Die Große Blaue Holzbiene Xylocopa violacea

Ein Südländer auf dem Weg nach Norden

Bis zu 28 mm groß wie eine Hummel, ein schwarz-blauer Körper und dunkle, violett schimmernde Flügel, das sind die Kennzeichen der Großen Blauen Holzbiene Xylocopa violacea (L. 1758). In den letzten Jahren ist sie auch in unserer Region regelmäßig zu beobachten. Die Bienen sind gute Flieger und fliegen laut summend rastlos von Blüte zu Blüte. Hier sammeln sie Nektar und Pollen für sich und ihren Nachwuchs.  Sie besucht die verschiedensten Blüten. Durch ihre lange Zunge kommen sie besonders bei Korb-, Lippen- und Schmetterlingsblütlern an den Nektar , häufig kann man sie z. B. an den Blütentrauben des Blauregens (Wisteria) sehen. Zu beobachten sind sowohl die Weibchen als auch die Männchen. In diesem Jahr konnten die Holzbienen schon im zeitigen Frühjahr beim Besuch der Krokusblüten gesehen  werden.

Die Holzbiene ist eine Einsiedlerbiene. Ihr Lebensraum sind warme und trockene Gebiete wie  Streuobstwiesen, Parks oder Gärten mit  Totholz.  Im Unterschied zu anderen Bienen überwintern sowohl Weibchen als auch Männchen. Nach der Paarung im Frühjahr nagen die Weibchen mit ihren Kiefern einen bis 30 cm langen Brutgang in abgestorbene Äste, Stämme oder trockene Pfosten. In diesen Gängen legen sie bis 15 hintereinander liegende Nistzellen an, die sie mit Pollen und Nektar füllen und abschließend mit einem  Ei belegen. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von diesen Vorräten. Nach 6 bis 8 Wochen verpuppen sie sich und bereits im Juli kann die nächste Generation schlüpfen, die sich aus dem Holz ins Freie nagt. Sowohl Weibchen als auch Männchen überwintern in geschützten Plätzen wie Spalten oder Rissen.

Die Blaue Holzbiene lebte hauptsächlich in Süd- bis Mitteleuropa. In Deutschland kam sie bis in die 80iger Jahre nur in der wärmebegünstigten Oberrheinebene vor. Seit der Jahrtausendwende breitet sie sich immer weiter nach Norden aus und ist nun infolge der Klimaerwärmung in Deutschland weit verbreitet.

Nur die Weibchen besitzen, wie alle Bienen, einen Giftstachel, sind aber sehr stechunlustig und nicht aggressiv! Ihr Stich ist dem einer Honigbiene vergleichbar. Die Männchen der Blauen Holzbiene sind anhand ihrer gelborange gefärbten Fühlerringe sicher von den Weibchen zu unterscheiden.

kl Grosse Holzbiene 01

„Eine Holzbiene beim Besuch in einer Glockenblume“

„Ein Weibchen der Großen Holzbiene“

„Ein Männchen der Großen Holzbiene. Auffällig die zwei gelborangen Fühlersegmente“

Alle Bilder: Dr. E. Schliephake