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz (24. 2. 2018) haben diesen an die Landwirtschafts- und Umweltministerin gerichteten Forderungen im vollen Umfange zugestimmt.

 Zusammenstellung der Angaben: Dr. Werner Wandelt


Winterlingblüte im Naturschutzgebiet "Steinholz"

Winterlingblüte im Quedlinburger Naturschutzgebiet Steinholz

Dem Quedlinburger Naturschutzgebiet Steinholz ist am östlichen Ende der Petersberg vorgelagert. Auf der Südseite dieses Sandsteinberges entlang führt ein mit Linden bestandener Fahrweg direkt zum Anfang des Steinholzes. Wegen ihrer Schönheit wurde diese Lindenallee als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Alle Bäume dieser Anpflanzung weisen eine Besonderheit auf: Am Stamm - vor allem im unteren Stammbereich -bilden sich große, mit dicker brockiger Rinde bedeckte Aufwölbungen, die die Lebenskraft der Bäume offensichtlich nicht beeinträchtigen, üblicherweise in dieser Form bei Linden aber nicht zu finden sind. Eine Abzweigung des Fahrweges führt zwischen Petersberg und Steinholz und den hier befindlichen sehr großen Steinbrüchen auf die Nordseite des Steinholzes. Geht man hier zunächst über unbewaldete Flächen bis auf die bewaldete Höhe hinauf, so ist hier in der Nähe der Steinbruchkante mitten im Wald ein Fläche mit einem dichten Bestand von Winterling (Eranthis hyemalis) zu finden. Die Blühfläche dürfte rund 20 m² groß sein. Der Winterling ist nicht einheimisch. Das Vorkommen existiert hier schon viele Jahre. Wie es entstanden ist, ist nicht bekannt. Das zunächst nur kleine Vorkommen hat sich im Lauf der Jahre beachtlich ausgedehnt. In der Frühlingssonne bietet es einen unerwarteten, prächtigen Anblick. Der beeindruckende Flächenzuwachs dürfte seine Ursache darin haben, dass die Winter milder geworden sind und die empfindlichen Sämlinge in viel größerer Anzahl als früher überleben. Die gleiche Ausbreitungstendenz ist an vielen anderen Standorten zu beobachten, in Gärten, in Parkanlagen und in der Natur dort, wo offensichtlich mit Gartenabfällen unbeabsichtigt Samen verbreitet wurden.

Die naturgeschützte Lindenalle

P1330589 k Linden am Steinholz

 Linde am Steinholz

P1330590 k Linde am Steinholz

Winterlingblüte im Steinholz

P1330600 k Winterlingblte

 

Brief an Landwirtschafts- und Umweltministerin Frau Prof. Dalbert

Interessengemeinschaft   Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg

im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V.

Leiter: Dr. sc. Werner Wandelt   , Albert-Schweitzer-Str. 21 , 06484 Quedlinburg

Tel.: 03946 52335 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

                                                                                                                                       Wernigerode, den 24.  Februar 2018                                                 

Ministerium für Umwelt,
Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

z. H. Frau Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert

Leipziger Str. 58
39112 Magdeburg

Betrifft: Bessere Finanzierung des Naturschutzes nach 2020

Sehr geehrte Frau Ministerin Prof. Dalbert,

wir erlauben uns an Sie die Forderung zu richten, sich in Ihrem Amt sowohl auf Landesebene und so weit möglich auch auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass bezüglich des Erhaltes wertvoller Offenflächen und vor allem der Finanzierung der dafür erforderlichen Leistungen geeignete Maßnahmen durchgesetzt werden, um die derzeit nicht nur in unserem Kreisgebiet bestehende unbefriedigende Situation zu überwinden. Es geht um den nachhaltigen Erhalt unserer Kulturlandschaft, zu der sowohl schöne Landschaften, die Tier- und Pflanzenwelt als auch vielgestaltige Naturdenkmale gehören. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um den Verlust an Biodiversität zu stoppen, es geht um mehr und effektiveren Schutz der Natur.

Wir sehen eine Übereinstimmung in den Aussagen der „Naturschutz-Offensive 2020.Für biologische Vielfalt !“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von 2015 und unserer an Sie gerichteten Forderung.

Überall dort, wo es um den Erhalt unter Naturschutz stehender Offenflächen geht, ist zu erleben, dass die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Mittel zum Erhalt dieser Offenflächen nicht ausreichen,   um den Prozess der Verbuschung und Verwaldung wirksam aufzuhalten. Auch aus unserem konkreten Erleben wird sichtbar, dass der Umgang mit einmaligen Landschaftselementen nicht als eine unmittelbare Aufgabe des nachhaltigen Erhalts von Elementen der Kulturlandschaft angesehen wird, wofür die dafür notwendigen Dienstleistungen zu erbringen und dem Dienstleister zu vergüten sind.

Es ist an der Zeit zu erkennen,   dass der Erhalt wertvoller Landschaftsräume nicht als alleinige Aufgabe der produzierenden Landwirtschaft betrachtet werden kann mit der Folge, das finanzielle Mittel für den Offenflächenerhalt überwiegend in Form von Fördermitteln für agrarische Produktion auf diesen Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Diese bisherige Verfahrensweise ist mit vielen Restriktionen verbunden. Ein Beispiel dafür: Schafhutung wird als eine wichtige Maßnahme für den Erhalt von Offenflächen angesehen. Schafhutung wird aber nur dann gefördert, wenn Schafe Gras fressen. Die notwendige parallele Entbuschung wird nicht gefördert, weil diese eben keine agrarische Produktion ist. Viel zu oft wird keine über Jahre hinweg erfolgende Schafhutung gewährleistet, weil sich die Rahmenbedingungen der agrarischen Förderung   verändern und zeitliche Unterbrechungen eintreten. Die erforderliche Nachhaltigkeit aller Maßnahmen ist nicht gewährleistet. Alternative nichtagrarische Methoden der Pflege von Offenflächen werden gar nicht oder nicht ausreichende gefördert.

Grundsätzliche Aussagen zur anstehenden Problematik werden in der Stellungnahme

„Für eine bessere Finanzierung des Naturschutzes in Europa nach 2000“ (Sachverständigenrat für Umweltfragen und Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft April 2017)

sowie im Positionspapier

„Wirksamkeit der derzeitigen EU-Naturschutzfinanzierung in Deutschland und Anforderungen für die nächste Förderperiode ab 2020“ ( LANA-Expertengruppe „EU-Naturschutzfinanzierung/ GAP 2020, 11. 8. 2016)

getroffen.

Auch aus unserer Sicht hat die bisherige Verfahrensweise Schiffbruch erlitten.

Nachhaltige Problemlösungen erfordern einen Kurswechsel. Zur Sicherung der Finanzierung der anstehenden Aufgaben und zur Überwindung der im Rahmen der landwirtschaftlichen Förderkulisse bestehenden vielfältigen Hemmnisse ist ein eigenständiges EU-Finanzierungsinstrument für den Naturschutz zwingend erforderlich.

In der letzten Zeit sind viele Stimmen laut geworden, die auf der Basis von Effizienzuntersuchungen diesen Kurswechsel   fordern. Dafür 2 weitere Hinweise:

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

flashlight europe 06/2017: The EU´s Common Agricultural Policy. Why reform is overdue. 1. Auflage 2017, 5 Seiten (PDF)

und

„NABU-Forderungen zur EU-Agrarpolitik und Naturschutzfinanzierung nach 2020“ (August 2017)

Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte setzen Sie sich für diesen Kurswechsel hin zu einer Naturschutz-Direktfinanzierung ein !

Wir sind der Auffassung, dass es einen Kurswechsel bzw. Paradigmenwechsel auch noch bezüglich einer anderen Dimension geben muss. Der Erhalt wertvoller Offenflächen als Landschaftselemente muss als eine Aufgabe ganz analog zum Erhalt von Kulturgut gesehen werden. Diese Erhaltungs- und Entwicklungsaufgaben, die auch immer Aufgaben des Erhalts und der Weiterentwicklung der biologischen Diversität und des spezifischen Naturschutzes darstellen,  sind als   Dienstleistungen zu verstehen und nicht weiter überwiegend als Teilbereiche der landwirtschaftlichen Urproduktion. Mit der Bewertung der notwendigen Leistungen als Dienstleistungen könnten viele heute bestehenden administrativen Hemmnisse bezüglich Nachhaltigkeit und Flexibilität überwunden werden. Dies bedingt selbstverständlich eine Zuständigkeit der jeweiligen Naturschutzbehörden für die Verwendung der Mittel in einem zukünftigen EU-Finanzierungsinstrument für komplexen Naturschutz.

Um bei dem gewählten Beispiel zu bleiben: Vor Ort wären es dann nicht wie bislang die Landwirtschaftsämter, die für Flächenleistungen beim Grasfressen durch Schafe Fördermittel ausreichen, sondern es wären die zuständigen Naturschutzverwaltungen, die die jeweils erforderlichen Naturschutzleistungen planen, als Auftrag vergeben und nach erbrachter Leistung vergüten.

Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte setzten Sie sich auch für diese Neubewertung der für die Zielerreichung erforderlichen Leistungen ein.

Sehr geehrte Frau Ministerin,

gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung, um unsere praktischen langjährigen Erfahrungen in den anstehenden Prozess einzubringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Werner Wandelt (Leiter der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg).

Sehr geehrte Frau Ministerin,

obiges an Sie gerichtete Schreiben wurde von den Teilnehmern der Jahresversammlung der Umwelt- und Naturschutzverbände des Harzkreises , Wernigerode , 24. 2. 2018, als Tagungsdokument bestätigt.

Rechenschaftsbericht für die Jahre 2016 und 2017

Rechenschaftsbericht der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. für den Zeitraum 2016 und 2017 (Kurzbericht)

Mitgliederversammlung/Wahlversammlung vom 14. 2. 2018

Entsprechend der Satzung der Interessengemeinschaft erfolgt jeweils für den Zeitraum von 2   Jahren die Wahl der Gruppenleitung. Im Rahmen der jeweiligen Wahlversammlung erfolgt eine Rechenschaftslegung über die Aktivitäten im Zeitraum 2016 – 2017.

Schwerpunkt der Gruppenarbeit sind die monatlichen Mitgliederversammlungen. Im Rahmen der Mitgliederversammlungen wird jeweils ein Bild-Vortrag zu Themen des Natur- und Umweltschutzes bzw. zu Natur, Land und Leuten von Ländern gehalten, die von den Mitglieder der Interessengemeinschaft besucht wurden. In der Regel werden die Vorträge von den eigenen Mitgliedern gehalten. Ziel ist es, Berichte über die heimatliche Natur in den Vordergrund zu stellen. Alle Vorträge werden als öffentliche Vorträge angeboten. Auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung mit der Kreisvolkshochschule Harz  stellen die Vorträge auch ein Seminarangebot (Natur und Umwelt) der Kreisvolkshochschule dar. Die Teilnahme an den Vortragsveranstaltungen ist unkostenfrei. Im Rahmen der Mitgliederversammlungen wird über die anstehenden Natur- und Umweltschutzprobleme insbesondere im Kreisgebiet informiert und beraten. Es erfolgt ein Ergebnisaustausch zu Naturbeobachtungen, z. B. auch zur Artbestimmung .

Die öffentlichen Vorträge waren im Berichtszeitraum folgenden Themen gewidmet:

Seealpen Schweiz

Madagaskar

Südportugal

Molekulargenetische Methoden der Artabgrenzung bei Pflanzen und Tieren

Orchideen unserer Heimat

Indonesien

Naturdenkmale in der Gemarkung Quedlinburg

Namibia

Georgien

Steppenflora vor der Haustür

Lurche und Kriechtiere unserer Heimat

Rotmilan

Sri Lanka

Triglav-Nationalpark

Botswana

Botanische Neufunde

Naturbeobachtungen der Gruppenmitglieder (Kurzvorträge)

Auf die Vortragsveranstaltungen der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg wird auf vielfältige Art und Weise hingewiesen:

Internetseite des Kultur- und Heimatvereins Quedlinburg e. V.

Internetportal Stadt Quedlinburg: Veranstaltungsplan

Internetportal Landkreis Harz: Veranstaltungsplan

Mitteldeutsche Zeitung - aktueller Veranstaltungshinweis

Wochenspiegel – Veranstaltungskalender

Seminarplan Kreisvolkshochschule: Seminarangebote

Teilnahme an den Mitgliederversammlungen bzw. Anzahl Teilnehmer an den angebotenen Vorträgen (Durchschnitt der 9 Vortragsveranstaltungen jährlich):

Mitglieder der Interessen-gemeinschaft anwesende Mitglieder Gäste

Insgesamt

Teilnehmer

2008 19 13   7 20
2009 22 14   8 22
2010 18 15 11 26
2011 22 15 12 27
2012 22 14 14 28
2013 23 16 12 28
2014 24 18 12 30
2015 24 19 16 35
2016 26 19 11 30
2017 29 19 11 30
2018 27

Dr. Werner Wandelt als Leiter der IG dankte in seinem Rechenschaftsbericht allen Gruppenmitgliedern, die in ganz unterschiedlicher Form ihr Spezialwissen als Botaniker, als Entomologe, als Ornithologe bzw. in anderen Wissensbereichen in die Naturerkundung unserer Heimat einbringen.

Zu den Aktivitäten der IG Ornithologie und Naturschutz gehörten im Berichtszeitraum:

Kurzexkursion im Raum Quedlinburg (2016 z. B. Märzenbecherblüte im Oberen Amtmannstal - NSG Burgesroth, naturgeschützte Eichen am Standort Mädchenwiese - Sternhaus, 2017 z. B. Erfassung der Baumschädigungen durch das Kiefern-Triebsterbens im Naturschutzgebiet Steinholz, Exkursion Naturschutzgebiet Müncheberg). Im Rahmen von Kurzexkursionen sollen naturgeschützte Objekte im Kreisgebiet vorgestellt und Wissen über Tier- und Pflanzenarten vermittelt werden.

2016 eine Tagesexkursion zur Orchideenblüte im Raum Niederschmon) ,

sowie jeweils eine 4-Tagesexkursion ( 2016: Biosphärenreservat Rhön, 2017: Naturpark Nossentiner / Schwinzer Heide, Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See).

Auch 2016 und 2017 erfolgte eine Teilnahme an den Entbuschungseinsätzen im NSG Harslebener Berge.

Die Zusammenarbeit mit der BUND-Gruppe Herford wurde fortgesetzt ( jährlich wechselseitig ein 3-Tage - Besuch verbunden mit diversen Exkursionen bei dem jeweiligen Gastgeber).

Traditionell findet im Sommer die Gartenparty statt. Zur Gruppentradition gehört auch die Winterwanderung jeweils am 27. 12.

Im Rechenschaftsbericht wurde bezüglich des Kreisgebietes auf folgende Konfliktbereiche im Spannungsfeld Naturerhalt und Naturverbrauch z. B. durch die Wirtschaft hingewiesen:

-Hochwasserschutz im Selketal mit einem Staudamm bei Meisdorf ,

-der geplante neue Grauwackesteinbruch bei Ballenstedt,

-ein geplanter Baumwipfelpfad auf dem Roßtrappenplateau bei Thale,

-das Verbuschen unserer Offenlandschaften ( z. H. Harslebener Berge,

Teufelsmauer)

-die geplante Ski-Erlebniswelt am Winterberg Schierke,

-die dramatische Reduzierung der Insekten-Biomasse (die „sauberen“

Windschutzscheiben) als Indikator für Umweltbelastung,

-das Betreiben einer Umwandlung der Eichenwälder des Unterharzes in

Douglasienforste,

-die Gefährdung des Naturdenkmales „Lehof“ durch Abraumaufschüttungen.

Im Rahmen der Wahlversammlung wurden der Rechenschaftsbericht und der Finanzbericht bestätigt und damit die Gruppenleitung entlastet. Für die neue Gruppenleitung für den Zeitraum 2018 bis 2019 wurden Dagmar Graf (Schatzmeister), Horst Rudolph (Stellvertreter des Leiters, Roland Schweigert (Beisitzer) und Dr. Werner Wandelt (Leiter der Interessengemeinschaft) gewählt.

Die bisherige gute Arbeit soll im Zeitraum 2018 – 2019 fortgesetzt werden. Besonderes Augenmerk soll auf ein größeres Angebot an Kurzexkursionen im Kreisgebiet gerichtet werden.

Interessierte Gäste sind zu den öffentlichen Vortragsveranstaltungen herzlich willkommen. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft freuen sich über neue Mitstreiter.

öffentliche Vorträge im Jahr 2018

Öffentliche Vortragsveranstaltungen der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. im Jahr 2018 - alle auf einen Blick !

(Diese Veranstaltungen finden im Bildungshaus Quedlinburg der Kreisvolkshochschule Harzt, Heiligegeiststraße 8, Raum Raum Einstein, statt. Sie beginnen jeweils 19 Uhr.)

Mittwoch, 10. 1. 2018

Thema:Fledermäuse und Höhlenspinnen im Harzer Altbergbau

Referent: Annette Westermann

"Aller Reichtum kommt vom Bergbau her". So heißt es - und doch scheinen der Ursprung und die damit verbundene Geschichte des einst wichtigsten Industriezweiges im Harz längst vergessen. Unzählige Bergwerke und Stollen sind verschlossen oder verschüttet. Einige dienen aber den naturgeschützten Fledermäusen als stilles Quartier. Annette Westermann (Ballenstedt) bietet mit spannenden Bildern Einblicke in die verborgene Welt des Altbergbaus und stellt seine Bewohner vor.

Mittwoch, 14. 2. 2018

Thema: Naturerkundung in den Cevennen

Referent: Annett Reulecke

Die Cevennen sind der südöstliche Teil des französischen Zentralmassivs. Annett Reulecke (Quedlinburg) stellt in ihrem Vortrag den hier seit 1979 bestehenden Nationalpark mit seinen beeindruckenden vielgestaltigen Landschaften vor. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch ursprüngliche Wälder und weite Steppen, Hochebenen mit tief eingeschnittenen Tälern und durch malerische kleine Dörfer mit Steinhäusern aus lange zurückliegender Zeit. Die Cevennen beherbergen den Wolf und Geiervorkommen. Sie sind reich an Vorkommen verschiedener Orchideenarten.

Mittwoch, 14. 3. 2018

Thema: Aktuelles Wissen über den Wolf

Referent: Antje Weber

Der Wolf wird in Deutschland wieder heimisch und nun stellt sich nach langer Abwesenheit heraus, dass unser Wissen über seine Biologie bzw. über seine Lebensweise Lücken aufweist. Mit modernen Forschungsmethoden wird auch in Sachsen-Anhalt dazu beigetragen, diese Lücken zu schließen und die Öffentlichkeit entsprechend zu informieren. Frau Antje Weber vom Wolfskompetenzzentrum Iden des Landesamtes für Umweltschutz stellt in ihrem Vortrag die aktuellen Wolf-Monitoringergebnisse Sachsen-Anhalt für die Jahre 2016 und 2017 vor. Aus den Beobachtungsergebnissen ergeben sich auch Schlussfolgerungen für eine Schadens-Prävention.

Mittwoch, 11. 4. 2018

Thema: Schutz für die Sand-Silberscharte

Referent: Florian Kommraus

Die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) weist eine gewisse Ähnlichkeit mit einer blühenden Distel auf, ist mit dieser aber nur wenig verwandt. Es handelt sich um eine sehr seltene naturgeschützte Pflanzenart, die In Sachsen-Anhalt und im nördlichen Harzvorland einen deutschlandweiten Verbreitungsschwerpunkt aufweist. Daraus ergeben sich Anforderungen an den Erhalt der Sand-Silberscharte. Im Vortrag von Florian Kommraus werden neben einer Vorstellung der Silberscharte die Gründe für ihren Rückgang dargestellt. Detailliert wird auf Maßnahmen zu ihrem Schutz eingegangen, die seit 2008 erfolgreich in mehreren vom Land Sachsen-Anhalt über ELER-Mittel geförderten Projekten umgesetzt wurden.

Mittwoch, 9.5. 2018

Thema: Pflanzen auf Schwermetall-Standorten

Referent: Dr. Hans-Ulrich Kison

Böden mit einem hohen Schwermetallgehalt  sind für die meisten Pflanzen lebensfeindlich. Es gibt aber Pflanzen, die im Laufe ihrer Entwicklung  Möglichkeiten erschlossen haben, mit  den  giftigen Schwermetallen umzugehen und sich so Konkurrenzvorteile gegenüber den Arten zu verschaffen, die derartige  Standorte nicht besiedeln können. Solche Pflanzen wurden erstmalig im 16 Jahrhundert  für unsere Region  entdeckt und  beschrieben. Ulrich Kison (Quedlinburg)  stellt solche besonderen Pflanzen- und Flechtenarten   in seinem Vortrag vor.   Es wird  dabei  auch ein Blick in die Geschichte geworfen, die gerade im Harz mit Blick auf unser Wissen zum Leben mit  Schwermetallen in unserer Umwelt sehr reich ist.

Mittwoch, 13.6. 2018

Thema: Von der Bodeaue bis zum Heidberg

Referent: Roland Schweigert 

In seinem Bildvortrag berichtet R. Schweigert (Ditfurt) über interessante naturkundliche Beobachtungen rund um den Ort Ditfurt. Ob Pflanzen, Säugetiere, Pilze, Vögel oder Insekten - immer wieder gibt es Neues zu berichten. Dabei wird auch auf ökologischen Zusammenhänge, die Gefährdung und den notwendigen Schutz der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten unserer heimischen Natur hingewiesen. Auch heimatgeschichtliche Aspekte bleiben im Vortrag nicht unerwähnt.

Mittwoch, 12. 9. 2018

Thema: Geschützte Natur in Norwegen

Referent: Norbert Rußwurm

Norwegen verfügt über einmalige Naturlandschaften, die auch wegen ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt in Form von Nationalparken besonders geschützt sind. Norbert Rußwurm (Quedlinburg) berichtet mit faszinierenden Bildern von seiner Exkursion durch den Dovrefjell - Nationalpark und die Hochgebirgslandschaft des Jotunheimen - Nationalparks und den Begegnungen z. B. mit Moschusochsen, Rentieren und Elchen und dem bei uns sehr seltenen Blaukehlchen. Beindruckend ist gleichermaßen die Welt der Kleinstrauchheiden und z. B. die Farbenpracht der individuenreichen Bestände des Nordischen Eisenhutes.

Mittwoch, 10. 10. 2018

Thema: Naturbeobachtungen der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz

Die Mitglieder der IG berichten in Kurzvorträgen von ihren individuellen Naturbeobachtungen. Gleichzeitig wird auch über aktuelle Probleme des Natur- und Umweltschutzes der heimatlichen Region informiert. Exkursionsberichte ergänzen die Vortragsveranstaltung.

Mittwoch, 14. 11. 2018

Thema: Borneo - das Land der zerstörten Urwälder

Referent: Katrin Hoffman-Gerloff

Um angeblich ökologisch gewonnenes Palmöl in entwickelte Länder exportieren zu können, wird auf der Insel Borneo (der Großteil gehört zu Indonesien) in einem verheerenden Ausmaß der tropische Urwald ausgeraubt und abgebrannt. So gewinnt man riesige Flächen für den Monokultur-Anbau von Ölpalmen. Wo der Urwald stirbt, stirbt auch die bodenständige Tier- und Pflanzenwelt. Dort stirbt auch der Orang-Utan aus– der rothaarige intelligente „Waldmensch“. Auch der Mensch verliert seine Heimat. Katrin Hoffman-Gerloff (Gernrode) hat Borneo hautnah auf Urwaldpisten und im Speedboot bereist bzw.   beim Besuch einer Menschenaffen-Auswilderungsstation und bei Treffen mit der indigenen Dayak-Bevölkerung kennen gelernt. In ihrem Bildvortrag   berichtet sie über das Erlebte.