Buchgeschenk für Heineanum

10. 6. 09 Wertvolles Buchgeschenk der Quedlinburger Naturschützer und Ornithologen für das Vogelkundemuseum - Heineanum Halberstadt

Quedlinburger Naturschützer haben auch mit Blick auf das 100jährige Jubiläum des Heineanums im Rahmen der Vortragsveranstaltung von Dr. Bernd Nicolai , Leiter Heineanum Halberstadt, zum Thema „Die Brutvogelwelt im Wandel - Veränderungen der Avifauna am Beispiel von Halberstadt“ für eine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Übergabe eines sehr wertvollen historischen Fachbuches über die amerikanische Vogelwelt gedankt. Alois Hunstock stelle dieses Fachbuch aus seinem Bestand zur Verfügung. Bernd Nikolai konnte seine Freude über dieses völlig unerwartete besondere und einmalige Buchgeschenk nicht verhehlen. Abgesehen vom fachlichen Wert handelt es sich um ein mehrfarbiges buchgestalterisches Unikat ( Edition Leipzig, 1973). So betragen die Maße z. B. 75 x 100 cm, vom Gewicht ganz zu schweigen. Die Bibliothek des Heineanums verfügt über 19 000 Bände Spezial-Literatur. Der Leipziger nummerierte Reprint von " The Birds of America" ( John James Audubon) bereichert nun diesen Bücherschatz auf besondere Weise.

Seltene Ackerwildkräuter werden geschützt

5. 6. 09. Quedlinburger Feldflur – Mekka für Naturschützer und FachbotanikerKurzexkursion zum Schutzacker für Ackerwildkräuter in den Quedlinburger Seweckenberge Mit dem Vordringen des Getreideanbaus in der Jungsteinzeit wanderten auch begleitende ein- und zweijährige Pflanzenarten aus dem vorderen Orient bzw. aus dem Mittelmeerraum in das heutige Mitteldeutschland ein. Dabei kam es zu einer gemeinsamen Evolution der Nutzpflanzen ( z. B. auch des Leins) und der begleitenden Wildpflanzen mit dem Ergebnis, dass eine nahezu perfekte Anpassung dieser er Wildpflanzen an die Anbauweise z. B. der Getreidearten, an den Vegetationsablauf, an die Gestalt der Kulturpflanzen und sogar an die Form der Nutzpflanzensamen erfolgte. Es ist ein Effekt der Anpassung ( eigentlich: unbewußte Auslese von Formen mit erblich fixierten entsprechenden Eigenschaften) , wenn die Samen dieser Wildpflanzen ohne Verlust der Keimfähigkeit mehrere Jahre in tieferen Bodenschichten überliegen können und erst dann keimen, wenn sie in den Bereich der Erdoberfläche gelangen. Die flache Bodenwendung vor der Aussaat beim Winter- oder Sommergetreideanbau früherer Jahrhunderte vollzog genau diesen Vorgang. Tieferes Pflügen nach einer Brache mit reichem Samenanfall der Wildkräuter brachte diese Samen wieder in tiefere Bodenschichten für eine Langzeitsamenruhe. Mit der mittelalterlichen einfachen Samenreinigung konnten die Samen des Leins nicht vollständig von den ganz ähnlichen Schötchen des wilden Leindotters bereinigt werden. Das Mitwachsen mit dem Getreidebestand sicherte dem schlanken einjährigem blutroten Sommeradonisröschen das fortdauernde Überleben. Die so entstandenen Wildkrautarten sind ein biologisches und gleichzeitig historisches Zeugnis für die Entwicklung der Landwirtschaft und speziell des Getreideanbaus seit den ersten Anfängen, z. B. hier in Mitteldeutschland. Sie sind deswegen auch ein Kulturdenkmal. Dies sollte uns bewusst sein. Mit der Intensivierung der modernen Landwirtschaft erlischt Schritt für Schritt die Jahrtausende fortwährende gemeinsame Existenz von angepaßtem Wildkraut und Getreide. Zunächst wurde die Brache aufgegeben und dafür Hackfrüchte angebaut, die unkrautfrei gehackt wurden. Dann wurde tiefer gepflügt – zu tief für viele Wildkrautsamen, um wieder an die Oberfläche gewendet zu werden. Moderne Saatgutreinigung kennt keinen Pardon für Wildkräuter. Es wurden Herbizide entwickelt, die spezifisch dosiert jede Wildpflanze im Getreidebestand auslöschen. Schließlich haben auch die umweltpolitischen Instrumente versagt, die auf einem kleinen Teil der Ackerfläche eine Koexistenz von Kulturpflanze und Wildkraut sichern sollten - z. B. die geförderten Ackerrandstreifenprogramme oder der rechtliche Schutz für Ackerraine, die weitestgehend bis an den Weg umgepflügt sind und weiterhin umgepflügt werden. Unstrittiger Landverlust durch Straßen, Gewerbe und Industrie wird so in kleinen Portionen kompensiert. Um unter diesen Rahmenbedingungen die von der Existenzauslöschung durch den Menschen bedrohten Wildkrautarten, die eben nicht nur eine Gruppe seltener Pflanzen darstellen, sondern auch Denkmal für Entwicklung unserer Ackerkultur sind, zu erhalten, wurde jetzt unter Federführung der Universität Göttingen ein neues Artenschutzprogramm begründet. Der Kerngedanke: 100 Schutzäcker bundesweit in Deutschland von der Größe jeweils eines Hektars können bei Fortsetzung des traditionellen Getreideanbaus , d. h. insbesondere Anbau ohne Herbizidanwendungund und bei reduzierter Düngung, auch die zukünftige Existenz der in Deutschland einheimischen gewordenen Ackerwildkräuter nachhaltig sichern, biologische Vielfalt erhalten. Solche Schutzäcker setzen das Vorhandensein eines Restbestandes möglichst vieler der hier in Betracht kommenden Ackerwildkräuter voraus. Voraussetzung ist außerdem, dass der Landeigentümer oder der Bodennutzer bereits sind, einen persönlichen Beitrag zur Rettung der Wildkräuterflora vor dem Ausrotten und Aussterben zu erbringen. Dabei ist es ein Ziel des Natur-und Artenschutzes, die Ertragsverluste und den entstehenden Mehraufwand bei der Bewirtschaft eines „Schutzackers“ finanziell zu kompensieren. Es ist ein ganz besonderer Glücksumstand, dass im Bereich der Altkreise Quedlinburg und Halberstadt 3 Ackerflächen existieren, die mit dem noch vorhandenen Artenspektrum an Ackerwildkräutern die Voraussetzungen für einen Schutzacker erfüllen. Im Bereich der Seweckenberge konnten mit der Pächterfamilie König ein Landnutzer gefunden werden, der für die Realisierung des Schutzprogrammes volle Unterstützung gewährleistet (wofür auch an dieser Stelle ganz besonders Dank gesagt werden soll). Der hier etablierte Schutzacker von etwas mehr als 1 ha Größe war das Ziel der Kurzexkursion der Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg. In diesem Jahr erfolgt die Nutzung der Fläche als Brache. Die Flora dieser Brachfläche bot allen Exkursionsteilnehmern ein einmaliges Erlebnis. Geprägt ist der Blühaspekt durch das Sommeradonisröschen – auch wenn der nicht fehlende Klatschmohn natürlich ein farbkräftigeres „Aushängeschild“ ist. Folgende Arten wurden bei diesem „Kurzbesuch“ festgestellt:

Sommeradonis -Adonis aestivalis, Rundblättriges Hasenohr - Bupleurum rotundifolia, Sonnenwend-Wolfsmilch- Euphorbia helioscopia, Kleine Wolfsmilch – Euphorbia exigua, Ackerkohl –Conringia orientalis, Acker-Glockenblume – Campanula rapunculoides, Feldrittersport – Delphinium regalis, Ackerklatschmohn –Papaver rhoeas, Verwechselte Trespe -Bromus commutatus, Hopfen-Luzerne - Medicago lupulina, Ackersteinsame – Lithospermum arvense, Schlitzblättriger Storchschnabel – Geranium dissectum, Sophienrauke – Descurainia sophia, Hunds-Kerbel –Anthriscus caucalis, Gemeiner Klettenkerbel -Torilis japonica, Leindotter - Camelina, Geruchlose Kamille –Tripleurospermum maritimum, Ackerhaftdolde – Caucalis platycarpos, Blauer Gauchheil –Anagallis foemina, Finkensame – Neslia paniculata .

Mit diesem Artenreichtum an Ackerwildkräutern wird Quedlinburg zum Mekka für Naturschützer und Fachbotaniker. Es bleibt die Frage, wie zukünftig die finanziellen Aufwendungen abgesichert werden können. Aktuell werden die Kosten durch die Uni Göttigen getragen. Beteiligt ist auch der Landwirt. Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt will aus ihrem Ökopool (Ausgleichfonds) Leistungen erbringen.

Kurzexkursion Ackerwildkräuter

5. Juni 2009: Kurzexkursion zum Thema „seltene Ackerwildkräuter“ Am Freitag, dem 5. Juni 2009, 17 Uhr , findet für die Mitglieder der Quedlinburger IG Ornithologie und Naturschutz die langfristig geplante Kurzexkursion ( 2 h ) zum Thema „seltene Ackerwildkräuter“ statt. Dazu sind alle Mitglieder der IG sowie interessierte Gäste herzlich eingeladen. Dr. Veronika Kartheuser stellt im Bereich der Quedlinburger Seweckenberge / Gersdorfer Burg im Rahmen einer Kurzexkursion eine Ackerfläche mit einem reichen Bestand von Ackerwildkräutern vor. Treffpunkt ist 17 Uhr bei Wandelt, Quedlinburg, Albert-Schweitzer-Str. 21. Von hier aus fahren wir per PKW zu dem Standort. Eine telefonische Teilnahmeanmeldung ist willkommen.

Adonisröschenblüte

Adonisröschenblüte begeistert Naturfreunde
(MZ Quedlinburg, 15. 5. 09)

Ein besonderer Schatz der Pflanzenwelt der Nordharzregion ist das naturgeschützte Adonisröschen, dessen Blüte etwa ab Mitte April beginnt und bis Mitte Mai fortwährt. Die tiefgelben zahlreichen Einzelblüten erreichen am Naturstandort ( und keineswegs im Garten !) Durchmesser von mehr als 5 cm. Dieses eigentlich in den pontischen Steppen nördlich des Schwarzen Meeres bis hin nach Südsibirien beheimatete Hahnenfußgewächs ist in Wärmeperioden nach der letzten Eiszeit auch in Gebiete nördlich der Alpen eingewandert und dabei z. B. im Odertal bis in das heutige Ostbrandenburg vorgedrungen, solange der mitteleuropäische Raum noch nicht von den nacheiszeitlichen Wäldern zurückerobert wurde. Nur in ausgesprochenen Trockengebieten und hier an südexponierten Hanglagen hat das Adonisröschen diese Bewaldungsphase überlebt. Mit der späteren Zurückdrängung der Bewaldung durch Rodung für Ackerbau und Weidenutzung (Schaf- und Ziegenhaltung) verbesserten sich die Existenzbedingungen für das Adonisröschen. Bedingt durch seine starke Giftigkeit wurde es vom Vieh verschmäht. Bodenverwundungen und Bodenverfestigung durch den Tritt der Schafe begünstigten gleichzeitig das Keimen der Samen. Dies führte über lange Zeiträume hinweg dazu, dass das Adonisröschen als Kulturfolger zu einer sehr häufig vorkommenden Pflanzenart der mitteldeutschen Kalkhügellandschaft wurde. Dies gilt insbesondere auch für die Schichtrippenlandschaft des nördlichen Harzvorlandes und hier für den Großraum Quedlinburg. Die unbewaldeten Steppenhügel erstrahlten z. B. noch vor rund 150 Jahren ab Mitte April bis Anfang Mai im Blütengold unzähliger Adonisröschenblüten. Seit dieser Zeit haben diese Vorkommen zunächst langsam und später rapide abgenommen. An vielen früheren Standorten sind die Vorkommen restlos erloschen. Ursachen dafür ist keine Klimaveränderung, sondern die Veränderung der Nutzung der Natur durch den Menschen. Es wurde noch bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts als eine wichtige Kulturtat angesehen, Hügel mit spärlicher Staudenvegetation insbesondere mit Kiefern aufzuforsten. Den Kampf mit dem aufkommenden Wald musste auf Dauer das Adonisröschen verlieren. Restbestände unter heranwachsenden Kiefern an der Südseite des Quedlinburger Steinholzes oder des Hohen Helmsteines bei Westerhausen sind ein Zeugnis dieses ungleichen Kampfes. Zu den Vorkommensverlusten seit den letzten 200 Jahren hat maßgeblich auch das schrittweise Vergrößern der Ackerflächen verbunden mit dem Wegpflügen der zahlreichen Feldraine beigetragen. Hauptursache für die dramatischen Vorkommensverluste ist aber die anfänglich nur allmählich erfolgende Reduzierung der Schafhutung auf weit außerhalb der Siedlungen befindlichen Hutungsflächen bis hin zum während der letzten 20 Jahre erfolgten fast vollständigen Aufgeben der unwirtschaftlich gewordenen Schafhaltung. Mit dem Aufgeben einer intensiven Schafhutung auf Trockenrasenflächen erfolgt auf allen derartigen Flächen eine natürliche Wiederbewaldung, die in der Regel mit einer Rosen- und Weißdornverbuschung sehr, sehr langsam beginnt, um schließlich nach ca. 40 bis 60 Jahren in eine intensive Waldentwicklung einzumünden. Dieser Prozess kann nur durch gezielte Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten gebremst oder zu einem zeitweiligen Stillstand gebracht werden. Es ist wichtig für unser konkretes Naturverständnis, dass viele Menschen die Großartigkeit und Einmaligkeit der letzten noch vorhanden blütenreichen Adonisstandorte erleben und gleichzeitig sehen, wie dieser Naturreichtum durch die voranschreitende Verbuschung und Bewaldung durch vollständigen Verlust bedroht ist. Nur dieses Erleben kann auch den politischen Willen stärken, mit vergleichsweise ganz geringem Aufwand den Erhalt unserer Naturreichtümer zu sichern. Die mit 3000 bis 4000 blühenden Pflanzen größten Adonisröschenvorkommen, die gut von einem Wanderpfad aus zu bestaunen sind, befinden sich auf der Südseite des bei Westerhausen bzw. Börnecke gelegenen Wein- und Schusterberges.

Hier kann auch gesehen werden, wie frühere Pappelpflanzungen Adonisstandorten des Lebenslicht nehmen und die in den letzen Jahren nicht mehr gesicherte aktive Verbuschung mittelfristig das Fortbestehen des Gesamtbestandes in Frage stellt. Es darf hier nicht das geschehen, was z. B. an anderer Stelle in der Quedlinburger Feldflur passiert ist. Noch bis etwa 1970 existierte direkt am Fuße der Seweckenwarte eine durch das Blütengold des Adonisröschens geprägte große offene Trockenrasenfläche. Heute stockt hier nur noch dichtes Strauchwerk.

IG Ornithologie und Naturschutz im Kultur- und Heimatverein Quedlinburg

 

Mehr Schutz für Bode- und Selketal - Forderungen der Naturschutzverbände des Harzkreises zu Naturschutzdefiziten im Landkreis Harz

Am 14.2. 09 trafen sich Vertreter der Naturschutzverbände NABU, BUND, BNU S-A, GFN und IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg zur Jahreskonferenz 2009. Im Ergebnis der Beratung zur Situation im Naturschutz des Harzkreises wurden auch aktuelle Gefährdungen von Natur und Umwelt angesprochen. Dazu wurde folgende Resolution verfasst und als Presse-Mitteilung öffentlich gemacht:

1.Der Schutz des Bodetals ist durch immer neue touristische „Events“ gefährdet. Die Bestrebungen, eines der schönsten Harztäler immer mehr zu vermarkten, haben dazu geführt, dass der Taleingang bei Thale inzwischen einer „Rummelzone“ gleicht. Die dringend erforderliche und mehrfach geplante Erweiterung dieses Naturschutzgebietes, eines der bedeutendsten deutsche Schutzgebiete, stagniert seit den 1990er Jahren. Da die Betreuung des Gebietes durch eine Naturschutzstation seit 2003 nicht mehr gegeben ist, fehlt jegliche Kontrolle im Gebiet. Wir fordern die Wiederaufnahme des Verfahrens zur Erweiterung des Naturschutzgebietes „Bodetal“ auf der Grundlage des seit 2003 beim Verwaltungsamt in Halle (Obere Naturschutzbehörde) vorliegenden Verordnungsentwurfes. Auf der Grundlage dieses Verordnungsentwurfes könnte aus unserer Sicht noch im Jahr 2009 die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange entsprechend erfolgen. Dabei sollen sich Naturschutz und nachhaltiger Tourismus keineswegs ausschließen. Der Naturschutz darf aber nicht weiter ins Hintertreffen gelangen!

2.Das Selketal zwischen Selkemühle und Meisdorf ist durch die vom Land geplante Überstauung in Hochwasserzeiten akut gefährdet. Die Naturschutzverbände haben mehrfach auf eine Vielzahl von Alternativen des notwendigen Hochwasserschutzes der Städte und Gemeinden im Harzvorland verwiesen, die jedoch von den Landesbehörden nie ernsthaft geprüft wurden. Wir fordern die Einstellung dieser Planungen, die bei Ausführung zur Vernichtung eines der schönsten Harztäler führen würde. Das Selketal ist eines der bedeutendsten Naturschutz- und Tourismusgebiete des Landes Sachsen-Anhalt, welches zugleich EU-Vogelschutz- und FFH-Gebiet ist, in dem sich eine Vielzahl wichtiger Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten befinden.

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Frühjahrsblüher der Harz- und Vorharzregion

25.3. 09 Frühjahrsblüher der Harz- und Vorharzregion

Nach langer Winterzeit eröffnet von den einheimischen Pflanzen Anfang bis Mitte März der Bömische Goldstern (auch Felsen-Goldstern) ( Gagea bohemica) den Blütenreigen (siehe Bildergalerie) . Dieser kleinste Goldstern wird nur 3-8 cm hoch, hat ganz schmale, fast fadenartige kurze Blätter und wächst vor allem in Silikattrockenrasengesellschaften z. B. unmittelbar auf anstehendem Sandstein. Dieser sehr seltene zwergige Goldstern hat einen Verbreitungsscherpunkt im Sandsteinhöhenzug von den Gegensteinen bei Ballenstedt bis Langenstein. Er ist ein unbedingt schutzbedürftiger Juwel der Flora Quedlinburgs und kommt z. B. im Bereich des Luftenberges vor.

Auch der allgemein bekannte, naturgeschützte Märzenbecher (Leucojum vernum) ist ein ausgesprochener Vor-Frühlingsbote, der je nach Standort Mitte März bis Anfang April blüht. Im Zehling bei Ballenstedt hat diese recht seltene Pflanze ein ausgesprochenes Massenvorkommen entwickelt. Auch in einigen Bach- und Flußtälern des Harzes ist der Märzenbecher anzutreffen. Dies gilt z. B. für das Selketal und hier vor allem auch für den Bereich, der nach bestehenden Plänen zum Überflutungsbereich eines geplanten Hochwasser-Stauwerkes gehört. Wenig bekannt sind die Vorkommen im Amtmannstal, die sich mit unterschiedlicher Individuenanzahl beginnend in unmittelbarer Nähe des Ballenstedter Schloßkomplexes bis hinauf zu den Quellwiesen im Bereich des Kleinen Bruchholzes ( siehe Bildergalerie) und sogar in Richtung Mittelberg hinziehen. In den letzten Jahren ist vor allem das aus Südeuropa stammende Scheeglöckchen (Galanthus nivalis) zunehmend Bestandteil der heimischen Flora geworden. Es ist an vielen Plätzen in der Nähe von Gartenanlagen, an Wegen und Straßen (mit gelegentlicher Gartenabfall-„Entsorgung“ ) und auch an Bächen und Flüssen bedingt durch Anschwemmung ( z. B. Selketal oberhalb von Meisdorf !) zu finden. Durch die dauerhafte, stabile Vermehrung über Samen entwickelt sich das Schneeglöckchen zu einer einheimischen Pflanze. Eine ähnliche Entwickung ist für den ebenfalls aus dem Süden stammenden Winterling ( Eranthis hyemalis) zu erwarten, wenn sich milde Winter häufen sollten. Der Winterling ist z. Z. noch stark an die Nähe von Gartenanlagen oder an gezielte Anpflanzung gebunden, eine Wasserverfrachtung ist nicht zu beobachten. Nur in Einzelfällen scheinen sich in der Vorharzregion in lichten Waldungen kleine isolierte, aber stabile Vorkommen zu entwickeln.

Arbeitseinsatz

28. März 2009: Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet Harslebener Berge – SteinholzDer traditionelle Arbeitseinsatz der Naturschützer aus Halberstadt, Quedlinburg und Umgebung findet am Sonnabend, dem 28. März 2009, statt. Beginn 8 Uhr. Treffpunkt ist an der früheren Wildkrautackerfläche. Es sind Flächen auszuharken und junger Aufwuchs zu beseitigen. Wenn möglich sind Arbeitshandschuhe und Arbeitsgeräte mitzubringen. Für ein kleines Frühstück ist gesorgt. Die Organisation hat wie in den Vorjahren Dr. U. Wegener (Halberstadt) übernommen.

Pflegeeinsatz am ND "Seerosenteich"

7. März 2009Pflegeeinsatz im Bereich des Naturdenkmales „Seerosenteich“ (Quedlinburg, Stadtwald „Altenburg“ )

Die Umgebung des Seerosenteiches als Offenlandschaft mit wärmeliebender Pflanzenwelt ist durch eine allmähliche Verbuschung und Bewaldung gefährdet. Dieser Tendenz kann nur durch gezielte Entbuschungsmaßnahmen entgegen gewirkt werden. Dazu fand im Jahr 2008 ein Pflegeeinsatz statt. Das Bürgerforum Quedlinburg hat nun zu einem weiteren Pflegeeinsatz aufgerufen. Ziel ist der erneute Rückschnitt der Jahrestriebe der Strauch- und Gebüschvegetation. Außerdem soll der zuwachsende Harzblick frei geschnitten werden. Der Pflegeinsatz findet am Sonnabend, dem 7. März 2009, statt. Beginn ist 8 Uhr vor Ort. Bis ca. 14 Uhr soll das anfallende Strauchwerk verbrannt sein. Für einen Mittagsimbiß wird gesorgt. Wenn vorhanden, sollte eine große Forst-Astschere mitgebracht werden. Ansonsten ist Werkzeug und Gerät vor Ort vorhanden.

So weit möglich, sollten sich die Mitglieder der IG Ornithologie und Naturschutz sowie interessierte Bürger an diesem Arbeitseinsatz beteiligen.

Hochwasserschutz ohne Damm

Demonstration für Hochwasserschutz – aber ohne Damm im Selketal vor Meisdorf

Vorgemerkt: Am Ostermontag, dem 13. April 2009 von 10:30 bis 12:00 Uhr - dem 15. Jahrestages des Selkehochwassers von 1994 – , findet an der Thalmühle Meisdorf und an der Stelle des geplanten Dammbaus eine Demonstration für HOCHWASSERSCHUTZ OHNE DAMM statt, zu der die Bürgerinitiative Naturnaher Hochwasserschutz Selke sowie Naturschutzverbände und anderen Bürgerinitiativen einladen. Über viele Jahrzehnte hinweg bestand ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass das typische Mittelgebirgstal der Selke zwischen Meisdorf und der Selkemühle als letztes Beispiel für eine unverbaute wunderschöne Naturlandschaft erhalten bleibt. Jetzt ist dieser Abschnitt des Selketals auf das Höchste gefährdet – der Konsens für Primat der Naturlandschaft ist aufgekündigt. In vielen Plandoku-menten wird der Dammbau bei Meisdorf als bereits feststehend betrachtet. Das darf nicht sein. Bessere zukunftsfähige und beispielgebende Lösungen lassen sich finden. Dafür muß demonstriert werden. Über Details der Informations- und Protest-veranstaltung informieren wir zu einem späteren Termin.

Nordamerikanischer Wanderfalter "Monarch" in Quedlinburg beobachtet

Ein Monarchfalter im nordöstlichen Harzvorland

Am 13.10.2008 beobachtete Herr Heinz Rehfeld - den hiesigen Naturfreunden durch seine Mitte der 70er Jahre publizierten Arbeiten über die regionale Libellenfauna gut bekannt – auf einer Zierpflanzenrabatte im Stadtgebiet von Quedlinburg ein Exemplar des Monarchfalters, Danaus plexippus (L., 1758). Das Auftreten dieses imposanten Schmetterlings, er kann bis zu 12 cm Flügelspannweite erreichen, ist als eine entomo-faunistische Sensation anzusehen, da es die bislang einzige bekannt gewordene östlichste Expansion der Art im europäischen Raum ist.

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Nationalpark Harz – Zwischenbilanz zur Naturwald- Entwicklung

Für den Nationalpark Harz stellen reichlich 18 Jahre nach der Erstgründung viele Bürger der Harzregion die Frage , wie weit die Entwicklung vom Wirtschaftswald zum Naturwald vorangeschritten ist, welche Probleme es dabei gibt, wie wir uns in Mitteldeutschland Naturwald vorstellen müssen und welche Zeiträume erforderlich sind, bis das Ziel Naturwald erreicht ist? Um Antworten auf diese Fragen geben zu können, hatte die Quedlinburger IG Ornithologie und Naturschutz den stellvertretenden Leiter des Nationalparkes , Diplom-Biologen Dr. Hans-Ulrich Kison (Quedlinburg) , zu ihrer öffentlichen Januar-Vortragsveranstaltung „Die Entwicklung der Kernzone des Nationalparks Harz: Tier- und Pflanzenwelt sowie Waldbestockung“ eingeladen. Mit der Wahl dieses Themas hatten die Quedlinburger Naturschützer einen guten Griff getan – buchstäblich bis zum letzten Platz waren am 14. Januar 09 alle Sitzgelegenheiten im Vortragsraum des Kunsthokens besetzt.

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Jahreshauptversammlung der Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz am 14. Februar 2009 in Wernigerode

Jährlich einmal findet eine Versammlung aller Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz (früher nur der Altkreise Wernigerode und Halberstadt) statt. Die diesjährige Hauptversammlung findet am Sonnabend, dem 14. Februar 2009 in Wernigerode im Hörsaal C der Hochschule Harz in Wernigerode statt (38855 Wernigerode, Friedrichstr. 54 -Richtung Elend/Schierke- , Tel. 03943 659-0).
Die Veranstaltung beginnt 9,00 Uhr und endet gegen 14,30 Uhr.

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Bei der Naturschutz-Jahresendexkursion am 27.12.2008

... in der Nähe der Bahnstation Sternhaus –Ramberg beobachtet: Haareis

 

Bei Temperaturen wenig unter dem Gefrierpunkt kann auf vermorschten, dem Boden aufliegenden Laubholz-Ästen gelegentlich eine ganz besondere fädige Eiskristallbildung beobachten werden. Es handelt sich um sogenanntes Haareis, über dessen Bildungsbedingungen wenig bekannt ist und welches sicher oft übersehen wird. Die Abbildungen unter der Rubrik „Naturbeobachtungen“ verdeutlichen Art und Größe dieser besonderen Eisbildung.

Die nach Süden ziehenden Kraniche haben den Winter mitgebracht

Quedlinburg liegt im Bereich einer der beiden großen Vogelzuglinien der Kraniche Europas. Ab Ende Oktober bis Mitte November konnten so die Quedlinburger wieder wie jedes Jahr den Kranichzug beobachten. Insgesamt mehrere Tausende Tiere nahmen ihren Weg in ihre Zwischen- oder Winterquartiere direkt über unsere Stadt hinweg und weiter den Harz querend in Richtung Thüringen (der Stausee Kelbra hat sich zu einem großen Rastplatz entwickelt).Tage mit dichtem Nebel zwangen die Tiere dabei oft zum ausgesprochenen Tiefflug oder zum langen Kreisen über der Stadt. Die Zugbewegungen des Kranichs werden von den Mitgliedern des Ornithologenverbandes Sachsen-Anhalt e. V. seit Jahren aufmerksam beobachtet und erfasst. Die Feststellungen von rund 120 Beobachtern, darunter auch aus Quedlinburg, gestatten eine recht genaue Rekonstruktion der Kranichwanderwege quer durch Sachsen-Anhalt.

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