Brief an Landwirtschafts- und Umweltministerin Frau Prof. Dalbert

Interessengemeinschaft   Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg

im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V.

Leiter: Dr. sc. Werner Wandelt   , Albert-Schweitzer-Str. 21 , 06484 Quedlinburg

Tel.: 03946 52335 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

                                                                                                                                       Wernigerode, den 24.  Februar 2018                                                 

Ministerium für Umwelt,
Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

z. H. Frau Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert

Leipziger Str. 58
39112 Magdeburg

Betrifft: Bessere Finanzierung des Naturschutzes nach 2020

Sehr geehrte Frau Ministerin Prof. Dalbert,

wir erlauben uns an Sie die Forderung zu richten, sich in Ihrem Amt sowohl auf Landesebene und so weit möglich auch auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass bezüglich des Erhaltes wertvoller Offenflächen und vor allem der Finanzierung der dafür erforderlichen Leistungen geeignete Maßnahmen durchgesetzt werden, um die derzeit nicht nur in unserem Kreisgebiet bestehende unbefriedigende Situation zu überwinden. Es geht um den nachhaltigen Erhalt unserer Kulturlandschaft, zu der sowohl schöne Landschaften, die Tier- und Pflanzenwelt als auch vielgestaltige Naturdenkmale gehören. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um den Verlust an Biodiversität zu stoppen, es geht um mehr und effektiveren Schutz der Natur.

Wir sehen eine Übereinstimmung in den Aussagen der „Naturschutz-Offensive 2020.Für biologische Vielfalt !“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von 2015 und unserer an Sie gerichteten Forderung.

Überall dort, wo es um den Erhalt unter Naturschutz stehender Offenflächen geht, ist zu erleben, dass die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Mittel zum Erhalt dieser Offenflächen nicht ausreichen,   um den Prozess der Verbuschung und Verwaldung wirksam aufzuhalten. Auch aus unserem konkreten Erleben wird sichtbar, dass der Umgang mit einmaligen Landschaftselementen nicht als eine unmittelbare Aufgabe des nachhaltigen Erhalts von Elementen der Kulturlandschaft angesehen wird, wofür die dafür notwendigen Dienstleistungen zu erbringen und dem Dienstleister zu vergüten sind.

Es ist an der Zeit zu erkennen,   dass der Erhalt wertvoller Landschaftsräume nicht als alleinige Aufgabe der produzierenden Landwirtschaft betrachtet werden kann mit der Folge, das finanzielle Mittel für den Offenflächenerhalt überwiegend in Form von Fördermitteln für agrarische Produktion auf diesen Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Diese bisherige Verfahrensweise ist mit vielen Restriktionen verbunden. Ein Beispiel dafür: Schafhutung wird als eine wichtige Maßnahme für den Erhalt von Offenflächen angesehen. Schafhutung wird aber nur dann gefördert, wenn Schafe Gras fressen. Die notwendige parallele Entbuschung wird nicht gefördert, weil diese eben keine agrarische Produktion ist. Viel zu oft wird keine über Jahre hinweg erfolgende Schafhutung gewährleistet, weil sich die Rahmenbedingungen der agrarischen Förderung   verändern und zeitliche Unterbrechungen eintreten. Die erforderliche Nachhaltigkeit aller Maßnahmen ist nicht gewährleistet. Alternative nichtagrarische Methoden der Pflege von Offenflächen werden gar nicht oder nicht ausreichende gefördert.

Grundsätzliche Aussagen zur anstehenden Problematik werden in der Stellungnahme

„Für eine bessere Finanzierung des Naturschutzes in Europa nach 2000“ (Sachverständigenrat für Umweltfragen und Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft April 2017)

sowie im Positionspapier

„Wirksamkeit der derzeitigen EU-Naturschutzfinanzierung in Deutschland und Anforderungen für die nächste Förderperiode ab 2020“ ( LANA-Expertengruppe „EU-Naturschutzfinanzierung/ GAP 2020, 11. 8. 2016)

getroffen.

Auch aus unserer Sicht hat die bisherige Verfahrensweise Schiffbruch erlitten.

Nachhaltige Problemlösungen erfordern einen Kurswechsel. Zur Sicherung der Finanzierung der anstehenden Aufgaben und zur Überwindung der im Rahmen der landwirtschaftlichen Förderkulisse bestehenden vielfältigen Hemmnisse ist ein eigenständiges EU-Finanzierungsinstrument für den Naturschutz zwingend erforderlich.

In der letzten Zeit sind viele Stimmen laut geworden, die auf der Basis von Effizienzuntersuchungen diesen Kurswechsel   fordern. Dafür 2 weitere Hinweise:

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

flashlight europe 06/2017: The EU´s Common Agricultural Policy. Why reform is overdue. 1. Auflage 2017, 5 Seiten (PDF)

und

„NABU-Forderungen zur EU-Agrarpolitik und Naturschutzfinanzierung nach 2020“ (August 2017)

Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte setzen Sie sich für diesen Kurswechsel hin zu einer Naturschutz-Direktfinanzierung ein !

Wir sind der Auffassung, dass es einen Kurswechsel bzw. Paradigmenwechsel auch noch bezüglich einer anderen Dimension geben muss. Der Erhalt wertvoller Offenflächen als Landschaftselemente muss als eine Aufgabe ganz analog zum Erhalt von Kulturgut gesehen werden. Diese Erhaltungs- und Entwicklungsaufgaben, die auch immer Aufgaben des Erhalts und der Weiterentwicklung der biologischen Diversität und des spezifischen Naturschutzes darstellen,  sind als   Dienstleistungen zu verstehen und nicht weiter überwiegend als Teilbereiche der landwirtschaftlichen Urproduktion. Mit der Bewertung der notwendigen Leistungen als Dienstleistungen könnten viele heute bestehenden administrativen Hemmnisse bezüglich Nachhaltigkeit und Flexibilität überwunden werden. Dies bedingt selbstverständlich eine Zuständigkeit der jeweiligen Naturschutzbehörden für die Verwendung der Mittel in einem zukünftigen EU-Finanzierungsinstrument für komplexen Naturschutz.

Um bei dem gewählten Beispiel zu bleiben: Vor Ort wären es dann nicht wie bislang die Landwirtschaftsämter, die für Flächenleistungen beim Grasfressen durch Schafe Fördermittel ausreichen, sondern es wären die zuständigen Naturschutzverwaltungen, die die jeweils erforderlichen Naturschutzleistungen planen, als Auftrag vergeben und nach erbrachter Leistung vergüten.

Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte setzten Sie sich auch für diese Neubewertung der für die Zielerreichung erforderlichen Leistungen ein.

Sehr geehrte Frau Ministerin,

gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung, um unsere praktischen langjährigen Erfahrungen in den anstehenden Prozess einzubringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Werner Wandelt (Leiter der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg).

Sehr geehrte Frau Ministerin,

obiges an Sie gerichtete Schreiben wurde von den Teilnehmern der Jahresversammlung der Umwelt- und Naturschutzverbände des Harzkreises , Wernigerode , 24. 2. 2018, als Tagungsdokument bestätigt.

Rechenschaftsbericht für die Jahre 2016 und 2017

Rechenschaftsbericht der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. für den Zeitraum 2016 und 2017 (Kurzbericht)

Mitgliederversammlung/Wahlversammlung vom 14. 2. 2018

Entsprechend der Satzung der Interessengemeinschaft erfolgt jeweils für den Zeitraum von 2   Jahren die Wahl der Gruppenleitung. Im Rahmen der jeweiligen Wahlversammlung erfolgt eine Rechenschaftslegung über die Aktivitäten im Zeitraum 2016 – 2017.

Schwerpunkt der Gruppenarbeit sind die monatlichen Mitgliederversammlungen. Im Rahmen der Mitgliederversammlungen wird jeweils ein Bild-Vortrag zu Themen des Natur- und Umweltschutzes bzw. zu Natur, Land und Leuten von Ländern gehalten, die von den Mitglieder der Interessengemeinschaft besucht wurden. In der Regel werden die Vorträge von den eigenen Mitgliedern gehalten. Ziel ist es, Berichte über die heimatliche Natur in den Vordergrund zu stellen. Alle Vorträge werden als öffentliche Vorträge angeboten. Auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung mit der Kreisvolkshochschule Harz  stellen die Vorträge auch ein Seminarangebot (Natur und Umwelt) der Kreisvolkshochschule dar. Die Teilnahme an den Vortragsveranstaltungen ist unkostenfrei. Im Rahmen der Mitgliederversammlungen wird über die anstehenden Natur- und Umweltschutzprobleme insbesondere im Kreisgebiet informiert und beraten. Es erfolgt ein Ergebnisaustausch zu Naturbeobachtungen, z. B. auch zur Artbestimmung .

Die öffentlichen Vorträge waren im Berichtszeitraum folgenden Themen gewidmet:

Seealpen Schweiz

Madagaskar

Südportugal

Molekulargenetische Methoden der Artabgrenzung bei Pflanzen und Tieren

Orchideen unserer Heimat

Indonesien

Naturdenkmale in der Gemarkung Quedlinburg

Namibia

Georgien

Steppenflora vor der Haustür

Lurche und Kriechtiere unserer Heimat

Rotmilan

Sri Lanka

Triglav-Nationalpark

Botswana

Botanische Neufunde

Naturbeobachtungen der Gruppenmitglieder (Kurzvorträge)

Auf die Vortragsveranstaltungen der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg wird auf vielfältige Art und Weise hingewiesen:

Internetseite des Kultur- und Heimatvereins Quedlinburg e. V.

Internetportal Stadt Quedlinburg: Veranstaltungsplan

Internetportal Landkreis Harz: Veranstaltungsplan

Mitteldeutsche Zeitung - aktueller Veranstaltungshinweis

Wochenspiegel – Veranstaltungskalender

Seminarplan Kreisvolkshochschule: Seminarangebote

Teilnahme an den Mitgliederversammlungen bzw. Anzahl Teilnehmer an den angebotenen Vorträgen (Durchschnitt der 9 Vortragsveranstaltungen jährlich):

Mitglieder der Interessen-gemeinschaft anwesende Mitglieder Gäste

Insgesamt

Teilnehmer

2008 19 13   7 20
2009 22 14   8 22
2010 18 15 11 26
2011 22 15 12 27
2012 22 14 14 28
2013 23 16 12 28
2014 24 18 12 30
2015 24 19 16 35
2016 26 19 11 30
2017 29 19 11 30
2018 27

Dr. Werner Wandelt als Leiter der IG dankte in seinem Rechenschaftsbericht allen Gruppenmitgliedern, die in ganz unterschiedlicher Form ihr Spezialwissen als Botaniker, als Entomologe, als Ornithologe bzw. in anderen Wissensbereichen in die Naturerkundung unserer Heimat einbringen.

Zu den Aktivitäten der IG Ornithologie und Naturschutz gehörten im Berichtszeitraum:

Kurzexkursion im Raum Quedlinburg (2016 z. B. Märzenbecherblüte im Oberen Amtmannstal - NSG Burgesroth, naturgeschützte Eichen am Standort Mädchenwiese - Sternhaus, 2017 z. B. Erfassung der Baumschädigungen durch das Kiefern-Triebsterbens im Naturschutzgebiet Steinholz, Exkursion Naturschutzgebiet Müncheberg). Im Rahmen von Kurzexkursionen sollen naturgeschützte Objekte im Kreisgebiet vorgestellt und Wissen über Tier- und Pflanzenarten vermittelt werden.

2016 eine Tagesexkursion zur Orchideenblüte im Raum Niederschmon) ,

sowie jeweils eine 4-Tagesexkursion ( 2016: Biosphärenreservat Rhön, 2017: Naturpark Nossentiner / Schwinzer Heide, Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See).

Auch 2016 und 2017 erfolgte eine Teilnahme an den Entbuschungseinsätzen im NSG Harslebener Berge.

Die Zusammenarbeit mit der BUND-Gruppe Herford wurde fortgesetzt ( jährlich wechselseitig ein 3-Tage - Besuch verbunden mit diversen Exkursionen bei dem jeweiligen Gastgeber).

Traditionell findet im Sommer die Gartenparty statt. Zur Gruppentradition gehört auch die Winterwanderung jeweils am 27. 12.

Im Rechenschaftsbericht wurde bezüglich des Kreisgebietes auf folgende Konfliktbereiche im Spannungsfeld Naturerhalt und Naturverbrauch z. B. durch die Wirtschaft hingewiesen:

-Hochwasserschutz im Selketal mit einem Staudamm bei Meisdorf ,

-der geplante neue Grauwackesteinbruch bei Ballenstedt,

-ein geplanter Baumwipfelpfad auf dem Roßtrappenplateau bei Thale,

-das Verbuschen unserer Offenlandschaften ( z. H. Harslebener Berge,

Teufelsmauer)

-die geplante Ski-Erlebniswelt am Winterberg Schierke,

-die dramatische Reduzierung der Insekten-Biomasse (die „sauberen“

Windschutzscheiben) als Indikator für Umweltbelastung,

-das Betreiben einer Umwandlung der Eichenwälder des Unterharzes in

Douglasienforste,

-die Gefährdung des Naturdenkmales „Lehof“ durch Abraumaufschüttungen.

Im Rahmen der Wahlversammlung wurden der Rechenschaftsbericht und der Finanzbericht bestätigt und damit die Gruppenleitung entlastet. Für die neue Gruppenleitung für den Zeitraum 2018 bis 2019 wurden Dagmar Graf (Schatzmeister), Horst Rudolph (Stellvertreter des Leiters, Roland Schweigert (Beisitzer) und Dr. Werner Wandelt (Leiter der Interessengemeinschaft) gewählt.

Die bisherige gute Arbeit soll im Zeitraum 2018 – 2019 fortgesetzt werden. Besonderes Augenmerk soll auf ein größeres Angebot an Kurzexkursionen im Kreisgebiet gerichtet werden.

Interessierte Gäste sind zu den öffentlichen Vortragsveranstaltungen herzlich willkommen. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft freuen sich über neue Mitstreiter.

öffentliche Vorträge im Jahr 2018

Öffentliche Vortragsveranstaltungen der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg e. V. im Jahr 2018 - alle auf einen Blick !

(Diese Veranstaltungen finden im Bildungshaus Quedlinburg der Kreisvolkshochschule Harzt, Heiligegeiststraße 8, Raum Raum Einstein, statt. Sie beginnen jeweils 19 Uhr.)

Mittwoch, 10. 1. 2018

Thema:Fledermäuse und Höhlenspinnen im Harzer Altbergbau

Referent: Annette Westermann

"Aller Reichtum kommt vom Bergbau her". So heißt es - und doch scheinen der Ursprung und die damit verbundene Geschichte des einst wichtigsten Industriezweiges im Harz längst vergessen. Unzählige Bergwerke und Stollen sind verschlossen oder verschüttet. Einige dienen aber den naturgeschützten Fledermäusen als stilles Quartier. Annette Westermann (Ballenstedt) bietet mit spannenden Bildern Einblicke in die verborgene Welt des Altbergbaus und stellt seine Bewohner vor.

Mittwoch, 14. 2. 2018

Thema: Naturerkundung in den Cevennen

Referent: Annett Reulecke

Die Cevennen sind der südöstliche Teil des französischen Zentralmassivs. Annett Reulecke (Quedlinburg) stellt in ihrem Vortrag den hier seit 1979 bestehenden Nationalpark mit seinen beeindruckenden vielgestaltigen Landschaften vor. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch ursprüngliche Wälder und weite Steppen, Hochebenen mit tief eingeschnittenen Tälern und durch malerische kleine Dörfer mit Steinhäusern aus lange zurückliegender Zeit. Die Cevennen beherbergen den Wolf und Geiervorkommen. Sie sind reich an Vorkommen verschiedener Orchideenarten.

Mittwoch, 14. 3. 2018

Thema: Aktuelles Wissen über den Wolf

Referent: Antje Weber

Der Wolf wird in Deutschland wieder heimisch und nun stellt sich nach langer Abwesenheit heraus, dass unser Wissen über seine Biologie bzw. über seine Lebensweise Lücken aufweist. Mit modernen Forschungsmethoden wird auch in Sachsen-Anhalt dazu beigetragen, diese Lücken zu schließen und die Öffentlichkeit entsprechend zu informieren. Frau Antje Weber vom Wolfskompetenzzentrum Iden des Landesamtes für Umweltschutz stellt in ihrem Vortrag die aktuellen Wolf-Monitoringergebnisse Sachsen-Anhalt für die Jahre 2016 und 2017 vor. Aus den Beobachtungsergebnissen ergeben sich auch Schlussfolgerungen für eine Schadens-Prävention.

Mittwoch, 11. 4. 2018

Thema: Schutz für die Sand-Silberscharte

Referent: Florian Kommraus

Die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) weist eine gewisse Ähnlichkeit mit einer blühenden Distel auf, ist mit dieser aber nur wenig verwandt. Es handelt sich um eine sehr seltene naturgeschützte Pflanzenart, die In Sachsen-Anhalt und im nördlichen Harzvorland einen deutschlandweiten Verbreitungsschwerpunkt aufweist. Daraus ergeben sich Anforderungen an den Erhalt der Sand-Silberscharte. Im Vortrag von Florian Kommraus werden neben einer Vorstellung der Silberscharte die Gründe für ihren Rückgang dargestellt. Detailliert wird auf Maßnahmen zu ihrem Schutz eingegangen, die seit 2008 erfolgreich in mehreren vom Land Sachsen-Anhalt über ELER-Mittel geförderten Projekten umgesetzt wurden.

Mittwoch, 9.5. 2018

Thema: Pflanzen auf Schwermetall-Standorten

Referent: Dr. Hans-Ulrich Kison

Böden mit einem hohen Schwermetallgehalt  sind für die meisten Pflanzen lebensfeindlich. Es gibt aber Pflanzen, die im Laufe ihrer Entwicklung  Möglichkeiten erschlossen haben, mit  den  giftigen Schwermetallen umzugehen und sich so Konkurrenzvorteile gegenüber den Arten zu verschaffen, die derartige  Standorte nicht besiedeln können. Solche Pflanzen wurden erstmalig im 16 Jahrhundert  für unsere Region  entdeckt und  beschrieben. Ulrich Kison (Quedlinburg)  stellt solche besonderen Pflanzen- und Flechtenarten   in seinem Vortrag vor.   Es wird  dabei  auch ein Blick in die Geschichte geworfen, die gerade im Harz mit Blick auf unser Wissen zum Leben mit  Schwermetallen in unserer Umwelt sehr reich ist.

Mittwoch, 13.6. 2018

Thema: Von der Bodeaue bis zum Heidberg

Referent: Roland Schweigert 

In seinem Bildvortrag berichtet R. Schweigert (Ditfurt) über interessante naturkundliche Beobachtungen rund um den Ort Ditfurt. Ob Pflanzen, Säugetiere, Pilze, Vögel oder Insekten - immer wieder gibt es Neues zu berichten. Dabei wird auch auf ökologischen Zusammenhänge, die Gefährdung und den notwendigen Schutz der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten unserer heimischen Natur hingewiesen. Auch heimatgeschichtliche Aspekte bleiben im Vortrag nicht unerwähnt.

Mittwoch, 12. 9. 2018

Thema: Geschützte Natur in Norwegen

Referent: Norbert Rußwurm

Norwegen verfügt über einmalige Naturlandschaften, die auch wegen ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt in Form von Nationalparken besonders geschützt sind. Norbert Rußwurm (Quedlinburg) berichtet mit faszinierenden Bildern von seiner Exkursion durch den Dovrefjell - Nationalpark und die Hochgebirgslandschaft des Jotunheimen - Nationalparks und den Begegnungen z. B. mit Moschusochsen, Rentieren und Elchen und dem bei uns sehr seltenen Blaukehlchen. Beindruckend ist gleichermaßen die Welt der Kleinstrauchheiden und z. B. die Farbenpracht der individuenreichen Bestände des Nordischen Eisenhutes.

Mittwoch, 10. 10. 2018

Thema: Naturbeobachtungen der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz

Die Mitglieder der IG berichten in Kurzvorträgen von ihren individuellen Naturbeobachtungen. Gleichzeitig wird auch über aktuelle Probleme des Natur- und Umweltschutzes der heimatlichen Region informiert. Exkursionsberichte ergänzen die Vortragsveranstaltung.

Mittwoch, 14. 11. 2018

Thema: Borneo - das Land der zerstörten Urwälder

Referent: Katrin Hoffman-Gerloff

Um angeblich ökologisch gewonnenes Palmöl in entwickelte Länder exportieren zu können, wird auf der Insel Borneo (der Großteil gehört zu Indonesien) in einem verheerenden Ausmaß der tropische Urwald ausgeraubt und abgebrannt. So gewinnt man riesige Flächen für den Monokultur-Anbau von Ölpalmen. Wo der Urwald stirbt, stirbt auch die bodenständige Tier- und Pflanzenwelt. Dort stirbt auch der Orang-Utan aus– der rothaarige intelligente „Waldmensch“. Auch der Mensch verliert seine Heimat. Katrin Hoffman-Gerloff (Gernrode) hat Borneo hautnah auf Urwaldpisten und im Speedboot bereist bzw.   beim Besuch einer Menschenaffen-Auswilderungsstation und bei Treffen mit der indigenen Dayak-Bevölkerung kennen gelernt. In ihrem Bildvortrag   berichtet sie über das Erlebte.

Rechenschaftsbericht zur Arbeit 2014 und 2015

Rechenschaftsbericht über die Aktivitäten der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg in den Jahren 2014 und 2015 

Entsprechend der Satzung der Interessengemeinschaft findet alle 2 Jahre eine Wahlversammlung statt. Diese wurde am 10. Februar 2016 durchgeführt. Im Rahmen dieser Versammlung wurde Rechenschaft abgelegt über den Zeitraum 2014 bis 2015. Auf der Basis dieses Berichtes wurde die bisherige Leitung entlastet. Gleichzeitig erfolgt die Wahl der IG-Leitung für den Zeitraum 2016 bis 2017. An der Wahlversammlung nahmen von 28 Mitgliedern 20 Mitglieder teil. Die nicht anwesenden Mitglieder fehlten entschuldigt.

Schwerpunkte in dem Rechenschaftsbericht des IG-Leiters Dr. Werner Wandelt:

60 Jahre Naturschutz in Quedlinburg

2014 wurde mit gutem Erfolg eine Veranstaltung anlässlich des 60jährigen Bestehens der Quedlinburger Naturschutz- Gruppe durchgeführt, die bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Dafür war wesentlich, dass diese Veranstaltung dank der Unterstützung durch die Kreissparkasse in einer guten räumlichen Umgebung durchgeführt werden konnte (Veranstaltungssaal im Objekt Turnstraße Quedlinburg). Durch die Teilnahme von Landrat Skiebe und dem damaligen Quedlinburger Oberbürgermeister Brecht hat die über viele Jahre reichende Arbeit der Quedlinburger Ornithologen und Naturschützer eine hohe Wertschätzung erfahren. Der moderierte Rückblick (Frau E. Koch-Kupfer – MdL) auf die Naturschutzaktivitäten in Quedlinburg und auf das persönliche Erleben der Gruppenmitglieder hat viel Freude bereitet. Da die IG Ornithologie und Naturschutz eine Fachgruppe des Kultur- und Heimatvereins Quedlinburg ist, war es selbstverständlich, dass der Vorsitzende des Dachvereins, Arno Schade,   an der festlichen Veranstaltung teilgenommen hat und die Gruppenarbeit würdigte. Die Mitglieder Manfred Thiele, Horst Pauly, Dr. Paul Scholze und Udo Wolff wurden mit der Goldenen Ehrennadel des Kulturbundes ausgezeichnet. Schließlich ist auch zu sagen, dass es eine tolle Geste war, dass Vertreter unserer BUND-Freunde aus Herford an unserer Jubiläumsveranstaltung teilgenommen haben. In Vorbereitung des Jubiläums wurde es auch geschafft, eine Broschüre „60 Jahre Naturschutz in Quedlinburg“ herzustellen. Daran waren viele Gruppenmitglieder mit ihren Text – und Bildbeiträgen beteiligt. Es war ein Kraftakt, bis zur Jubiläumsveranstaltung im Oktober 2014 dieses Heft zu drucken. Mit Unterstützung der Kreissparkasse ist es gelungen, auf eine ansprechende Art und Weise die Geschichte der Quedlinburger Ornithologie- und Naturschutzgruppe und viele persönliche Naturerlebnisse zu dokumentieren.

Mitgliederversammlungen

In beiden Berichtsjahren wurden jeweils 9 Mitgliederversammlungen (mit jeweils einem öffentlichen Vortragsteil) und einer Weihnachtsfeier durchgeführt. 2014 haben im Durchschnitt jeweils 18 Mitglieder und 2015 rund 19 Mitglieder an den Versammlungen teilgenommen. Auch wenn die Vorträge nicht in erster Linie für Gäste veranstaltet werden, so freuen sich die Gruppenmitglieder, wenn es eine positive Resonanz auf das öffentliches Vortragsangebot gibt: 2014 konnten im Durchschnitt 12 Gäste begrüßt werden, 2015 17 Gäste je Veranstaltung. Gegenstand der Vorträge sind in jedem Fall naturkundliche Themen oder Reiseberichte der IG – Mitglieder. Im Zusammenspiel mit der Kreisvolkshochschule – dem Vermieter und Kooperationspartner – gibt es keine Probleme. Das Vortragsangebot der IG ist gleichzeitig auch ein Vortragsangebot der Kreisvolkshochschule. Die Gruppenveranstaltungen finden im Einsteinraum   des Quedlinburger Bildungshauses statt. Sie sind in jedem Fall durch den Austausch von Naturbeobachtungen der Mitglieder und durch neue Sachinformationen zu Natur und Umwelt geprägt

Weitere Gruppenaktivitäten:

Ein besonderes Erlebnis sind die Mehrtagesexkursionen, die auch in der Vergangenheit ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten der Quedlinburger Naturschützer waren.

Hier ein Rückblick auf die 4-Tage-Exkursionen seit 2009:

2009 Osterzgebirge/ Zinnwald
2010 Nationalpark Müritz
2011 Ilmenau/Thüringer Wald
2012 Biosphärenreservat   Schorfheide
2013 Exkursion Breisgau/Schwarzwald
2014 Biosphärenreservat Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft
2015 Biosphärenreservat Untere Oder
2016 in Vorbereitung: Biosphärenreservat Rhön

Bislang wurde auch immer jährlich eine inhaltsreiche Tagesexkursion durchgeführt. 2015 war dies die Exkursion Hochharz – Wald im Umbau und 2014 die Exkursion Oberharzer Waldgesellschaften (Elendstal), die wir zusammen mit unserer Partner- BUND-Gruppe Herford realisiert haben.

Öfter sollten eigentlich Kurzexkursionen stattfinden, die auf wenige Stunden begrenzt sind. 2015 lautete das Thema einer solchen Exkursion „Rund um Ditfurt“ (einschließlich Begehen des „Heuke-Parkes, in dem wohl die Quedlinburger Äbtissinnen früher eine Art „Sommerresidenz“ unterhalten hatten). 2014 wurde gemeinsam mit der BUND-Gruppe Herford eine Wanderung zum Steinberg Rieder und durch den Ballenstedter Schlosspark realisiert.

Die schöne und seit vielen Jahren gepflegte Tradition der Weihnachtswanderung – auch mit Freunden und Familie- haben wir auch 2015 fortgesetzt.

Die Mitglieder

Die IG umfasst Ende 2015 28 Mitglieder, die Mitgliederzahl hat in den zurückliegenden Jahren stetig zugenommen.

Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge

Seit mehr als 30 Jahren findet gemeinsam mit den Naturschutzfreunden aus Halberstadt im Naturschutzgebiet Harslebener Berge ein Pflegeeinsatz statt. Es geht dabei um das Entbuschen der vom Zuwachsen bedrohten Offenflächen. Das Strauchwerk wird abgeschnitten und an Ort uns Stelle verbrannt – eine unverzichtbare Verfahrensweise. Die fachliche Verantwortung für diese Aktivität liegt bei dem IG-Mitglied Norbert Russwurm.

Eintreten für den Schutz der Natur

Um den heute in Mode gekommenen Begriff „Baustelle“ zu verwenden – wir können 4 markante „Naturschutzbaustellen“ ausmachen, wo es der IG darauf ankommt, sich für den Erhalt der heimatlichen Naturschätze einzusetzen und Ansprüche auf ungebremste Naturvernutzung zurückzuweisen:

Die am Rande des Naturschutzgebietes Bodetal geplante Mega-Aussichtsplattform

(der so genannte Baumwipfelpfad): Hier liegt der von uns mitgetragene Nabu-Widerspruch zu der durch den Kreis erteilten Befreiung vom Bauverbot im Landschaftsschutzgebiet noch immer beim Landesverwaltungsamt.

Die Hochwasser-Rückhaltebecken im Naturschutzgebiet Selketal: Hier ist das Planfeststellungsverfahren für Meisdorf noch immer nicht eröffnet, bezüglich Straßberg bewegt sich das Verfahren nicht.

Die Kreisverwaltung will die Altkreis-bezogenen Satzungen der Landschaftsschutzgebiete zusammenfassen und novellieren. Die Kommunen haben den Wunsch nach „Erleichterungen“ öffentlich angemeldet. Ein Einbeziehen der Naturschutzverbände in das Verfahren ist bislang noch nicht erfolgt. Schwerpunkt muss die Beibehaltung des Verbotes von Maßnahmen sein, die das Landschaftsbild verschlechtern.

In Schierke sollen größere Flächen von montanem Fichtenwald in Pisten mit künstlicher Beschneiung umgewandelt werden. Das stellt eine Gefahr für das Trinkwasser dar. Das Verfahren ist zunächst zum Stillstand gekommen.

Unterm Strich: Das Jahr 2015 als ein Jahr von „Wartepositionen“ zu betrachten.

Aktivitäten unserer Mitglieder

Eigentlich ist es so, dass die Einzelaktivitäten unserer Mitglieder bezüglich Zeitaufwand und Ergebnis bei weitem das übertreffen, was für die Gruppe insgesamt sichtbar wird. Dafür soll hier ein besonderer Dank ausgesprochen werden.

Dabei handelt es sich in erster Linie um Kartierarbeiten in den Bereichen Ornithologie und Floristik/Botanik sowie Habitatpflegearbeiten bzw. auch redaktionelle Arbeiten. . Zu nennen sind hier insbesondere Prof. Herdam, Dr. V. Kartheuser, Norbert Russwurm, Dr. U. Kison, Roland Schweigert, Uwe Kramer. Eine ganz besondere Bedeutung kommt den Anstrengungen von E. Kartheuser zu, den Steinkauz bei uns wieder dauerhaft heimisch zu machen.

Der langjährige Einsatz von Udo Wolff für die Erfassung der heimischen Flora und deren aktiven Schutz vor allem durch Habitatpflege wurde zu Beginn des Jahres 2016 durch die Verleihung der Verdienstmedaille des Landkreises Harz gewürdigt.

Für ihre Aktivitäten wurden Eckhard Kartheuser und Prof. Hagen Herdam mit der Goldenen Ehrennadel des Kulturbundes geehrt.

Wahl der Gruppenleitung.

Wiedergewählt wurden Horst Rudolph (stellvertretender Leiter ) und Dr. Werner Wandelt (Leiter der IG). Wolfgang Hohlfeld hat das Amt des Schatzmeisters der Gruppe in jüngere Hände gelegt. Dagmar Graf wurde als seine Nachfolgerin in die Gruppenleitung gewählt. W. Hohlfeld war insgesamt ohne Unterbrechung 50 Jahre Mitglied der Leitung der Quedlinburger Ornithologie – und Naturschutzgruppe. Er hat damit mehr als jedes andere Gruppenmitglied des Profil der Quedlinburger Naturschutzarbeit geprägt.

Einladung zur Naturschutzkonferenz 2016

 

                    

         Einladung

zur Jahreshauptversammlung der Naturschutz- und Umwelt-verbände des Landkreises Harz

Gäste sind wie immer herzlich willkommen!           

 

Tagungsort: Hörsaal C in der Hochschule Harz in Wernigerode

Friedrichstraße 57 – 59 (L 100 von Wernigerode Richtung Elend/Schierke)

Termin: Sonnabend der 27.02.16, 9.00 Uhr

             Vorgesehener Ablauf:

09:00 Uhr

Eröffnung durch Herrn Dr. Werner Wandelt (Quedlinburg)

9.15 - 10.15 Uhr Jahresberichte der Verbände mit anschließender Diskussion und Kurzbeiträgen
10.15 - 10.30 Uhr Kaffeepause
10.30 - 12.00 Uhr Jahresberichte der Verbände mit anschließender Diskussion und Kurzbeiträgen

12.00 - 13.00 Uhr

Mittagspause
13.00 - 14.00 Uhr

Naturkundlich-ornithologische Exkursionen in Zentralasien (2007-2009-2011), Frank-Ulrich Schmidt

14.00 - 14.30 Uhr Diskussion

                                  

                                              

Zu der Konferenz laden ein:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands e. V. (BUND)

 

M. Jede
Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum   Heineanum e. V. Dr. B. Nikolai

Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU)

 

Dr. G. Karste

Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e. V.   (GFN)

 

T. Schwarzenberg

                          

 

Veranstaltungen im Jahr 2016

Veranstaltungsplan der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg für das Jahr 2016

Auch im Jahr 2016 findet jeden 2. Mittwoch im Monat die Mitgliederversammlung statt. Im Rahmen dieser Mitgliederversammlungen berichten in einem öffentlichen Vortragsteil Mitglieder der IG oder   Gastreferenten von Ihren Naturerlebnissen bzw. informieren über aktuelle Fragen des Natur- und Umweltschutzes. Veranstaltungsort ist das Bildungshaus Quedlinburg und hier der in der 1. Etage gelegen Einsteinraum. Diese Vortragsveranstaltungen erfolgen in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Harz. Die Teilnahme an den jeweils 19 Uhr beginnenden Veranstaltungen ist kostenfrei.

Folgende Vorträge sind für 2016 geplant:

Mittwoch, 13. Januar 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Naturparadies Seealpen (Referent: Norbert Russwurm, Quedlinburg)

 

Mittwoch, 10. Februar 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Madagaskar – naturkundlicher Reisebericht (Referent: Prof. Hagen Herdam, Straßberg)

 

Mittwoch, 9. 3. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Eine botanische Reise zu den Landschaften Südportugals (Referent: Armin Hoch, Hain)

 

Mittwoch, 13. 4. 2016 19.00 -21.15 Uhr

Molekulargenetische Methoden für die Artabgrenzung bei Pflanzen und Tieren  (Rerent: Dr. Edgar Schliephake, Gernrode)

 

Mittwoch, 11. 5. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Orchideen unserer Heimat (Referent: Horst Kallmeyer, Thale)

 

Mittwoch, 8. 6. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Naturerlebnis Indonesien (Referent: Horst Rudolph, Quedlinburg)

 

Mittwoch, 14. 9. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Naturdenkmale in der Gemarkung Quedlinburg (Referent: Wolfgang Hohlfeld, Quedlinburg)

 

Mittwoch, 12. 10. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Als Naturschützer in Namibia unterwegs (Referenten: Dr. Veronika und Eckhard Kartheuser, Quedlinburg)

 

Mittwoch, 9. 11. 2016, 19.00 – 21.15 Uhr

Berichte über Naturerlebnisse der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz (Referent: Dr. Werner Wandelt u. a. )

Detailinformationen zu den jeweiligen Vorträgen sind auf unserer Internetseite im Veranstaltungsplan zu finden.

In den Monaten Juli und August findet keine Mitgliederversammlung statt. In dieser Zeit treffen wir uns zur Gartenparty. Der Dezember (16. 12. 2016 ) ist für die Gruppen-Weihnachtsfeier reserviert.

Die diesjährige Tagesexkursion wird in das Orchideengebiet Tote Täler im Saale-Unstrut-Tal führen. Zielgebiet der Mehrtagesexkursion im Juni ist das 3-Länder- Biosphärenreservat Rhön.

Der Termin für den Frühjahrsarbeitseinsatz (Herslebener  Berge)  wird noch bekannt gegeben.

Naturbeobachtungen 2015

Mitglieder der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg berichten von  schönen Naturerlebnissen  insbesondere im Jahr 2015

Im Rahmen der November - Mitgliederversammlung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg wird kein größerer Vortrag gehalten, sondern mehrere Mitglieder der Quedlinburger Interessengemeinschaft stellen in kurzen Bildbeiträgen ihre schönsten Beobachtungen in der heimatlichen Natur vor. Berichtet wird aber auch über Naturerlebnisse in Schweden, z. B. über die Birkhuhnbalz, die leider in Deutschland kaum noch beobachtet werden kann. Gleichermaßen wird über die Erlebnisse auf Naturschutzexkursionen berichtet. Es wird auch über den aktuellen Stand des Kampfes der Naturschützer unserer Region gegen die Verbauung des Bodetals mit einem technischen Großbauwerk (zusätzliche Aussichtsplattform= Baumwipfelpfad) auf dem Roßtrappe-Plateau informiert.

BodetalHerzogsblick
   Abb.: Blick in das Bodetal vom Aussichtspunkt Herzogsblick

Diese öffentliche Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg findet am

Mittwoch, dem 11. November 2015, 19 Uhr, im Bildungshaus „Carl Ritter“ Raum „Einstein“, Quedlinburg , Heiligegeiststraße 8 statt.

Wie immer sind Gäste herzlich willkommen !

Information:

Im Dezember findet keine öffentliche Vortragsveranstaltung statt.

Termin für die nächste derartige Veranstaltung ist Mittwoch, der 13. Januar 2016.

Thema des Vortrages: Die Natur der Seealpen – des südlichsten Teils des Alpenbogens.

Referent ist Norbert Russwurm (Quedlinburg)

Demnächst finden Sie auf unserer Internetseite den gesamten Veranstaltungsplan für das Jahr 2016.

 

Pilzausstellung

Große Pilzausstellung in Quedlinburg

Auch in diesem Jahr findet in Quedlinburg wieder eine Pilzausstellung statt. Vom 10. (Sonnabend) bis zum 11. Oktober 2015 (Sonntag) jeweils von 10 – 18 Uhr stellen die Mitglieder der FG Mykologie im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg die Pilze vor, die aktuell in der Vorharzregion bzw. im Harz gefunden werden können. Die Ausstellung findet im historischen Gebäude „Weißer Engel“ (Lange Gasse 33) statt, welches sich in unmittelbarere Nähe zum zentralen Parkplatzes „Carl-Ritter-Platz“ befindet. In der Ausstellung werden in diesem Jahr rund 300 Pilzarten vorgestellt. Zu sehen ist unter anderem auch der extrem giftige „Grüne Knollenblätterpilz“ . Es ist ein Anliegen derFachgruppenmitglieder (die in verschiedenen Orten des Harzkreises ansässig sind), den interessierten Bürgern die   Vielgestaltigkeit der Pilzarten und deren Schönheit vorzustellen, aber auch über die Eigenschaften und Erkennungsmerkmale der Pilzarten aufzuklären. Im Vordergrund stehen dabei das sichere Erkennen wertvoller Speisepilze und die Vermeidung von Pilzvergiftungen. So wird z. B. auch der häufig vorkommende giftige Karbol - Egerling vorgestellt, der sehr leicht mit dem wertvollen Wiesen - Champignon oder dem Anis - Egerling verwechselt werden kann. Im Rahmen der Ausstellung wird auch über das Wirksamwerden der offiziellen Pilzberatung des Landkreises Harz informiert. Es besteht die Möglichkeit, während Pilzausstellung gefundene Pilze bestimmen zu lassen.

Unsere heimischen Waldgesellschaften

Der Harzwald

Die nächste öffentliche Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg findet am Mittwoch, den 10. Juni 2015, 19 Uhr, im Bildungshaus„Carl Ritter“ Raum „Einstein“ , Quedlinburg , Heiligegeiststraße 8) statt. Sie ist dem Thema „Heimische Waldgesellschaften“ gewidmet.

„Herzynia silva“ - Waldgebirge, so nannten die alten Römer die schier undurchdringliche Wildnis nördlich der Donau. Wenn auch der einstige Urwald planvoller Wirtschaftlichkeit gewichen ist, bestimmen noch heute ausgedehnte Wälder den Harz. Es ergibt sich die Frage Gibt es harztypische Wälder ? Welche Waldbilder bzw. Waldgesellschaften verdienen das Prädikat „typisch Harz“? Im Vortrag von Volker Hanebutt (Ballenstedt) wird darauf eine Antwort gegeben.

Der Begriff „Waldgesellschaften“ kommt vor allem in der Forstwirtschaft, aber auch in der Geobotanik und in der Pflanzensoziologie zur Anwendung. Die Abgrenzung von Waldgesellschaften kann als ein Ordnungssystem verstanden werden. In Mitteleuropa werden Waldgesellschaften vor allem als Pflanzengesellschaften beschrieben, bei denen der jeweilige Baumarten-Bestand ein besonders wichtiges Ordnungskriterium ist. Von natürlichen Waldgesellschaften wird dann gesprochen, wenn eine vom Einwirken des Menschen unabhängige Artengemeinschaft vorliegt, die durch Standort- und Klimabedingungen maßgeblich geprägt ist. Solche natürlichen Waldgesellschaften sind in Mitteleuropa kaum noch vorzufinden. Nahezu immer hat der Mensch und die Art und Weise seiner Naturnutzung die Artenzusammensetzung der anzutreffenden Waldgesellschaften maßgeblich beeinflusst. Die Abgrenzung und Charakterisierung der in der Regel anzutreffenden und durch die menschliche Tätigkeit beeinflussten Waldgesellschaften ist eine wichtige Voraussetzung für den richtigen Umgang mit dem Wald. Auch der heutige Wald soll durch die Forstwirtschaft standortgerecht entwickelt, genutzt und erhalten werden. Dabei erfahren Waldgesellschaften eine durchaus dynamische Entwicklung, z. B. auch im Ergebnis von Klimaveränderungen. Je besser der Mensch die Gesetzmäßigkeiten der Waldgesellschaften versteht und vor allem auch berücksichtigt, um so besser kann eine auf Naturnähe und Naturerhalt ausgerichtete Forstwirtschaft betrieben werden.

Volker Hanebutt stellt in seinem Lichtbildervortrag die natürlichen Waldgesellschaften unserer Region vor. Es werden die Beziehungen zu den Lebensraumtypen der EU-Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen dargestellt. Die genannte Richtlinie (aus dem Jahr 1992) ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union (EU). Sie wird umgangssprachlich auch als Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie) oder Habitatrichtlinie bezeichnet.

Die enge Wechselwirkung von Boden, Klima und Vegetation wird exemplarisch an Hand der forstlichen Standorterkundung aufgezeigt.

Die nachstehenden Bilder zeigen ein Beispiele dafür, wie  durch Aufforstung standortgeprägte Waldgesellschaften entstehen:

Blanke Sandflächen am Regenstein (Blankenburg) um 1900Hanebutt Regensteingebiet um 1900

Flechten - Kiefernwald 100 Jahre später an gleicher Stelle (Heers)Hanebutt Flechten Kiefernwald im Heers

 

 

Vortrag "Schmetterlinge vor der Haustür"

Heimische Natur

(Bilder anklicken)

Die nächste öffentliche Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg (Mittwoch, 13. Mai 2015, 19 Uhr, im Bildungshaus„Carl Ritter“ Raum „Einstein“ , Quedlinburg , Heiligegeiststraße 8) ist den Schmetterlingen gewidmet.

Distel Falter 21 kleinSchmetterlinge sind wunderschöne Tiere. Sie stellen eine Herausforderung für den Hobbyfotografen dar. In dem Vortrag „Schmetterlinge vor unserer Haustür“ stellt Dagmar Graf (Quedlinburg) als Liebhaberin dieser hübschen Insekten ihre Aufnahmen vor. Dabei wird deutlich: Schmetterlinge sind in ihrer Form – und Farbenvielfalt ein wichtiger Bestandteil unserer Natur. Sie sind Meister der Tarnung. Erst auf dem 2. Blick werden viele Schönheiten sichtbar.

Schmetterlinge sind nicht nur schön. Sie zeigen uns als Bioindikatoren an, wie es um den Zustand unserer Umwelt bestellt ist. Sie stellen spezielle Ansprüche an ihre Lebensräume. In Gärten lieben sie nektarreiche Stauden und Kräuter. Blütenreiche Feuchtwiesen beherbergen viele Bläulinge. Hauhechel Bläuling 7Zahlreiche Waldfalter dagegen brauchen lichte Wälder.

 

Hans. Cr. Andersen hat dazu gesagt:

„Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.“

 

Die moderne Landwirtschaft und die heutigen Formen der Landnutzung machen oft genug diese kleine Blume unserem Schmetterling streitig. Die Bilddokumentation unserer heimischen Schmetterlinge wird damit zu einem wichtigen Beitrag für den notwendigen Umweltschutz.

Naturgeschützte Frühjahrsblüher

Die Wiesenkuhschelle in der Vorharzlandschaft

Kuhschelle Einzelblüte kleinEin besonderer Schatz der heimischen Flora ist die Wiesenkuhschelle (Pulsatilla pratensis), die in der Vorharzlandschaft im Raum Quedlinburg noch einige Vorkommen aufweist. Die Blütezeit beginnt im März und dauert je nach Witterung bis Mitte April; auch Ende April können noch blühende Pflanzen angetroffen werden. Die Wiesenkuhschelle unterscheidet sich von anderen Kuhschellenarten, die bei uns nicht vorkommen, durch relativ kleine schwärzlich-violette Blüten, die meist zur Erde geneigt sind und mehr oder weniger geschlossen abblühen. In hohen Grasbeständen (des Vorjahres) sind die blühenden Pflanzen oft schwerKuhschelle Vollblüte klein zu entdecken. Nach der Blüte streckt sich der die Blüte tragende Stängelteil. In Wikipedia ist zum Fruchtstand folgende Beschreibung zu finden: „In einem kugeligen Fruchtstand stehen viele, kleine, spindelförmige Nüsschen („Achänen“) zusammen, die sich jeweils aus einem freien Fruchtblatt entwickeln, an denen der Griffel, stark verlängert und zottig behaart, einen Federschweif bildet. Die Früchte der Kuhschellen sind Federschweifflieger und bohren sich mit scharfen Spitzen durch hygroskopische Bewegungen noch tief in den Boden ein.“

Die charakteristische Erscheinungsform des Fruchtstandes hat zur volkstümlichen Bezeichnung „Teufelsbart“ geführt. Diese Fruchtstände, die sich bald nach der Blüte entwickeln, sind viel leichter zu entdecken als die Einzelblüten. Sie stellen einen ganz besonderen und längere Zeit sichtbaren Schmuck der Kuhschellen-Standorte dar.

Kuhschellen Samenträger kleinDie Wiesenkuhschelle ist eine Pflanzenart mit osteuropäischer bzw. pannonischer Verbreitung. Sie erreicht am Harz ihre absolute westliche Verbreitungsgrenze. Die Verbreitung reicht in Deutschland von der Neiße über den Raum Dresden (ohne in das Erzgebirge hineinzureichen) bis zum Nordharzvorland. In nördlicher Richtung gibt es ab der Oder bis hin zur Linie Harz – Lübeck viele Einzelvorkommen. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz differenziert sich die Art in schlecht abgrenzbare Kleinarten, die sich beim gegenwärtigen Wissensstand nicht durchgehend getrennt kartieren lassen. In Deutschland kommt wahrscheinlich nur die Unterart ssp. pratensis vor, die den nördlichen Teil des Art-Gesamtareals besiedelt. Im Süden wird diese Sippe durch die ssp. nigricans vertreten. Aufgrund dieser Nord-Süd-Differenzierung könnte die Verantwortung für Deutschland für den Erhalt der genannten Unterart höher ausfallen, als aus dem Areal der Gesamtart geschlossen werden kann. Nach der bisherigen Auffassung handelt es sich bei unseren Nordharz-Vorland- Vorkommen der Wiesenkuhschelle um die Unterart ssp. nigricans. Den Details der schwierigen Art-Diagnostik soll hier nicht weiter nachgegangen werden.

Wichtiger für den praktischen Naturschutz ist, wie der Erhalt der Vorkommen gerade an der Westgrenze des Vorkommensgebiets gesichert werden kann. Dazu gibt es wenig Hoffnungsvolles. Bei vielen Standorten handelt es sich um kleine isoliert Vorkommen. Dies gilt zum Beispiel für den Bestand auf dem so genannten Muschelberg in der Quedlinburger Feldflur. Die Spreuauflage aus den Grasresten der Vorjahre ist hier oft so dicht, dass die Samen kaum den erforderlichen Bodenschluss erreichen. Kommt es zu einer Keimung, unterliegen die sehr kleinen Keimpflanzen dem Konkurrenzdruck der übrigen Vegetation. Die einzelne Kuhschellenpflanze kann sehr alt werden – aber es kommt zu keiner Bestandsverjüngung. Da nicht an jedem der Reststandorte Schafhutung möglich ist, sollte unbedingt wieder das früher im Januar/Februar übliche Abbrennen der Grasfluren praktiziert werden.

Es drängt sich eine Frage auf: Wie ist es überhaupt zu dem großen ursprünglich geschlossenen Artareal gekommen, wenn heute viele Vorkommen in ihrem Fortbestand bedroht sind ? Hier kommt vermutlich einer biologischen Besonderheit aller Kuhschellenarten eine besondere Bedeutung zu: Werden Samen unreif ( vor dem Lösen aus dem Fruchtstand) ausgesät, keimen diese alle zu einem hohen Prozentsatz und beachtlich  schnell. Reifen die Samen an der Pflanze aus, keimen sie nur sehr verzögert (über mehrere Jahre verteilt) und nur zu einem sehr geringen Prozentsatz. Es ist gut vorstellbar, dass unter den Bedingungen des Vorkommens großer Tierherden (Nacheiszeit) oder unter den Bedingungen einer auf großen Flächen erfolgenden Hutung von Weidetieren unreife Samen von Kuhschellen in den Boden getreten werden und bei Sommerregen sofort auskeimten. So kann es durch spezifische ökologische Bedingungen zu einer großflächigen Verbreitung z. B. der Wiesenkuhschelle gekommen sein. Ganz offensichtlich ist dabei die Einwanderung nach der letzten Eiszeit aus dem südosteuropäischen Raum (und nicht direkt aus dem Süden)  erfolgt. Die Besiedlung der Flächen des heutigen Deutschland fand sicher dort ein Ende, wo sich nach der Eiszeit dichteKuhschellen Harslebener Berge klein Wald- oder Feuchtgebiete entwickelten. Dies würde die Arealgrenze im Nordharzvorland erklären. Gelangen keine unreifen Samen auf bzw. in den Boden bei gleichzeitigem Fehlen von Sommerregen, greift nur die für Kuhschellen typische Vermehrung: nur ganz wenige reife Samen keimen. Die Keimrate bzw. die Überlebensrate von Sämlingen ist in unserem Gebiet heute so gering, dass mit weiteren Verlusten bei den aus nur noch wenigen Exemplaren bestehenden Vorkommen zu rechnen ist. Um so mehr gilt, dass die noch vorhandenen individuenreichen Vorkommen ( z. B. im Naturschutzgebiet Harslebener Berge) vor der Samenreife beweidet werden sollten und die Bildung von Streuauflagen verhindert werden muss. Das giftige Kuhschellenkraut wird von Weidetieren nicht gefressen. Ein abschließender Hinweis: Die Wiesenkuhschelle eignet sich wegen ihrer kurzen Blütezeit und der relativ kleinen und unscheinbaren Blüte nicht für eine Gartenkultur.

Pflanzen im Naturschutzgebiet Münchenberg

Puschkinia scilloides– ein Neophyt im

Naturschutzgebiet Münchenberg

(Bilder durch Anklicken vergrößern)

P1210278 klein Puschkinia MünchebergIm Münchenberg (nördliches Harzvorland) hat nicht nur das Frühlingsalpenveilchen eine neue Heimat gefunden, sondern auch ein kleines frühjahrsblühendes Blumenzwiebelgewächs, welches in der Südost-Türkei, im Kaukasus, im Nord-Irak, im Nord- und West-Iran sowie im Libanon seine Heimat hat. Auch in diesem Fall erfolgte wohl Ende der 1960iger Jahre  -obwohl nicht zulässig- eine gezielte Ansaat. Dabei entsprechen die Standortbedingungen im Münchenberggebiet keineswegs den heimatlichen Standortbedingungen - Puschkinia ist eine Pflanze der subalpinen und alpinen Wiesen, die vom tauenden Bergschnee gut durchnässt werden. Die blühende Pflanze erinnert an das wohlbekannte Scilla, daher die Artbezeichnung P. scilloides. Die Blüten sind weißlich, die Mittelader ist hellblau gefärbt. Nach der Herkunft Libanon wurde die Art früher auch P. libanotica genannt. Zu erklären ist noch die lateinische Bezeichnung Puschkinia ( es gibt keinen allgemein geläufigen deutschen Namen ! ). Die Namensgebung erfolgt nach Graf Apollo Mussin-Puschkin, einem russischen Chemiker und Pflanzensammler (1760-1805), der vor allem im Kaukasus als Pflanzensammler aktiv war. Seit 1808 ist Puschkinia scilloides in Mitteleuropa eine beliebte anspruchslose Gartenpflanze geworden. P1210284 klein PuschkiniaDie Ansaat im Münchenberg erfolgte an nur einer Stelle in einem Randbereich des Niederwaldes. Bis heute ist hier der Ausgangsbestand erhalten geblieben. Eine Ausbreitung im viel zu schattigen Waldbereich ist nicht erfolgt. P1210280 klein PuschkiniaDafür ist ein „Auswandern“ in den angrenzenden, nach Nordosten geneigten Wiesenbereich zu verzeichnen. Mitte April schmücken hier direkt an einem Wanderweg viele kleine Blütenstände die kurzrasige Triftfläche am Rande eine Gebüschkante. Dieses Auswandern scheint nur dort kleinflächig Erfolg zu haben, wo kein Aufheizen und Austrocknen der Triftfläche erfolgt. Eine großflächige Verbreitung ist deswegen nicht zu befürchten. Auch wenn es sich um einen Neophyten handelt – der Gast aus der fernen kaukasischen Bergheimat sollte auf jeden Fall unseren Schutz verdienen.

P1210283 klein Puschkinia Wiese

Puschkinia  als lockerer Bestand im Rasen

Vortrag Kamelforschung

Lichtbildervortrag:

13 Jahre Kamelforschung in Zentral-Australien


Die nächste öffentliche Vortragsveranstaltung der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg (Mittwoch, 8. April 2015, 19 Uhr, im Bildungshaus„Carl Ritter“ Raum „Einstein“ , Quedlinburg , Heiligegeiststraße 8) ist der Kamelforschung in Australien gewidmet.

Ja, es ist richtig - Kamele in Australien. (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Ca. 20 000 Dromedare wurden in der Zeit von 1850 bis 1908 nachAustralien importiert. Sie stammten aus dem heutigen Gebiet von Rajastanin Indien und der Region Kandahar in Pakistan. Da die englischen  Kolonisten in Australien keine Erfahrung mit Kamelen hatten, bediente man sich des Wissens afghanischer Kamelhalter, die ihre Kamele nach Australien begleiteten und mit ihnen die Arbeit verrichteten. Ursprünglich versuchte man das Innere Australiens mit Pferden- und Ochsengespannen zu erschließen, was sich jedoch wegen des fehlenden Oberflächenwassers als unmöglich erwies. 000011 wilde DromedareDas Kamel als eines der best angepassten Wüstentiere war das ideale Transportmittel, um die trockenen Regionen im Zentrum zu erschließen. Die Kamele versorgten die weit verstreuten Farmen und Bergbauregionen mit Nachschub und hatten erheblichen Anteil am Bau der Eisenbahnlinien. Mit dem Aufkommen moderner Verkehrsmittel wurden die Dromedare zunehmend überflüssig und meist einfach in die Freiheit entlassen. Die Nachkommen dieser Tiere stellen heute die größte wildlebende Welt-Population von Dromedaren dar. Inzwischen ist ihre Zahl auf weit über 1 Million angestiegen. Das kann nicht ohne Probleme bleiben. Es ist notwendig, mehr über die Biologie der sehr scheuen Dromedare zu wissen.

Innerhalb der Zeitspanne von 1984 bis 2004 forschten die beiden Biologen Dr. Birgit Dörges und Dr. Jürgen Heucke an den verwilderten Dromedaren in Zentralaustralien. Die ersten beiden Forschungsaufenthalte wurden im Auftrag des Zoologischen Instituts der TU Braunschweig und von der  Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. DromedarbeobachtungDie Folgeuntersuchungen zwischen 1995 und 2004 wurden anfangs aus eigenen Mitteln getragen, später von der Australischen Forschungs-gemeinschaft, dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium Australiens gefördert. Innerhalb der Voruntersuchungen stellte sich alsbald heraus, dass die Dromedare nicht territorial gebunden sind und der sich entwickelnden Vegetation nach mehr oder weniger spärlichen Regenfällen folgen. Um eine individuell bekannte Kamelpopulation über längere Zeit genauestens zu untersuchen, wurde es notwendig, ein Forschungsgehege zu errichten. Bereits 1987 wurde ein 20000 ha großes Gebiet eingezäunt, in dem bis zu 400 individuell bekannte Kamele lebten. Innerhalb des Forschungsgeheges befand sich das Basislager "Camelot" – fernab von jeglicher Zivilisation. Die Versorgung erfolgte über das 360 km entfernt gelegene Alice Springs. Schwerpunkte der Untersuchungen waren die soziale Organisation und das Verhalten der Dromedare sowie die Physiologie und Ökologie der Tiere unter frei lebenden und natürlichen Bedingungen.Dromedarforscher

Wir sind sehr froh darüber, dass Frau Dr. Dörges und Herr Dr. Heuke uns über ihre einmaligen Forschungsergebnisse berichten. Selbstverständlich erzählen die Vortragenden auch von dem spannenden Leben in der einzigartigen  australischen Wildnis - mit Sandstürmen, langen Dürreperioden aber auch sintflutartigen Regenfällen in der Wüste Australiens.

Landschaftspflege

Naturschutz- Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge – Steinholz

Seit mehr als 30 Jahren findet unter Beteiligung der Naturschutzfreunde aus Halberstadt und Quedlinburg (NABU , BUND, BNU) jeweils im zeitigen Frühjahr im Bereich der Offenflächen der Harslebener Berge in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ein Pflegeeinsatz statt.

Termin für den diesjährigen Arbeitseinsatz ist Sonnabend, der 28. 3. 2015. Beginn 8 Uhr vor Ort. Ende ca. 12 Uhr.

Gäste – Unterstützer sind herzlich willkommen!

Treffpunkt ist der Rastplatz am Ende der Zufahrtstraße Westerhausen (Straße Am Fischberg) – Steinholz. Hier beginnen die östlichen Offenflächen der Harslebener Berge. Hier muss wieder etwas gegen die Verbuschung insbesondere auch der Adonisflächen getan werden. Wildrosen und Weißdorn sowie anderes Strauchwerk müssen zurück geschnitten werden. Das Schnittgut ist von der Fläche zu beräumen.

Bitte an feste Arbeitsschuhe und entsprechende Kleidung denken! Benötigt werden Entastungsscheren (wie in der Forstwirtschaftlich üblich) und Harken. Zum Teil steht Werkzeug zur Verfügung. Das Schnittgut wird an Ort und Stelle verbrannt – natürlich mit Brenngenehmigung. Für ein Frühstück ist gesorgt.

Für die Anfahrt bitte Fahrgemeinschaft bilden ! Rückfragen an die Leitung der Interessengemeinschaft Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg.

Märzenbecherblüte

Im Märzenbecherland

(Bilder durch Anklicken vergrößern)

Der Name sagt es – ab Anfang März verkündet der einheimische MärzenbecherMärzenbecherEinzelblüten( Leucojum vernum – er gehört aus botanischer Sicht zu den Narzissen-Gewächsen) den Start in den Frühling. Im Bereich der nordöstlichen Harzkante gibt es eine Reihe von Vorkommen dieses prächtigen Blumenzwiebelgewächses. Am bekanntesten davon ist das Vorkommen im Zehling – einer naturgeschützten Waldinsel in der Nähe der Ballenstedter Gegensteine. Dieser Bestand, der sich immer noch in Ausbreitung befindet, ist der flächengrößte der Region. Die vielen tausend weißen Blütenbecher bieten vor allem bei Frühlingssonne ein prägendes einmaliges Naturerlebnis. Es ist gut, dass für die zahlreichen Besucher extra ein Parkplatz eingerichtet wurde. Negativ ist anzumerken, dass der schmale Pfad durch das Blütenmeer immer breiter ausgetreten wird. ZehlingHier muss einfach mehr Ehrfurcht vor der Natur bewiesen werden.

Viel weniger bekannt sind die Vorkommen in den Bach- und Flusstälern, die den Harzrand durchschneiden. Dazu gehören zum Beispiel das Siebersteintal und das Amtmanntal. Diese Vorkommen sind unstrittig Wildvorkommen - der Ursprung des Vorkommens im Zehling könnte auch auf eine vor langer Zeit erfolgte Anpflanzung zurückgehen. Der Bach im Amtmanntal mündet in den Ballenstedter Schlossteich. Durchwandert man dieses Tal bis hin zu den Quellbereichen, sind an vielen Stellen sowohl im Bachgrund, auf angrenzenden Wiesen als auch in dunklen kleinflächigen Erlenbrüchen kleinere Vorkommen zu entdecken, die in den letzten Jahren offensichtlich eine Vergrößerung erfahren und so in der Summe dem Zehlingvorkommen Konkurrenz machen. DieAmtmanntal Bestandszunahme könnte eventuell eine Auswirkung milderer Winter sein. Es gelangen mehr Keimlings-pflanzen zur Entwicklung. Zu beachten ist, dass wir uns im Naturschutzgebiet „Burgesroth – Bruchholz“ befinden und hier das Wegegebot zu befolgen ist. Zum Quellbereich gehört auch der Forstort „Armer Heinrich“. Neben einer Quellwiese mit einem Märzenbecher-Restbestand steht hier ein gewaltiges mittelalterliches Sühnekreuz. In der Nähe befindet sich ein alter Hutewald. AlteicheDavon zeugen die letzten verbliebenen Eichen. Umgestürzte und sich langsam zersetzende Baumriesen (Bruchholz !) geben dem nun stockenden sommerdunklen Weißbuchen-Bestand ein besonderes geheimnisvolles Gepräge. Auch in diesem Waldteil breitet sich inselartig der Märzenbecher aus. Tief im Wald verborgen und fern jeder menschlichen Einwirkung ist hier ein besonders großer Bestand zu entdecken.

BruchholzBei dem naturgeschützten Märzenbecher handelt es sich um eine Art mit westeuropäischer Verbreitung, sie erreicht in Deutschland die Ostgrenze ihrer Vorkommen. Im norddeutschen Flachland fehlt der Märzenbecher. Der Märzenbecher hat sehr spezifische Standortansprüche an Boden und Mikroklima. Deswegen gelingt in vielen Fällen keine Gartenkultur. Wichtig für eine erfolgreiche Ansiedlung ist ein dauerhaft feucht bleibender lehmiger Boden. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Initialpflanzung stellt der kleine Märzenbecherbestand im Quedlinburger Brühlpark dar.