Pilze aktuell - August 2020

Orangeroter Heftelnabeling ( Rickenella fibula) 

Dieser Beitrag könnte auch den Titel "Im Schatten der großen Stars" tragen. Niemand würde auf die Idee kommen, sich diese herrlichen Winzlinge genauer zu betrachten, wenn ein prächtiger Steinpilz in der Nähe wäre.                           Auch wenn der Gemeine Heftelnabeling ungenießbar ist und schon wegen seiner geringen Größe als Mahlzeit nicht in Frage kommt, erfüllt er doch genau wie die Großpilze wichtige Aufgaben der Zersetzung und dem Aufschließen der Nährstoffe in seinem Lebensraum. Durch seinen kräftig orangen gewölbten bis glockenförmigen Hut wirkt er wie ein lustiger Farbtupfer. Die eingedrückte Hutmitte läßt ihn als Heftelnabeling erkennen. Der Hutrand ist wellig und bis zur Mitte verlaufen durchscheinende Riefen. Ca. 0,5 - 1,2cm beträgt der Hutdurchmesser. Viel hellere Lamellen und Zwischenlamellen, die ein Stück zum Stiel herab laufen, bilden an der Unterseite einen interessanten Kontrast. Das Fleisch ist gelblich bis orange gefärbt und transparent. Der ebenso gefärbte Stiel ist bis zu 4cm lang und sehr dünn und manchmal körnig bereift. Da Heftelnabelinge mit ihrem Vorkommen immer an Moose gebunden sind, wachsen sie im Wald, im Moor und auf der Wiese hauptsächlich an moosigen Stellen. Es ist nicht geklärt, ob es sich um eine Symbiose mit Moosen oder eine parasitische Verbindung handelt. Wie man auf dem Foto gut erkennen kann, wachsen diese Orangeroten Heftelnabelinge direkt aus den Wurzeln eines Grases heraus, dass sich im Moos befand. Falls Sie Lust bekommen haben, sich diese Pilze selbst in der Natur anzusehen und vielleicht ein Foto zu machen, haben Sie vom Frühling bis zum Herbst die Gelegenheit, an den genannten Stellen ihr Glück zu versuchen.  

Foto: Annette Meves